{"id":1707,"date":"2021-01-01T21:49:42","date_gmt":"2021-01-01T19:49:42","guid":{"rendered":"http:\/\/www.kirche-kodersdorf.de\/?page_id=1707"},"modified":"2021-12-30T20:07:02","modified_gmt":"2021-12-30T18:07:02","slug":"archiv-2021","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/www.kirche-kodersdorf.de\/?page_id=1707","title":{"rendered":"Archiv 2021"},"content":{"rendered":"\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><span style=\"text-decoration: underline;\">Januar 2021<\/span><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Liebe Leserin, lieber Leser,<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">hinter uns liegt eine verwirrende und anstrengende Zeit: Corona-Welle 1: Feste, Feiern und Treffen abgesagt, ja sogar die Ostergottesdienste fanden nicht statt; Lockerungen mit Auflagen, Proteste von Corona-Verharmlosern und Verschw\u00f6rungstheoretikern; Corona-Welle 2.: wieder Proteste (berechtigte und unberechtigte) Weihnachten im kleinsten Rahmen; Silvester und Neujahr auf \u201eSparflamme\u201c; das \u201eHerunterfahren\u201c der Gesellschaft setzt Existenzen aufs Spiel &#8230; Wer von uns h\u00e4tte gedacht, dass das Leben in unserer sicheren und geordneten Gesellschaft auf einmal so in Schieflage kommen w\u00fcrde?! F\u00fcr manche von uns wird sich auf diesem Hintergrund wahrscheinlich im Blick auf das neue Jahr ein Grauschleier \u00fcber alles legen. K\u00f6nnen wir dagegen etwas tun?<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Der Spruch f\u00fcr diesen Monat erinnert mich an eine Beobachtung, die ich beim Fotografieren gemacht habe. Landschaften k\u00f6nnen noch so sch\u00f6n und beeindruckend sein, manchmal wirken sie blass und stumpf, es sei denn, Licht l\u00e4sst Farben und Umrisse hervortreten. Da braucht es Geduld, den richtigen Blick und die richtige Position, um das Licht f\u00fcr gute Fotos zu nutzen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">So ist das auch mit unserem Leben. Die Aufmerksamkeit f\u00fcr das Licht l\u00e4sst uns erkennen, vertreibt Finsternis und w\u00e4rmt uns das Herz mit Glanz und Farben. Wie wir Licht in unserem&nbsp; Leben wahrnehmen k\u00f6nnen, sagt uns der Beter des Psalms: <strong>Viele sagen: \u201eWer wird uns Gutes sehen lassen?\u201c HERR, lass leuchten \u00fcber uns das Licht deines Antlitzes! (<\/strong>Psalm 4,7)<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Vielleicht kommt von diesem Bibelvers (der mit dem gottesdienstlichen Segenswort aus dem 4. Buch Mose verwandt ist) unser Ausdruck \u201edu strahlst ja so\u201c her?! Ein strahlendes Angesicht macht das Herz des Betrachters froh. Auf Gott schauen weist Finsternis, Angst und Orientierungslosigkeit in die Schranken. Die Bitte, dass er uns anstrahlt, ist die Bitte \u201eHerr, mach unser Leben durch deine N\u00e4he hell\u201c. Seit der Geburt Jesu d\u00fcrfen wir uns dessen gewiss sein: \u201eGott strahlt uns an\u201c. Und uns stellt sich mit dem Monatsspruch die Frage: Wollen wir das aber? Wollen wir, dass er unsere Dunkelheiten, unser farbloses Leben hell und bunt macht?<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Am 6. Januar gibt es, kirchlich gesehen, das Epiphaniasfest (Erscheinungsfest). Dieses Fest ist dem Gedanken gewidmet, dass Gott neben seinem Sch\u00f6pfungswerk, neben seiner Gegenwart durch den Heiligen Geist im Besonderen durch Jesus Christus Licht in unsere Welt gebracht hat. Mit diesem Fest wollen wir uns daran erinnern: Wer auf Jesus schaut, wer das betrachtet, was er gesagt und getan hat, nimmt (wie gute Fotografen) die richtige Position in seinem Leben ein, lernt geduldig zu warten, um Gottes Wirken zu erkennen und nimmt Helligkeit wahr, wo andere vielleicht nichts sehen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>\u201eHERR, lass leuchten das Licht deines Antlitzes!\u201c <\/strong>mit dieser Bitte k\u00f6nnten wir z.B. diesen Monat ruhig jeden Morgen in den Tag gehen und abends neugierig fragen: \u201eWo habe ich dieses Leuchten gemerkt? Und wenn da nichts war, dann fragen Sie sich ruhig, woran das gelegen haben k\u00f6nnte.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-text-align-right wp-block-paragraph\">Ihr <em>E. Salewski<\/em><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><span style=\"text-decoration: underline;\">Februar 2021<\/span><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Liebe Leserin, lieber Leser,<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">das wird eine Freude sein! Nach den Einschr\u00e4nkungen zur Eind\u00e4mmung der Corona-Pandemie endlich wieder zur Normalit\u00e4t zur\u00fcckzukehren: Mit Freunden und Familie treffen; in unverh\u00fcllte Gesichter schauen; wieder einmal einfach einen Besuch machen k\u00f6nnen; jemanden mit Handschlag oder Umarmung begr\u00fc\u00dfen; am Gottesdienst ohne Furcht vor Ansteckung teilnehmen; in die Gastst\u00e4tte gehen; Veranstaltungen besuchen; in einem Bekleidungsgesch\u00e4ft oder Baumarkt etwas aussuchen k\u00f6nnen \u2026<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Warum freuen wir uns eigentlich darauf? &#8211; Weil uns all das aus verschiedensten Gr\u00fcnden gefehlt hat. Es lohnt einmal dar\u00fcber nachzudenken, <strong>was<\/strong> uns <strong>warum<\/strong> gefehlt hat. Das macht uns n\u00e4mlich deutlich, dass so vieles, was f\u00fcr uns \u201enormal\u201c ist, eigentlich ein Geschenk ist. Und wer das wahrnimmt &#8211; freut sich, denn wir bekommen etwas, was nicht selbstverst\u00e4ndlich ist. Manchmal m\u00fcssen wir eben auf etwas hingewiesen werden, damit wir uns wieder freuen und dadurch Kraft f\u00fcr den Alltag gewinnen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Jetzt werden sicher manche sagen: \u201eEs muss ja nicht immer so etwas Drastisches sein wie eine Pandemie.\u201c Leider ist es so, dass wir Menschen merkw\u00fcrdigerweise oft erst in Extremsituationen wahrnehmen, was uns wichtig ist. Hingegen gehen oft freundliche Hinweise \u201ezum einen Ohr rein und zum anderen wieder raus.\u201c Dadurch verschenken wir aber Lebensfreude &#8211; und wer h\u00e4tte die nicht n\u00f6tig?!<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Wie geht es Ihnen zum Beispiel mit den Worten Jesu an seine J\u00fcnger, die unser Monatsspruch sind:<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>\u201eFreut euch dar\u00fcber, dass eure Namen im Himmel verzeichnet sind.\u201c? (<\/strong>Luk.10,20)<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Gestatten Sie mir die Frage:Macht Sie dieser Zuspruch fr\u00f6hlich, oder m\u00fcssen Sie erst an die Grenzen Ihres Lebens sto\u00dfen? &#8211; Dann k\u00f6nnte es allerdings sein, das Sie so gefangen sind von Ihren Problemen, dass Sie keinen Blick mehr f\u00fcr Ihre himmlische Staatsb\u00fcrgerschaft haben. Freuen Sie sich doch jetzt schon, immer wieder, an der Tatsache, dass Sie zu Gottes Welt geh\u00f6ren, dass \u201eIhr Name im Himmel verzeichnet\/ geschrieben ist.\u201c Die Umarmung und das Fest, der Besuch und das \u201esich was Gutes g\u00f6nnen\u201c sind Zeichen daf\u00fcr. All das ist ein Abglanz dessen, was in Gottes Welt, im Himmel auf uns wartet. All das, was jetzt unser Herz erfreut, soll uns an Gottes G\u00fcte und Liebe erinnern. Lassen Sie sich also durch die Worte Jesu an diesen wunderbaren Ausblick erinnern: Sie haben eine Heimat bei Gott. Das hilft so manches leichter zu ertragen. Das bringt Hoffnung in Ihr Leben und ist Grund zur Freude. Um diese Freude zu erinnern und wachzuhalten gibt es all die Dinge, auf die wir uns freuen. Es gilt nun, diesen Zusammenhang nicht zu vergessen und unseren Blick f\u00fcr die Freude zu sch\u00e4rfen. Ist das nicht eine sch\u00f6ne Aufgabe f\u00fcr die n\u00e4chsten Wochen?<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Bleiben Sie beh\u00fctet<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-text-align-right wp-block-paragraph\">Ihr <em>E. Salewski<\/em><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><span style=\"text-decoration: underline;\">M\u00e4rz 2021<\/span><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Liebe Leserin, lieber Leser,<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">wenn wir etwas \u00fcber Steine sagen k\u00f6nnen, dann, dass sie in gro\u00dfer Geduld liegen und schweigen\u2026 Aber das ist nur der erste Eindruck. Es gibt auch Steine, die zwar die Geduld mit ihren Geschwistern teilen, aber nicht die Schweigsamkeit. Manche Steine rufen uns etwas zu. Z.B. die Steine der Treppe in Hiroshima, auf die beim Atombombenabwurf der Schatten eines Menschen eingebrannt wurde. Oder die \u201eStolpersteine\u201c von Gunter Demnig im Stra\u00dfenpflaster von G\u00f6rlitz und vieler anderer St\u00e4dte in Deutschland, die an j\u00fcdische Mitb\u00fcrger erinnern, die hier gelebt haben und in der Zeit der Nazidiktatur fliehen mussten oder deportiert wurden. Da sind auch die dunklen, versengten Steine zwischen den hellen, neuen Steinen im Mauerwerk der Dresdener Frauenkirche, die eine Botschaft f\u00fcr uns haben\u2026<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die genannten Eigenschaften der Steine sind vonn\u00f6ten, denn wir Menschen sind sehr vergesslich und unaufmerksam, da braucht es Geduld und eine eindringliche Stimme, um uns vor Fehlern zu bewahren.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">In einer Geschichte, die uns Lukas erz\u00e4hlt, istJesus drauf und dran, sich eher der Geduld und Verk\u00fcndigungskraft der Steine zu bedienen, als derer der Menschen. Aber dazu kam es zum Gl\u00fcck nicht. Was f\u00fcr ein Armutszeugnis w\u00e4re das f\u00fcr uns geworden?!<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Was war geschehen?<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Jesus traf die Entscheidung, nach Jerusalem zu gehen und die Aufgabe zu erf\u00fcllen, die er von seinem Vater im Himmel aufgetragen bekommen hatte: Die Kluft zwischen Gott und Mensch zu schlie\u00dfen. Seine J\u00fcnger sorgten f\u00fcr einen Esel, der ihn tragen sollte und auch daf\u00fcr, dass er die Aufmerksamkeit erhielt, die seiner Mission entsprach. Da kamen aber Menschen zu Jesus, die alles \u00fcber Gott zu wissen meinten, und wiesen ihn zurecht: \u201eDas Volk, das dir zujubelt, soll schweigen\u201c und im Stillen dachten sie: \u201eDu bist unm\u00f6glich der, der von Gott kommt um uns zu retten!\u201c <strong>Jesus antwortete: Ich sage euch: Wenn diese schweigen werden, so werden die Steine schreien.<\/strong> (Luk19, 40) Das ist nicht Eitelkeit, die aus ihm spricht. Es ist sein Auftrag, der ihn so reden l\u00e4sst! So viele Menschen wie m\u00f6glich sollen h\u00f6ren und zur Kenntnis nehmen: Gott liebt uns so, dass er uns entgegenkommt und unsere Fehler wieder gut macht. Wir brauchen nur Ja dazu sagen &#8211; was auch immer geschieht &#8211; wir sind und bleiben seine Kinder! Das soll alle Welt h\u00f6ren und wissen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Nun habe ich bei uns aber den Eindruck, dass das kaum noch jemanden interessiert. Ich habe den Eindruck, dass Menschen das nicht weitersagen wollen und, dass andere das auch nicht h\u00f6ren sollen. Eine satte Gleichg\u00fcltigkeit begegnet dem Wunsch Jesu in unserem Ort, in unserem Land! M\u00fcssen also heute die Steine schreien!? Aber sie tun es doch schon. Die Steine unserer Kirche und der Kirchen in unserem Land schreien es. Steinerne Kreuze auf dem Friedhof und Denkmale schreien es. Es wird nicht geh\u00f6rt. Also muss es doch das Volk tun. Wer aber ist das Volk? &#8230; Alle die von Jesus wissen, ihm vertrauen und einen Mund zum Reden und Rufen haben.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-text-align-right wp-block-paragraph\">Ihr <em>E. Salewski<\/em><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><span style=\"text-decoration: underline;\">April 2021<\/span><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Liebe Leserin, lieber Leser,<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">wenn wir die Geschichte der Menschheit betrachten, sehen wir, wie wichtig es zu allen Zeiten f\u00fcr die Menschen war, Bilder von Gott zu haben. Die Bibel berichtet uns davon, dass das Volk Israel ein goldenes Kalb angefertigt und es angebetet hat &#8211; zu dem Zeitpunkt, als Mose auf dem Berg die Weisungen f\u00fcr sein Volk bekommen hat (u.a. \u201eDu sollst dir kein Bildnis noch Gleichnis machen.\u201c).<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Auch die Nachbarv\u00f6lker hatten ihre G\u00f6tzenbilder aus Stein oder Holz, die sie verehrten. Sp\u00e4ter bei Griechen und R\u00f6mern gab es Skulpturen und Darstellungen der verschiedenen Gottheiten.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Wir haben keine Gottesbilder aus Holz oder Stein, aber in unseren Gedanken gibt es gewisse Vorstellungen. Oft sind diese Bilder mit Begriffen wie Liebe, Gerechtigkeit \u2026 verkn\u00fcpft. Wenn Sie dar\u00fcber nachdenken, fallen Ihnen sicher noch weitere Worte ein. Das Problem besteht darin, dass wir bestimmte Vorstellungen dieser Begrifflichkeiten haben und Gott dann darauf festlegen. Erleben wir Gott anders als erwartet, ger\u00e4t unser Bild von ihm und als Folge davon oft auch unsere Beziehung zu ihm ins Wanken.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Seinem Volk stellt sich Gott (JHWH) vor als \u201eIch bin, der ich bin\u201c oder \u201eIch werde f\u00fcr euch da sein, als der ich f\u00fcr euch da sein werde\u201c. Und Paulus schreibt im Monatsspruch aus dem Brief an die Gemeinde in Koloss\u00e4: <strong>Christus ist das Bild des unsichtbaren Gottes, der Erstgeborene der ganzen Sch\u00f6pfung. (<\/strong>Kolosser 1,15)<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Jesus ist das Bild Gottes! Das ist eine klare Aussage und Ansage! Als Jesu J\u00fcnger ihm gegen\u00fcber einmal die Bitte \u00e4u\u00dfern: \u201eZeige uns den Vater\u201c, antwortet er ihnen: \u201eWer mich sieht, der sieht den Vater.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Doch wo bekomme ich alle \u201eInformationen\u201c \u00fcber Jesus her? Das ist einerseits ganz einfach, aber auch mit gro\u00dfer M\u00fche verbunden. Die Evangelien berichten sehr ausf\u00fchrlich \u00fcber Jesus &#8211; und das ist das M\u00fchsame: dort ist es nachzulesen. Da erfahren wir ganz Verschiedenes \u00fcber ihn, \u00fcber sein Wesen, Denken und Handeln. Jesus gibt das Wesen und das Denken Gottes wider. In seinem Reden und Handeln k\u00f6nnen wir erkennen, wie Gott denkt, wie er handelt, was er will. Aus vielen Puzzleteilen f\u00fcgt sich ein gro\u00dfes Ganzes zusammen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Vor uns liegen die Tage, an denen wir in besonderer Weise an Jesu Leiden und Sterben erinnert werden. Vielleicht finden Sie die Zeit, die vier biblischen Berichte \u00fcber dieses Geschehen einmal ganz in Ruhe zu lesen und zu \u00fcberlegen, wie Gott uns da begegnet. Oder Sie lassen sich beim Lesen von dem Gedanken leiten: \u201eDas alles tat Jesus f\u00fcr mich.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die Berichte der Evangelisten enden nicht mit Kreuz und Tod, nein, sie gehen weiter. Und am dritten Tag strahlt das Licht des Ostermorgens auf. Jesus ist auferstanden und lebt! Diese Botschaft hat die mutlosen J\u00fcnger damals ver\u00e4ndert und sie zu kraftvollen Zeugen werden lassen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Ich w\u00fcnsche Ihnen, dass diese Hoffnung und Zuversicht auch Ihr Leben erf\u00fcllt und die Freude dar\u00fcber auf Ihre Mitmenschen \u00fcberspringt.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp; <em>Angelika Mischinger<\/em><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong><em>(Die Texte zur Leidensgeschichte Jesu und zur Auferstehung finden Sie in Ihrer Bibel in folgenden Kapiteln: Matth\u00e4us 26,17 bis 28,15; Markus 14,12 bis 16,13; Lukas 22 bis 24; Johannes 18 bis 20)<\/em><\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong><span style=\"text-decoration: underline;\">Mai 2021<\/span><\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Liebe Leserin, lieber Leser,<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><a href=\"https:\/\/www.gutzitiert.de\/biografie_martin_niemoeller-bio1031.html\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">Martin Niem\u00f6ller<\/a> (* 14.01.1892, \u2020 06.03.1984) war ein deutscher evangelischer Theologe, dessen Lebenslauf eine recht wechselvolle Geschichte hatte. Der Titel eines von ihm geschriebenen Buches \u201eVom U-Boot zur Kanzel\u201c (1934 erschienen) &#8211; ist eine recht gute Beschreibung seiner pers\u00f6nlichen Entwicklung. Im ersten Weltkrieg war er Offizier auf einem U-Boot und in den Anf\u00e4ngen stand er dem Nationalsozialismus recht aufgeschlossen gegen\u00fcber. Erst in der Zeit des Kirchenkampfes (er geh\u00f6rte zu den Mitbegr\u00fcndern der Bekennenden Kirche) und als er 1937 als \u201epers\u00f6nlicher Gefangener\u201c Hitlers in das Konzentrationslager Sachsenhausen gebracht wurde, wendete er sich allm\u00e4hlich zum Widerstandsk\u00e4mpfer gegen den Nationalsozialismus. Nach dem Ende des 2. Weltkrieges engagierte er sich in der Friedensbewegung und f\u00fcr eine Neuordnung der Evangelischen Kirche.<br>Diesem Martin Niem\u00f6ller wurde 1974 die Frage gestellt, warum seine Generation nichts getan hat, als j\u00fcdische Deutsche w\u00e4hrend der 1938er Pogrome massenweise verhaftet wurden.<br>Zwei Jahre sp\u00e4ter zitiert er seine damalige Antwort in einem anderen Gespr\u00e4ch mit Worten, die manchmal das \u201eNiem\u00f6llersche Schuldbekenntnis\u201c genannt werden. Dieses lautet folgenderma\u00dfen:<br>\u201eAls die Nazis die Kommunisten holten, habe ich geschwiegen; ich war ja kein Kommunist. Als sie die Sozialdemokraten einsperrten, habe ich geschwiegen; ich war ja kein Sozialdemokrat.Als sie die Gewerkschafter holten, habe ich geschwiegen, ich war ja kein Gewerkschafter. (Sp\u00e4ter von Niem\u00f6ller manchmal in sein urspr\u00fcngliches Zitat eingef\u00fcgt: Als sie die Juden holten, habe ich geschwiegen; ich war ja kein Jude.) Als sie mich holten, gab es keinen mehr, der protestieren konnte.\u201c<br>Manche Erkenntnisse in unserem Leben reifen schmerzhaft. Einiges davon k\u00f6nnten wir uns ersparen, wenn wir auf den Rat anderer h\u00f6ren w\u00fcrden. Aber es scheint so, dass wir, aus was f\u00fcr Gr\u00fcnden auch immer, manche Fehler selber machen m\u00fcssen. Vielleicht aus Stolz, aus Verbohrtheit, aus Unachtsamkeit oder auch aus Dummheit. Das aber sind auf jeden Fall keine guten Gr\u00fcnde!<br>Gott will uns vor uns selbst sch\u00fctzen, er will uns davor bewahren, schamrot werden zu m\u00fcssen, wenn er uns mit dem Monatsspruch aus den biblischen Spruchweisheiten folgenden Rat gibt: \u201e\u00d6ffne deinen Mund f\u00fcr den Stummen, f\u00fcr das Recht aller Schwachen!\u201c (Spr\u00fcche 31,8)<br>Wenn wir so handeln, werden wir vor der tr\u00fcgerischen Meinung bewahrt: \u201eIch lass es lieber, dann mach ich keinen Fehler &#8211; dann lade ich keine Schuld auf mich.\u201c<br>Und gerade das ist aber derzeit leider eine recht beliebte Haltung, so scheint es mir zumindest.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-text-align-right wp-block-paragraph\">Ihr <em>E.Salewski<\/em><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><span style=\"text-decoration: underline;\"><strong>Juni 2021<\/strong><\/span><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Lieber Leser, liebe Leserin,<br>manchmal m\u00fcssen wir uns im Leben die Frage stellen: Was ist jetzt wichtiger? Dabei meine ich nicht solche Fragen wie: \u201eWelchen Urlaub buche ich?\u201c oder: \u201eWelche Arbeit mache ich zuerst?\u201c. Ich meine solche Situationen im Leben, in denen wir an Wegkreuzungen stehen und ahnen, dass es um Entscheidendes geht.<br>An eine Situation in meinem Leben muss ich hin und wieder denken, die weit zur\u00fcck liegt.<br>Es war 1977. Ich war gerade einen Monat 19 Jahre alt und wurde zu den Grenztruppen der DDR eingezogen. Das hatte ich mir nicht ausgesucht. Es wurde einfach so verf\u00fcgt. Ich war nicht so ein Held, den Wehrdienst zu verweigern und zu den Bausoldaten zu gehen (obwohl ich mich bei einer Jugendwoche 1975 in G\u00f6rlitz bewusst f\u00fcr Jesus Christus entschieden hatte) &#8211; ich wollte ja studieren! Nun \u201ehatte ich den Salat\u201c. Westverwandte waren offensichtlich kein Grund, nicht zu den Grenztruppen eingezogen zu werden \u2026 Ein halbes Jahr Grenzausbildung in Eisenach lag im April hinter mir. Dann kam eines Tages die Aufforderung, den sogenannten \u201eSchie\u00dfbefehl\u201c f\u00fcr den Fall eines versuchten Grenzdurchbruchs zu unterschreiben \u2026 Ich sollte im Falle eines Falles auf wehrlose Menschen schie\u00dfen, die nicht mehr in der DDR leben und bei Anruf am Grenzzaun nicht stehen bleiben wollten? Dann h\u00e4tte ich unter Umst\u00e4nden mein Leben lang ihren Tod auf dem Gewissen!<br>Nun kam ich an einer Entscheidung nicht vorbei. Unterst\u00fctzt durch Mut machende Briefe von Mitarbeitern des Evangelischen Jungm\u00e4nnerwerkes verweigerte ich die Unterschrift &#8211; obwohl ich ja vereidigt war! Der Konflikt gipfelte in einem Gespr\u00e4ch beim Oberstleutnant, zu dem ich zitiert wurde. Dessen letzte Worte zu mir in diesem Gespr\u00e4ch waren: \u201eGenosse Salewski, wir stellen Sie an die Grenze und Sie wissen, was Ihnen geschieht, wenn Sie einen Grenzdurchbruch nicht mit <strong>allen Mitteln<\/strong> verhindern?!\u201c &#8211; O ja, das wusste ich: Ich m\u00fcsste mich vor dem Milit\u00e4rgericht verantworten, vielleicht w\u00fcrde mich sogar Milit\u00e4rgef\u00e4ngnis erwarten (Schwedt). Demgegen\u00fcber stand aber, im schlimmsten Fall, mit einem Mord leben zu m\u00fcssen. Die folgenden 2-3 Wochen waren ein Wechselbad der Gef\u00fchle, bis es \u201eantreten\u201c hie\u00df und unsere Namen mit den entsprechenden Grenzkompanien verlesen wurden. Gott sei es gedankt &#8211; mein Name war nicht dabei. Ich blieb zun\u00e4chst mit ein paar anderen Kameraden im Grenzregiment zur Objektwache. Es g\u00e4be nun der Geschichten noch einige zu erz\u00e4hlen, aber das w\u00fcrde zu weit f\u00fchren.<br>Ich kann mich nicht mehr erinnern, ob f\u00fcr mich damals die Frage: Was will Gott von mir in dieser Situation? vorrangig wichtig war. Ich wei\u00df nur, dass mir Gott damals wichtig war und dass ich nicht f\u00fcr den Tod unschuldiger Menschen verantwortlich sein wollte. In diesem Sinne war f\u00fcr mich, wenn auch nicht bewusst, so doch unbewusst, die Worte von Petrus und seinen Freunden vor Gericht richtungsweisend:<br><strong>\u201eMan muss Gott mehr gehorchen, als den Menschen\u201c <\/strong>(Apg.5, 29)<br>Ich habe erlebt, dass menschlicher Wille unsere Welt klein und h\u00e4sslich machen kann. Ich habe erlebt, dass Gottvertrauen uns an dessen Grenzen f\u00fchrt, aber dann \u00fcber diese hinaus. Mit Gott weitet sich die Welt. Ich habe F\u00fchrung, Leitung und Bewahrung erlebt, wo mir heute bewusst wird, da hat Gott gehandelt. So ist das H\u00f6ren auf Gottes Willen, die Nachfolge Jesu Christi ein guter Wegweiser, uns an den Wegkreuzungen unseres Lebens f\u00fcr die richtigen Wege zu entscheiden.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-text-align-right wp-block-paragraph\">Ihr <em>E. Salewski<\/em><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><span style=\"text-decoration: underline;\">Juli\/August 2021<\/span><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Liebe Leserin, lieber Leser,<br>beim Lesen des Monatsspruchs f\u00fcr den Monat August wurde ich neugierig, in welchem Zusammenhang dieser steht. Im 2. Buch der K\u00f6nige wird ab Kapitel 18 die Geschichte des K\u00f6nigs Hiskia erz\u00e4hlt, von der ich bisher nur einen Teil kannte. Spannend, was dieser K\u00f6nig mit seinem Gott erlebt hat!<br>Von Hiskia, dem K\u00f6nig von Juda, wird berichtet, dass er Gott vertraut hat &#8211; wie kein K\u00f6nig in Juda vor und nach ihm. Er r\u00e4umt mit dem G\u00f6tzenkult im Land auf. Allein der Gott seiner Vorfahren Abraham, Isaak und Jakob, der Sch\u00f6pfer dieser Welt, soll angebetet werden.<br>Da naht Unheil aus Osten in Gestalt des K\u00f6nigs Sanherib von Assyrien: Samaria und das Nordreich Israel hat er schon besetzt und unterworfen. Und nun zieht er herauf gegen Jerusalem. Hiskia kann ihn erst einmal mit Gold und Silber aus den k\u00f6niglichen Schatzkammern und dem Tempel hinhalten. Doch Sanherib will mehr &#8211; er m\u00f6chte sich auch Juda einverleiben.<br>Vor den Ohren der Jud\u00e4er wird der lebendige Gott von den Abgesandten des assyrischen K\u00f6nigs verh\u00f6hnt und verspottet. Wie reagiert Hiskia? Er zieht sich Trauerkleider an und geht in den Tempel. Seine Abgesandten schickt er zum Propheten Jesaja mit der Bitte um Rat. Die Boten kommen mit einer guten Nachricht zur\u00fcck zum K\u00f6nig: Assyrien wird sich zur\u00fcckziehen und Sanherib umkommen.<br>Doch die Freude \u00fcber diese Zusage w\u00e4hrt nur kurz. Sanherib l\u00e4sst nicht locker. In einem Brief droht er Hiskia und seinem Volk die Vernichtung an. Wieder sucht Hiskia die N\u00e4he Gottes und breitet den Brief und seine ganze Not im Tempel vor Gott aus. Er flieht ins Gebet. Erstaunlicherweise \u00fcberf\u00e4llt er Gott nicht sofort mit dem, was ihm auf dem Herzen liegt. Er betet Gott erst einmal an als den Gott, der Himmel und Erde gemacht hat, der Herr ist \u00fcber alle K\u00f6nigreiche auf Erden. Dann \u00e4u\u00dfert er seine Bitte: \u201eNeige, Herr, dein Ohr und h\u00f6re! \u00d6ffne, Herr, deine Augen und sieh her!\u201c Er fleht Gott an, Juda aus der Hand des assyrischen K\u00f6nigs zu erretten. Hiskias Blick geht weiter: Daran, dass Gott sich an die Seite Judas stellt, sollen alle K\u00f6nigreiche auf Erden erkennen, dass der Herr allein Gott ist. Gott soll die Ehre zukommen; Menschen sollen Gottes Gr\u00f6\u00dfe sehen, wenn er eingreift.<br>Hiskias Gebet bringt mich ins Nachdenken: Wie reagiere ich in notvollen Situationen? Suche ich Hilfe bei Gott? Und wenn Gott eingreift, bin ich \u201enur\u201c froh und dankbar dar\u00fcber &#8211; oder ist es mir auch ein Anliegen, dass andere Menschen die Gr\u00f6\u00dfe und Allmacht Gottes erkennen?<br>Hiskias Festhalten an Gott ist beeindruckend und macht Mut, Gott in allen Situationen, egal wie schwer und herausfordernd sie sind, zu vertrauen und von ihm Hilfe und Eingreifen zu erwarten.<br>\u00dcbrigens: Die Geschichte ist f\u00fcr Hiskia und das Volk Juda gut ausgegangen. Gott greift ein und schickt seinen Engel: 185.000 Mann im assyrischen Lager werden von diesem geschlagen (was genau passiert ist, wird uns nicht berichtet) und sind am n\u00e4chsten Morgen tot. Auf dem R\u00fcckweg wird K\u00f6nig Sanherib von seinen eigenen S\u00f6hnen umgebracht.<br>Ich w\u00fcnsche uns, dass wir es Hiskia gleichtun und unserem Gott kompromisslos vertrauen.<br>Ihnen allen einen gesegneten Sommer.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-text-align-right wp-block-paragraph\"><em>Angelika Mischinger<\/em><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>September 2021<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Liebe Leserin, lieber Leser,<br>die folgende Begebenheit ist 40 Jahre her. Ich musste an sie denken, als ich unseren Monatsspruch las:<br>Ich war allein im bulgarischen Pirin-Gebirge und verbrachte eine sternenklare Nacht auf dem Gipfel des mehr als 2600 m hohen Besbog. Am n\u00e4chsten Morgen setzte ich meine Wanderung durch das Gebirge fort. Allerdings konnte ich nach einer reichlichen Stunde nicht mehr entdecken, wo mein, offensichtlich selten genutzter, Wanderweg weiterging. Weit und breit waren keine Markierungen mehr zu sehen. Sollte ich umkehren und einen halben Tag mit meinen 20 kg Gep\u00e4ck zur letzten Weggabelung zur\u00fccklaufen? Ich stand an einem Felsabbruch, 1,5 m unter mir begann ein verharschtes Schneefeld, das sich in einem anf\u00e4nglichen Winkel von 45 Grad 200 m ins Tal hinab zog und unten in einer Senke auslief. Ich konnte sehen, dass unweit von dort ein Weg in die Richtung f\u00fchrte, wo ich hinwollte. Umkehren, oder einen riskanten Abstieg \u00fcber das Schneefeld wagen? Ich entschied mich f\u00fcr das Schneefeld\u2026was sehr leichtsinnig von mir war. Kaum hatte ich den zweiten Fu\u00df auf dem Schnee, brach ich bis zu den Achseln ein &#8211; so steckte ich mit meiner Kraxe zwischen Fels und Firn, die Beine baumelten in der Luft und weit und breit niemand! Ich hatte nicht bedacht, dass der tags\u00fcber warme Fels den Schnee in seiner N\u00e4he zum Schmelzen bringt und dass die so trittfest scheinende Oberfl\u00e4che nur eine d\u00fcnne, durch die Luftzirkulation gek\u00fchlte Eisbr\u00fccke war. Irgendwie hab ich es dann geschafft, die Beine auf den Firn zu bekommen und halbwegs heil nach unten zu rutschen.<br>Mehrere Lehren habe ich aus diesem Erlebnis gezogen. Eine davon ist: Manches im Leben scheint mehr zu sein als es ist.<br>Genau davor will der Prophet Haggai die Israeliten warnen, die nach zwei bis drei Generationen aus der Gefangenschaft in Babylon nach Jerusalem zur\u00fcckkehren. Dorthin, wo einst der Tempel stand, den die Babylonier zerst\u00f6rten und der f\u00fcr Israel die Stein gewordene Sicherheit war: \u201eGott ist bei uns\u201c. Aber der Tempel war zerst\u00f6rt! Also suchten sie im Aufbau ihrer Existenz Sicherheit. Ist das nicht naheliegend!? Ja schon &#8211; aber Haggai muss sie daran erinnern: \u201e<strong>Ihr s\u00e4t viel und bringt wenig ein; ihr esst und werdet doch nicht satt; ihr trinkt und bleibt doch durstig; ihr kleidet euch, und keinem wird warm, und wer Geld verdient, der legt\u00b4s in einen l\u00f6chrigen Beute<\/strong>l. (Haggai 1,6) Das Aufgez\u00e4hlte scheint eine Garantie f\u00fcr Leben zu sein. Der Prophet muss aber nun die Heimkehrer erinnern: Als Gesch\u00f6pfe Gottes geh\u00f6rt Gott zu unserem Leben dazu wie Essen und Trinken, wie Kleidung und Geld. Vergesst bei all Eurem Eifer nicht die Beziehung zu ihm. Sucht ihn und fragt und lebt danach, wie er sich unser Leben vorgestellt hat. Dann gelingt euer Leben, dann geh\u00f6ren Schein und Sein zusammen. F\u00fcr Haggai war dieser Appell mit dem Anliegen verbunden: Baut den Tempel wieder auf, damit er euch neben seinem Wort daran erinnert: \u201eGott ist da, wartet auf uns und verleiht unserem Leben erst die richtige Festigkeit.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-text-align-right wp-block-paragraph\">Ihr <em>E.Salewski<\/em><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><span style=\"text-decoration: underline;\">Oktober 2021<\/span><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"> Liebe Leserin, lieber Leser,<br>\u201eJa, ich will mich\u201c, so \u00fcbertitelte die S\u00e4chsische Zeitung einen Artikel vor vier Jahren. Daneben war ein Bild der Italienerin Laura Mesi zu sehen, im Brautkleid mit Hochzeitstorte. Auf der Hochzeitstorte stand, passend zur \u00dcberschrift, nur eine Figur, die Braut. 70 G\u00e4ste waren zur Feier geladen. \u201eSelbst-Heirat\u201c nennt man das. Vor vier Jahren wurde das als \u201eMini-Trend\u201c bezeichnet. (In keinem Land gibt es allerdings f\u00fcr diese Praxis eine rechtliche Verbindlichkeit.) \u201eVerr\u00fcckt\u201c wird jetzt eine ganze Reihe von Ihnen sagen. Und das ist es auch. Liebe zu uns selbst ist ja unerl\u00e4sslich, aber sie so zu feiern?!<br>Ich glaube, dass diese Idee die Spitze eines Eisbergs ist. Wir leben in einer \u00dcberflussgesellschaft, in der wir immer weniger andere Menschen brauchen (so meinen wir): Lebensmittel &#8211; gibt es in der Einkaufshalle; Krankheit &#8211; wir haben die Krankenversicherung; Alter\/Arbeitslosigkeit &#8211; wir haben eingezahlt; Notlagen &#8211; wir haben Versicherungen oder der Staat muss helfen\u2026 Wir geraten in einen Strudel, der uns immer mehr auf <strong>unsere <\/strong>W\u00fcnsche, <strong>unsere <\/strong>Interessen und <strong>unser <\/strong>Fortkommen konzentrieren l\u00e4sst. Hinzu kommt, dass aus der Selbstverst\u00e4ndlichkeit der, freilich z. T. selbst erwirtschafteten, Leistungen in unserem Land ein Anspruchsdenken erw\u00e4chst, das auf vieles andere ausgeweitet wird: \u201eDas steht mir zu!\u201c Ich sage und h\u00f6re folgenden Satz nicht gern, muss ihn aber doch an dieser Stelle verwenden: \u201eEs geht uns zu gut.\u201c Aus diesem Grund schauen wir n\u00e4mlich nur noch selten \u00fcber unseren \u201eTellerrand\u201c hinaus. Ich w\u00fcnsche uns keine schlechteren Zeiten! Ich w\u00fcnsche uns aber das Bewusstsein daf\u00fcr, dass all das Genannte keine Selbstverst\u00e4ndlichkeit ist, die wir einzig unserer Leistung verdanken. Es ist das Ergebnis dessen, dass die von Gott gegebenen Kr\u00e4fte und Gaben bisher in unserem Land gemeinsam klug eingesetzt wurden. So haben wir n\u00e4mlich nun mehr Zeit, <strong>miteinander <\/strong>und nicht nebeneinander her zu leben, so wie es uns der Monatsspruch ans Herz legt:<br><strong>\u201eLasst uns aufeinander achthaben und einander anspornen zur Liebe und zu guten Werken.\u201c<\/strong> (Hebr.10,24)<br>Diesen Satz schrieb der Apostel an eine christliche Gemeinschaft, die sich aus der j\u00fcdischen Gemeinde heraus entwickelt hat. Er fordert eine Gruppe auf, in der die Menschen Christus als ihre Mitte anerkennen und durch ihn verbunden sind. Mit einer solchen Mitte k\u00f6nnen sich unterschiedlichste Menschen leichter ein\u00fcben, nicht immer sich selbst als Dreh- und Angelpunkt von allem zu betrachten &#8211; als bester Partner\/beste Partnerin in ihrer \u201eEin-Personen-Welt\u201c. Sie k\u00f6nnen sich leichter anderen zuwenden. Sicher werden Sie mir Recht geben: Achthaben auf die, die uns durch den gemeinsamen Glauben nahe sind, ist schon schwer genug. Anspornen zur Liebe und zu guten Werken noch mehr. Wenn wir aber hier anfangen, dann f\u00e4llt es uns leichter, der um sich greifenden Selbstbezogenheit der Menschen etwas entgegenzusetzen. Auf diese Weise kann und will Gottes Liebe unsere Welt zum Guten ver\u00e4ndern. \u201eAchthaben ist unser Glaube im Alltag. Damit gestalten wir die Welt\u201c sagt der Theologe Michael Becker. Gestalten Sie doch mit!<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-text-align-right wp-block-paragraph\"><em>Ihr E. Salewski<\/em><\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-text-align-left wp-block-paragraph\"><em> <\/em><span style=\"text-decoration: underline;\">November 2021<\/span><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"> Liebe Leserin, lieber Leser!<br>Was besch\u00e4ftigt Sie in diesen Tagen? Welche Gedanken treiben Sie um, nehmen Ihr Innerstes, Ihr \u201eHerz\u201c, gefangen? W\u00fcrden wir all die einzelnen Punkte zusammentragen, w\u00e4re das sicherlich eine lange Liste.<br>Dem Apostel Paulus ist zu Ohren gekommen, was die von ihm gegr\u00fcndete Gemeinde im griechischen Thessalonich (heute Saloniki) umtreibt. Es kursieren dort ganz unterschiedliche Vorstellungen davon, wann Jesus wiederkommt und wie das geschehen wird. Paulus geht in den beiden Briefen, die er an die Christen dort schreibt, auch auf dieses Thema ein. Und er macht ihnen Mut: <strong>\u201eDer Herr aber richte eure Herzen aus auf die Liebe Gottes und auf das Warten auf Christus.\u201c<\/strong> (2. Thess. 3,5)<br>Das Ziel soll im Blick bleiben, so ermahnt er sie &#8211; und auch uns. Wir sind immer wieder in der Gefahr, uns den Blick \u201evernebeln\u201c zu lassen. So viel st\u00fcrmt auf uns ein! Den einen dr\u00fcckt die Not und das Elend in der Welt nieder, die vielen Kriege und Naturkatastrophen. Andere sind frustriert angesichts der wieder steigenden Corona-Infektionen und der damit einhergehenden Einschr\u00e4nkungen des Alltags. Krankheit oder famili\u00e4re Probleme nehmen die Luft zum Atmen \u2026<br>Gerade in solchen Situationen darf uns der Rat des Paulus aufr\u00fctteln: Schau auf das Ziel. Schau auf Jesus und Sein Kommen. Lass dich nicht ablenken von dem, was dir Angst macht. Nimm wahr, was du siehst; nimm ernst, was dir begegnet. Aber lass dich nicht erschrecken!<br>Jesus kann unser Herz neu ausrichten auf die Liebe Gottes. Und wenn Gottes Liebe uns ausf\u00fcllt, wird das nicht ohne Folgen bleiben. Unser Blick auf die Menschen um uns wird von dieser Liebe bestimmt sein. Wir k\u00f6nnen die Menschen sehen, wie Gott sie sieht.<br>Ein Liedtext von Lars M\u00f6rlid dr\u00fcckt das so aus:<br><em>Unser Leben will von der Liebe bestimmt sein, Liebe, die zum Leben befreit.<br>Unser Leben soll von der Liebe bestimmt sein, Liebe tr\u00e4gt durch \u00c4ngste und Leid.<br>Auf der ganzen Erde suchen Menschen nach der Liebe,<br>Liebe, die ein Haus f\u00fcr ihre Sorgen ist,<br>denn nur allzu oft stehn sie mit ihrem Kummer vor der T\u00fcr,<br>in der Hoffnung, dass man sie dort nicht vergisst.<\/em><br>Ich w\u00fcnsche uns allen, dass wir uns neu auf Gottes Liebe ausrichten lassen, damit wir diese weitergeben k\u00f6nnen &#8211; auf ganz unterschiedliche und vielf\u00e4ltige Weise, jede und jeder auf seine Art. So, wie es Gott uns aufs Herz legt. Er soll uns an der Arbeit finden, wenn er wiederkommt.<br>Wann das sein wird, wissen wir nicht. Die Bibel nennt uns kein Datum. Der letzte Sonntag des Kirchenjahres, der Ewigkeitssonntag, soll uns daran erinnern: Wir warten auf unseren Herrn, der wiederkommt, um alle zu sich zu holen, die ihm vertraut haben. Zu sich, in seine neue Welt.<br>Bis dahin gilt die Zusage: <strong>\u201eDer Herr aber richte eure Herzen aus auf die Liebe Gottes und auf das Warten auf Christus.\u201c<\/strong><br>Ganz herzlich gr\u00fc\u00dft Sie <\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-text-align-right wp-block-paragraph\"> <em>Angelika Mischinger<\/em><\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-text-align-left wp-block-paragraph\"><span style=\"text-decoration: underline;\"> Dezember 2021<\/span><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Liebe Leserin, lieber Leser!<br>\u201eWie lange wirst Du bleiben?\u201c fragt der nicht mehr so ganz frischgebackene Ehemann seine Schwiegermutter vor dem Bahnhof, als er den schweren Koffer in das Auto wuchtet. Etwas geziert antwortet diese: \u201eAch, bis ich Euch auf die Nerven gehe!\u201c Ganz in Gedanken sagt er daraufhin (mehr zu sich): \u201eDa willst Du nach dieser weiten Anreise morgen schon wieder los?\u201c \u2026 Wie die Stimmung im Auto gewesen sein wird, wollen wir lieber nicht weiter vertiefen.<br>Jemanden in unsere Privatsph\u00e4re einzulassen ist nicht so einfach. Als Kinder \u00fcben wir es in der Regel mit Geschwistern und Eltern ein. Sp\u00e4ter bauen wir unser eigenes \u201eUniversum\u201c und fangen mit dem Partner oder der Partnerin an. Mit den Kindern erweitert sich der Kreis. Wir lernen, was miteinander zu wohnen bedeutet. N\u00e4mlich: sich einzuschr\u00e4nken, zu verzichten, sich abzustimmen, zu teilen \u2026 Es hei\u00dft aber auch: verbindliche Gemeinschaft, Hilfe, Erg\u00e4nzung, Gespr\u00e4ch \u2026 Miteinander zu wohnen ist Herausforderung und Geschenk, Aufgabe und Gabe. Miteinander wohnen ist Leben.<br>Unser Monatsspruch erinnert uns daran, dass zu einer Lebensgemeinschaft nicht nur Menschen geh\u00f6ren. Der Prophet Sacharja richtet uns aus, dass Gott zu uns sagt: \u201eAuch ich m\u00f6chte zu deinem Leben geh\u00f6ren!\u201c<br><strong>\u201eFreue dich und sei fr\u00f6hlich, du Tochter Zion! Denn siehe, ich komme und will bei dir wohnen, spricht der HERR.\u201c Sach. 2,14<\/strong><br>Jetzt k\u00f6nnten viele sagen: \u201eIch bin keine Tochter\u201c und alle k\u00f6nnten sagen \u201eIch hei\u00dfe nicht \u201eZion\u201c. \u201eTochter Zion\u201c ist ein Titel, der im Alten Testament manchmal der Stadt Jerusalem gegeben wird, die auf dem Berg Zion erbaut ist. Genau betrachtet ist mit diesem Satz auch nicht die Stadt gemeint, die sich freuen kann, sondern die Leute, die darin wohnen. Also alle, die zu Gottes Volk geh\u00f6ren. Ihnen l\u00e4sst Gott durch den Propheten ausrichten: \u201eFreue dich! Ich, dein Gott, komme zu dir\u201c.<br>Das bedeutet \u201eAdvent\u201c. Gott kommt zu uns durch sein Wort, durch seinen Geist, in Jesus Christus und er wird kommen und diese Welt neu machen. Geht uns ein solcher Gedanke jetzt schon auf die Nerven &#8211; wie dem Schwiegersohn die Ank\u00fcndigung der Schwiegermutter?<br>Oder lassen wir uns darauf ein, dass Gott in unserem Lebenshaus mit wohnt (Was er ja im Grunde seit unserer Taufe tut). Lassen wir ihn mitentscheiden, was bei uns passiert? Fragen wir auch nach seinem Willen? Geh\u00f6rt er zu unserem Leben dazu? Freuen wir uns dar\u00fcber, dass er bei uns wohnt?<br>Wissen wir um all das Gute, was wir durch seine Gegenwart in unserem Leben haben?<br>Wenn nicht, dann feiern Sie dieses Jahr einmal ganz bewusst Advent und denken \u00fcber sein Kommen und \u00fcber sein Wiederkommen nach. Die Bereicherung \u00fcberwiegt bei weitem die Anstrengung, wenn er bei uns wohnt. Es ist ein Grund zur Freude und Fr\u00f6hlichkeit.<br>Ihr E.Salewski<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-text-align-right wp-block-paragraph\">Ihr <em>E. Salewski<\/em><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Januar 2021 Liebe Leserin, lieber Leser, hinter uns liegt eine verwirrende und anstrengende Zeit: Corona-Welle 1: Feste, Feiern und Treffen abgesagt, ja sogar die Ostergottesdienste fanden nicht statt; Lockerungen mit Auflagen, Proteste von Corona-Verharmlosern und Verschw\u00f6rungstheoretikern; Corona-Welle 2.: wieder Proteste (berechtigte und unberechtigte) Weihnachten im kleinsten Rahmen; Silvester und Neujahr auf \u201eSparflamme\u201c; das \u201eHerunterfahren\u201c der &hellip; <a href=\"https:\/\/www.kirche-kodersdorf.de\/?page_id=1707\" class=\"more-link\"><span class=\"screen-reader-text\">Archiv 2021<\/span> weiterlesen<\/a><\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"parent":0,"menu_order":0,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","template":"","meta":{"footnotes":""},"class_list":["post-1707","page","type-page","status-publish","hentry"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.kirche-kodersdorf.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/pages\/1707","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.kirche-kodersdorf.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/pages"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.kirche-kodersdorf.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/page"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.kirche-kodersdorf.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.kirche-kodersdorf.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=1707"}],"version-history":[{"count":5,"href":"https:\/\/www.kirche-kodersdorf.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/pages\/1707\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":1815,"href":"https:\/\/www.kirche-kodersdorf.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/pages\/1707\/revisions\/1815"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.kirche-kodersdorf.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=1707"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}