{"id":1915,"date":"2022-12-29T15:32:25","date_gmt":"2022-12-29T13:32:25","guid":{"rendered":"http:\/\/www.kirche-kodersdorf.de\/?page_id=1915"},"modified":"2023-12-28T11:24:32","modified_gmt":"2023-12-28T09:24:32","slug":"archiv-2023","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/www.kirche-kodersdorf.de\/?page_id=1915","title":{"rendered":"Archiv 2023"},"content":{"rendered":"\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Januar 2023<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Liebe Leserin, lieber Leser,<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">wenn ich auf das Jahr 2022 zur\u00fcckblicke, kommen mir sofort &#8211; ohne nachzudenken &#8211; einige Schlagworte in den Sinn. Der Krieg in der Ukraine, Naturkatastrophen, der Klimawandel und seine Folgen, Inflation, Krankheiten &#8230;<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Man k\u00f6nnte meinen, die Welt ist aus den Fugen geraten. Hat Gott, der Sch\u00f6pfer dieser Welt und allen Lebens, das so gewollt? Oder hat er sich das ganz anders gedacht?<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Zu dieser \u00dcberzeugung kann man kommen, wenn man den Monatsspruch f\u00fcr Januar liest. <strong>\u201eGott sah alles an, was er gemacht hatte: Und siehe, es war sehr gut.\u201c<\/strong> Dieser Vers aus dem Sch\u00f6pfungsbericht zeigt uns, wie Gott seine Sch\u00f6pfung sieht. Er hat sein Werk vollendet: aus Dunkelheit wurde Licht; Pflanzen und Tiere hat er geschaffen und zuletzt den Menschen, dem er den Auftrag gibt, die Erde zu bebauen und zu bewahren.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Wie gehen wir mit diesem Auftrag um? Diese Frage stellt sich uns, wenn wir sterbende W\u00e4lder, verschmutzte Fl\u00fcsse oder durch Plastik verunreinigte Meere sehen. Was k\u00f6nnen wir ganz pers\u00f6nlich dagegen tun &#8211; in unserem ganz privaten Umfeld? Wenn jede und jeder im Kleinen anf\u00e4ngt, wird sich etwas ver\u00e4ndern. Dazu ist Umdenken n\u00f6tig. Nat\u00fcrlich muss sich auch im Gro\u00dfen einiges wandeln, wenn wir Gottes Auftrag nachkommen und seine Sch\u00f6pfung bewahren wollen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>\u201eSiehe, es war sehr gut.\u201c<\/strong> Diese Aussage bezieht auch den Menschen mit ein. Auch mich. Ich bin ein Gesch\u00f6pf Gottes, von ihm gewollt und ins Leben gerufen &#8211; als sein Gegen\u00fcber. Weil Gott Gemeinschaft mit mir haben will. Einfach gro\u00dfartig!<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Das macht mir Mut, als von Gott gewolltes und geliebtes Menschenkind meinen Weg zu gehen. Ihn zu bitten, dass er mir den richtigen Weg zeigt und ihm zu vertrauen, dass er mich f\u00fchrt.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Und wenn ich wieder einmal feststelle, dass diese Welt scheinbar aus den Fugen ger\u00e4t, darf ich wissen, dass Gott sie trotzdem in seiner Hand h\u00e4lt und ihm vertrauen, dass mein Leben bei ihm ein Ziel hat.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">365 Tage hat das Jahr 2023 &#8211; sie liegen vor uns. 365 Tage, um zu entdecken, was Gott alles Wunderbares gemacht hat. 365 Tage, um ihm zu vertrauen, dass er diese Welt in seinen H\u00e4nden h\u00e4lt.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Ich w\u00fcnsche Ihnen ein gesegnetes Jahr 2023.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-text-align-right wp-block-paragraph\"><em>Angelika Mischinger<\/em><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Februar 2023<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Liebe Leserin, lieber Leser,<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">am Ostersonntag erz\u00e4hle ich im Gottesdienst als Einstieg in die Predigt gern einen Witz. Und fast immer befallen mich nach dem Erz\u00e4hlen Zweifel, ob mit meinem Humor etwas nicht stimmt. <strong>Ein <\/strong>Zehntel der versammelten Gemeinde lacht oder schmunzelt. Der Rest schaut mich mit unger\u00fchrter Miene an. Stimmt etwas nicht mit meinem Humor?<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Vielleicht liegt es ja daran, dass die Leute nicht verstehen, warum ich einen Witz erz\u00e4hle? Es ist doch Ostern, da h\u00f6ren wir die beste, fr\u00f6hlichste Botschaft der Welt. Christus hat den Tod besiegt, er ist auferstanden. Da kann man sich doch freuen und lachen! &#8211; Einen Osterwitz zu erz\u00e4hlen, ist aus diesem Grund schon seit dem Mittelalter eine kirchliche Tradition. Nach der tristen Fastenzeit sollte das Lachen in die Kirche zur\u00fcckkehren.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Aber aus irgendeinem Grund h\u00e4lt sich hartn\u00e4ckig die Meinung: \u201eChristsein ist eine ernste Sache.\u201c Warum? Wir h\u00f6ren doch in jedem Gottesdienst einen Teil der \u201eFrohen Botschaft\u201c (was ja \u201eEvangelium\u201c \u00fcbersetzt bedeutet). \u201eFROHE&nbsp; BOTSCHAFT\u201c &#8211; nicht traurige Botschaft. \u2026 Vielleicht hat ja dieses Erleben den Philosophen Friedrich Nietzsche dazu bewogen, von den Christen zu sagen: \u201eSie m\u00fcssten mir erl\u00f6ster aussehen, wenn ich an ihren Erl\u00f6ser glauben sollte!\u201c?<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Gott jedenfalls hat Humor, das ist nicht nur meine pers\u00f6nliche Meinung, &#8211; er hat ihn ja schlie\u00dflich erfunden.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Unser Monatsspruch erz\u00e4hlt ein Beispiel daf\u00fcr: Abraham und Sara haben lange auf ein&nbsp; Kind warten m\u00fcssen, trotz mehrmaliger Verhei\u00dfung Gottes. So lange, bis es biologisch nicht mehr m\u00f6glich war. Und dann, kein Ding ist bei Gott unm\u00f6glich, wurde Sara schwanger und brachte <strong>Isaak<\/strong> zur Welt. In ihrem hohen Alter &#8211; Abraham war 100 Jahre! Nach jahrzehntelangem Hoffen und Zweifeln erf\u00fcllte Gott, was er ihnen verhei\u00dfen hatte. Da sprach Sara: <strong>\u201eGott hat mir ein Lachen zugerichtet!\u201c <\/strong>(1. Mose 21,6) Mit diesem Satz nimmt sie Bezug auf den Namen \u201eIsaak\u201c. Der bedeutet n\u00e4mlich \u201eEr lacht\u201c. Warum Gott die beiden so lange warten lie\u00df? Da k\u00f6nnen wir nur Vermutungen anstellen. Hat <strong>das<\/strong> mit Gottes Humor zu tun? &#8211; Jedenfalls k\u00f6nnen Sara und Abraham nun lachen. Sie haben ein Kind. Sara denkt aber bei diesem Satz sicher auch an die zweite Seite des Lachens. N\u00e4mlich an das Lachen derer, die davon h\u00f6ren. \u201eSara stillt in ihrem hohen Alter ein Kind!\u201c Warum werden sie eigentlich lachen? Schadenfreude? Unverst\u00e4ndnis? Mitf\u00fchlende Erleichterung? Was auch immer, es wird gelacht und Abraham und Sara k\u00f6nnen mitlachen. Martin Luther hat recht, wenn er sagt: \u201eWo Glaube ist, da ist auch Lachen.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Sie sind eingeladen, die fr\u00f6hliche Seite unseres Glaubens zu entdecken: in der Bibel, im Gottesdienst, bei Gespr\u00e4chen, im Gebet\u2026 Das macht Lust auf Glauben. Zum Schluss ein Witz, der das vielleicht ein wenig verdeutlicht: Der Pfarrer redet einem seiner \u201eschwarzen Schafe\u201c ins Gewissen: \u201eKevin, ich f\u00fcrchte, wir werden uns nie im Himmel begegnen&#8230;!\u201c &#8211; Dieser darauf: \u201eNanu, Herr Pfarrer, was haben Sie denn ausgefressen?!\u201c<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-text-align-right wp-block-paragraph\">Ihr <em>E. Salewski<\/em><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>M\u00e4rz 2023<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Ein Brief an Frauen!<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Seit l\u00e4ngerer Zeit m\u00f6chte ich Frauen mal einen Brief schreiben. Ich begegne jeden Tag Frauen in ganz unterschiedlichen Situationen. Ich h\u00f6re dann manchmal, dass jemand kraftlos ist, einfach m\u00fcde, traurig, weil sie meint, den allt\u00e4glichen Dingen nicht mehr gewachsen zu sein. Im Beruf funktioniert man irgendwie. Aber im Vergleich mit anderen f\u00fchlt man sich viel \u201ekleiner\u201c. Die eigene Leistung sch\u00e4tzt man nicht, es kommt einem zu banal vor, was man t\u00e4glich tut. Manchmal fehlen Mut, Konzentration, Lebensfreude. Es gibt eine unerkl\u00e4rliche Ersch\u00f6pfung nach Krankheit.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Vielleicht f\u00fchlen Sie sich angesprochen. Ich kann leider keine pers\u00f6nliche Anrede benutzen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Ich denke an Sie, die Sie gerade krank sind. Sie f\u00fchlen sich schwach und hilflos und doch leisten Sie Gro\u00dfes, weil Sie nicht aufgeben, weil Sie die Symptome der Krankheit ertragen, sich der Therapie mit allen Nebenwirkungen stellen, weil Sie sich nicht nur um sich selbst k\u00fcmmern sondern auch an Ihre Lieben denken und die Arbeit von Therapeuten und Pflegenden sch\u00e4tzen. Sie beginnen jeden Tag neu, auch wenn Sie Angst haben und Schmerzen bei jeder Bewegung erwarten. Sie sind eine Heldin! Ich w\u00fcnsche Ihnen Mut, unersch\u00fctterliche Hoffnung, Geduld und Vertrauen darauf, dass Sie t\u00e4glich die Kraft bekommen, die Sie brauchen. Ich w\u00fcnsche Ihnen behutsame Tr\u00f6ster und Helfer.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Nun denke ich auch an Sie, die Sie so eine Helferin, Tr\u00f6sterin, Begleiterin sind oder mal waren. Sie sind wie Engel! Sie kennen die M\u00fchen der t\u00e4glich gleichen Abl\u00e4ufe, die Sorge um einen Kranken, die Bed\u00fcrftigkeit eines Dementen, die Hilflosigkeit in Altersschw\u00e4che, Depression, tiefer Traurigkeit. Sie wissen, dass Wut, Verzweiflung, Resignation manchmal nicht aufh\u00f6ren wollen, dass man sehns\u00fcchtig auf Besserung, Erleichterung, St\u00e4rkung hofft. Zeit f\u00fcr sich selbst kennen Sie nicht mehr. Ich hoffe, Sie wissen, wie sehr Sie daf\u00fcr geliebt werden. Dankbarkeit, Anerkennung, Liebesbekundungen k\u00f6nnen die Bed\u00fcrftigen oft nicht mehr zeigen. Ich w\u00fcnsche Ihnen Erinnerungen an gute Zeiten. Ich w\u00fcnsche Ihnen zuverl\u00e4ssige, professionelle, verst\u00e4ndnisvolle Partner bei der Bew\u00e4ltigung der gro\u00dfen Aufgabe. Vergessen Sie sich selbst nicht ganz, suchen Sie nach St\u00e4rkung Ihrer Seele und Ihres K\u00f6rpers.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Jetzt denke ich an Sie alle, die Sie Verantwortung tragen f\u00fcr Ihre Familie, Ihre Kinder. Ihr Tag hat nicht genug Stunden. Sie sind vielleicht berufst\u00e4tig und erledigen Eink\u00e4ufe, Fahrdienste, die t\u00e4gliche Hausarbeit und die liebevolle und konsequente Kindererziehung wie nebenbei. \u201eAlles muss irgendwie unter einen Hut, auch wenn dort niemals ausreichend Platz daf\u00fcr ist.\u201c Sie kennen Zukunfts\u00e4ngste, Geldsorgen, Angst um die Kinder sowieso. Sie merken, dass die Partnerschaft leidet, aber was soll man denn noch alles schaffen? Ersch\u00f6pfung und M\u00fcdigkeit scheinen Sie nicht verlassen zu wollen, Aber Sie sind unersetzlich. Sie sind die liebste, die beste Mama \u00fcberhaupt. Ich w\u00fcnsche Ihnen ein gro\u00dfes Herz, scharfe Sinne und viele wertvolle Augenblicke, damit Sie erkennen k\u00f6nnen, was f\u00fcr eine Perle Sie sind. Ich w\u00fcnsche Ihnen unersch\u00f6pfliche Reserven an Liebe und Geduld, die F\u00e4higkeit zu vergeben, zu best\u00e4rken, zu ermutigen, zu organisieren, durchzuhalten \u2026<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Nun denke ich auch an Sie, die Sie eine ganz andere Vorstellung von Ihrem Leben hatten, die Sie entt\u00e4uscht sind, weil so viel zerbrochen ist im Leben, weil so schwere Lasten zu tragen waren, zu viele Verluste hingenommen werden mussten, zu viel Unrecht geschehen ist. Es gibt keinen Trost, kein Besch\u00f6nigen! Sie sind unglaublich stark, wenn Sie nicht hart und verbittert geworden sind, wenn Sie trotz allem Ihr Leben meistern, Freundschaften pflegen und auf andere zugehen k\u00f6nnen. Ich w\u00fcnsche Ihnen Frieden.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Liebe Leserinnen und Leser, Ihnen allen m\u00f6chte ich mit der Jahreslosung sagen: Wir haben den EINEN GOTT, der uns sieht. GOTT liebt uns! Er liebt uns gerade in unserer Unvollkommenheit, in unserer Schw\u00e4che, trotz unserer Misserfolge und trotz unserer Schuld. <strong>\u201eWas kann uns scheiden von der Liebe Christi?\u201c<\/strong> Ich glaube fest: Wer GOTT alles zutraut, wer sich sehnt nach einem festen Glauben an Gott, der bleibt in der Liebe Christi. Auch den kleinsten Glauben sieht GOTT.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Zum Schluss lade ich Sie alle, Frauen und M\u00e4nner, ein zu unserem Weltgebetstags-Gottesdienst nach der Ordnung von Frauen aus Taiwan, die uns von ihrem Leben erz\u00e4hlen. Briefe werden da auch eine Rolle spielen. Wir wollen gemeinsam singen, beten, sehen und h\u00f6ren und auch essen, trinken und miteinander reden.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-text-align-right wp-block-paragraph\">Bleiben Sie beh\u00fctet! Ihre <em>Ulrike Lehel<\/em><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>April 2023<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Liebe Leserin, lieber Leser,<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Benjamin Franklin (1706 &#8211; 1790) &#8211; US-amerikanischer Politiker, Naturwissenschaftler, Erfinder und Schriftsteller bestimmte als Inschrift f\u00fcr seinen Grabstein folgenden selbstverfassten Text:<em> \u201eHier liegt der Leib B. Franklins, eines Buchdruckers, gleich dem Deckel eines alten Buches, aus welchem der Inhalt herausgenommen, und das seiner Inschrift und Vergoldung beraubt ist &#8211; eine Speise f\u00fcr die W\u00fcrmer; doch wird das Werk selbst nicht verloren sein, sondern, wie er glaubt, einst erscheinen in einer neuen, sch\u00f6neren Ausgabe, durchgesehen und verbessert vom Verfasser!\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Das ist ein n\u00fcchterner, aber auch hoffnungsvoller Text, den Franklin da auf seinen Grabstein schreiben lie\u00df. Seine Hoffnung wollte er dem Betrachter des Grabsteines mit einem Bild aus seinem urspr\u00fcnglich erlernten Beruf deutlich machen. Was erz\u00e4hlt dieses Bild?<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Wir Menschen sind wie ein Buch. Unser Leben ist auf den Seiten zwischen den Buchdeckeln festgehalten. Der Einband ist unser K\u00f6rper. Wenn wir sterben, dann vergeht dieser Einband, aber das, was uns ausmacht, unsere Pers\u00f6nlichkeit, unser Leben &#8211; der Text auf den Seiten &#8211; ist damit nicht verschwunden. Der Verfasser des Buches hat ja den Wortlaut. Er gibt das Buch in einer neuen, verbesserten Auflage heraus, mit einem wundersch\u00f6nen, neuen Einband versehen. &#8211; Franklin gibt hier eine Kernaussage unseres Glaubens wieder, n\u00e4mlich, dass wir auf ein Leben nach dem Tod hoffen d\u00fcrfen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Worauf gr\u00fcndet diese Hoffnung? Paulus schreibt in seinem Brief an die Gemeinde in Rom: \u201e<strong>Christus ist gestorben und lebendig geworden, um Herr zu sein \u00fcber Tote und Lebende.\u201c<\/strong> R\u00f6m.14,9<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Das hei\u00dft, mit der Auferstehung Jesu hat Gott best\u00e4tigt, dass ER in ihm selbst Mensch wurde. Damit bekommen sein Reden und sein Handeln besondere Bedeutung, auch sein Tod! Diesen k\u00f6nnen wir wie eine Bezahlung, ein Opfer f\u00fcr unsere Fehler &#8211; was uns von Gott trennt &#8211; betrachten. Und dieses Opfer hat Gott in Jesus selbst gebracht, denn Schuld muss beglichen werden, sonst ger\u00e4t die Welt aus den Fugen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">So kann Paulus von Jesus als \u201eHerr \u00fcber Tote und Lebende\u201c reden. Den Tod hat er durchlitten und er lebt &#8211; bei Gott. Wer also auf Jesus Christus schaut, sich an ihm orientiert und ihm folgt, wird wie er durch den Tod zum Leben finden, wird auferstehen. Das war Franklins Hoffnung und das kann auch unsere sein.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Weil Tod und Auferstehung Jesu so viel Hoffnung in sich bergen, ist der Tag der Auferstehung f\u00fcr uns der Wendepunkt der Zeit. Deshalb feiern wir jedes Jahr Ostern und jede Woche am Sonntag den Auferstehungstag Jesu Christi. Behalten Sie durch Ihr Feiern dieser Tage die Hoffnung in Ihrem Herzen, die Franklin auf seinem Grabstein zum Ausdruck brachte.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-text-align-right wp-block-paragraph\">Ihr <em>E. Salewski<\/em><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Mai 2023<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Liebe Leserin, lieber Leser!<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Im Neukirchener Kalender las ich folgende Geschichte von Ulrich Bach:<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><em>Eine Dame geht an zwei Gehst\u00fctzen durch die Stra\u00dfen einer Gro\u00dfstadt an den Schaufenstern entlang. Pl\u00f6tzlich merkt sie: \u201eEiner meiner Schuhriemen hat sich gel\u00f6st. Was soll ich machen?\u201c Wegen ihrer Behinderung kann sie sich nicht einfach bis zum Fu\u00df b\u00fccken. Wenn sie so weitergeht, k\u00f6nnte sie mit dem offenen Schuh stolpern. Also bittet sie eine Passantin: \u201eK\u00f6nnten Sie so freundlich sein, mir meinen Schuh wieder zuzubinden?\u201c Die angesprochene Dame aber antwortet: \u201eAch, entschuldigen Sie. Da k\u00f6nnte man ja denken, wir geh\u00f6rten zusammen.\u201c Und dann ist sie einfach weitergegangen.<\/em><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Welche Reaktion ruft diese Erz\u00e4hlung in Ihnen hervor? Emp\u00f6rung? Wut? Verst\u00e4ndnis? &#8230;<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Wir k\u00f6nnen nur mutma\u00dfen, warum die angesprochene Frau nicht helfen wollte oder konnte. War es Stolz? Oder Angst, von anderen komisch oder gar ver\u00e4chtlich angeschaut zu werden? Offensichtlich wollte sie nicht mit der hilfsbed\u00fcrftigen Person in Zusammenhang gebracht werden.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Waren Sie auch schon einmal in einer solchen oder \u00e4hnlichen Situation? Und wie haben Sie reagiert? Das biblische Buch der Spr\u00fcche gibt uns f\u00fcr solche F\u00e4lle einen guten Rat mit auf den Weg. Dort lesen wir im 3. Kapitel, Vers 27: <strong>\u201eWeigere dich nicht, dem Bed\u00fcrftigen Gutes zu tun, wenn deine Hand es vermag.\u201c<\/strong> (Luther\u00fcbersetzung 2017).<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Wir werden aufgefordert, hilfsbereit zu sein &#8211; oder wie es w\u00f6rtlich hei\u00dft \u201eGutes zu tun\u201c &#8211; wenn es in unseren M\u00f6glichkeiten steht. Das bezieht sich nicht nur auf das Geben von Geld. Manchmal ist es viel wichtiger, anderen Zeit zu schenken, in der sie \u00fcber das, was sie bewegt, offen reden k\u00f6nnen. Oder einen kurzen Moment der Aufmerksamkeit, der das Gef\u00fchl vermittelt, wahrgenommen zu werden. Oder ein stilles Gebet f\u00fcr eine Person, die mir begegnet. Oder &#8230; Beim weiteren Nachdenken fallen Ihnen sicher noch weitere M\u00f6glichkeiten ein, wie Sie Ihren Mitmenschen Gutes tun k\u00f6nnen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">\u201eIch kann doch nicht die ganze Welt retten!\u201c Dieser Einwand ist berechtigt. Das m\u00fcssen und k\u00f6nnen wir auch nicht. Helfen bis zur Selbstaufgabe, bis zum Zusammenbruch &#8211; das ist nicht Gottes Absicht f\u00fcr unser Leben. Aber da, wo er uns Dinge vor die F\u00fc\u00dfe legt bzw. Menschen \u00fcber den Weg schickt, die in Not sind, sollen wir unsere Augen und H\u00e4nde und auch unser Herz nicht verschlie\u00dfen. Da d\u00fcrfen und sollen wir weitergeben, was er uns gegeben hat. Seien es materielle Dinge oder Zuwendung, ein gutes Wort, die Botschaft des Evangeliums &#8230;<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Und ich bin sicher, wir werden dadurch nicht \u00e4rmer, unser Leben wird bereichert. <em>\u201eDenn die Freude, die wir geben, kehrt ins eigne Herz zur\u00fcck.\u201c<\/em> Diese Lebensweisheit, die fr\u00fcher sehr oft in Poesiealben zu finden war, dr\u00fcckt es sehr treffend aus.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Lassen wir uns in diesem Monat immer wieder daran erinnern, wenn wir Menschen begegnen, die in Not sind: <strong>\u201eVerweigere keinem die n\u00f6tige Hilfe, wenn es in deiner Macht steht.\u201c<\/strong> (nach der \u00dcbersetzung Neues Leben)<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Ich w\u00fcnsche Ihnen gute Begegnungen und dass Sie erfahren, wie durch das Geben Freude in Ihr Herz einzieht.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-text-align-right wp-block-paragraph\"><em>Angelika Mischinger<\/em><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Juni\/August 2023<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Liebe Leserin, lieber Leser,<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">ein Onkel besucht seinen Neffen, der seit einem halben Jahr zum Studium in die Gro\u00dfstadt gezogen ist, in der der Onkel wohnt. Der Neffe freut sich \u00fcber den Besuch und bittet ihn in sein WG- (Wohngemeinschafts-) Zimmer. Neugierig schaut sich der Besucher um und entdeckt an der Wand eine Spiel-Schultafel, die mit kleiner Kreideschrift fast von oben bis unten beschrieben ist. Fragend blickt der Onkel seinen Neffen an. \u201eDie hab ich vor 4 Wochen vor der Sperrm\u00fcllpresse gerettet\u201c, sagt dieser. \u201eMachst du da drauf Notizen f\u00fcr dein Studium?\u201c \u201eOch n\u00f6\u201c, war die etwas verlegene Reaktion. Und dann f\u00fcgt der Neffe nach einigem Z\u00f6gern hinzu: \u201eDa hab ich mal all das aufgeschrieben, wo mich Menschen in den letzten Jahren mit Worten oder Taten sehr verletzt haben und was ich einfach nicht vergessen kann.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">\u201eIst denn da niemand zu dir gekommen und hat um Verzeihung gebeten?\u201c fragt der Onkel nach kurzem \u00dcberlegen. \u201eDoch, schon\u201c, war die Antwort, \u201eaber wenn ich an die einzelnen Leute denke, dann ist der \u00c4rger wieder da.\u201c Schweigen. Unausgesprochen schwebt die Frage im Raum: Wie gehst Du damit um? Nach einer Pause antwortet der Onkel knapp mit einem L\u00e4cheln: \u201eWei\u00dft Du &#8211; ich sag mir bei sowas dann immer &#8211; Schwamm dr\u00fcber!\u201c und deutet mit einem Kopfnicken auf den trockenen Schwamm, der an einem Haken an der unteren Leiste der Tafel h\u00e4ngt. &#8211; So einfach <strong>k\u00f6nnte<\/strong> es sein, aber \u2026!<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Wie w\u00e4re es, wenn wir das \u201eaber\u201c beiseitelassen und nicht auf das Hinderliche, sondern auf das F\u00f6rderliche schauen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Vielleicht hat der Onkel ja zum Beispiel an die Bitte im Vaterunser gedacht: \u201eUnd vergib uns unsere Schuld, wie auch wir vergeben unseren Schuldigern?!\u201c Wer wei\u00df, dass wir von Vergebung leben, der kann auch leichter \u201eSchwamm dr\u00fcber\u201c sagen. Und wenn wir uns <strong>darin<\/strong> einge\u00fcbt haben, dann f\u00e4llt die ganz hohe Kunst des Miteinanders nicht mehr ganz so schwer, von der Jesus Christus in seiner Bergpredigt spricht. Denn dort sagt er<strong>: \u201eLiebt Eure Feinde und betet f\u00fcr die, die euch verfolgen, damit ihr Kinder eures Vaters im Himmel werdet.\u201c<\/strong> (Matth\u00e4us 5,44f)<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Um so handeln zu k\u00f6nnen, geh\u00f6ren Gro\u00dfmut, Vergebung und Liebe dazu. Gertrud von le Fort hat einmal gesagt: \u201eIn der Verzeihung des Unverzeihlichen ist der Mensch der g\u00f6ttlichen Liebe am n\u00e4chsten.\u201c Gott will seine Liebe auf diese Weise durch uns flie\u00dfen lassen. Wir m\u00fcssen diese schwere Aufgabe, liebevoll mit unseren \u201eFeinden umzugehen, also nicht allein bew\u00e4ltigen! Wenn wir uns dann noch in Gro\u00dfmut und Vergebung ein\u00fcben, dann wird die Welt in unserem kleinen Kreis ein wenig friedlicher. Und damit ist dann schon viel, sehr viel gewonnen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Ihr <em>E. Salewski<\/em><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>September 2023<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Liebe Leserin, lieber Leser,<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Jesus fragte einmal seine Freunde (die J\u00fcnger), was die Menschen \u00fcber ihn sagen. Da kamen verschiedene Antworten, die uns eigenartig erscheinen werden, z.B.: Er sei Johannes der T\u00e4ufer, der kurz zuvor durch Herodes hingerichtet worden war. Andere sagten, er sei der Prophet Elia, der vor den Augen seiner Sch\u00fcler neun Jahrhunderte vor Jesus zu Gott entr\u00fcckt wurde. Auch wurde er f\u00fcr Jeremia gehalten, von dem uns seine Botschaft in einem biblischen Buch \u00fcberliefert ist. Jeremia wurde nach der Zerst\u00f6rung Jerusalems durch die Babylonier im Jahr 587 vor Christus nach \u00c4gypten verschleppt und starb dort. Diese Antworten muten eigenartig an und haben einen besonderen Hintergrund. Zur Zeit Jesu erwartete das j\u00fcdische Volk den Retter, der von Gott kommt und das Volk von der Fremdherrschaft der R\u00f6mer befreit und es weise regieren wird. Er wird der \u201eGesalbte\u201c &#8211; \u201eder mit g\u00f6ttlicher Macht Versehene\u201c genannt. Der Titel lautet auf Hebr\u00e4isch \u201eMessias\u201c und ins Griechische \u00fcbersetzt \u201eChristus\u201c. Und dieser Messias sollte von einem der Propheten angek\u00fcndigt werden &#8211; so glaubte das j\u00fcdische Volk. Man hielt Jesus also f\u00fcr einen, der auf den Messias hinweist\u2026<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Und nun wandte sich Jesus an seine J\u00fcnger mit der Frage: <strong>\u201eWer sagt denn <\/strong><strong>ihr<\/strong><strong>, dass ich sei?\u201c<\/strong> (Mt. 16,15) Matth\u00e4us berichtet uns, dass Simon Petrus darauf antwortete: \u201eDu bist Christus, des lebendigen Gottes Sohn.\u201c \u201eDiese Erkenntnis hat dir Gott geschenkt\u201c &#8211; so die Reaktion Jesu auf dieses Bekenntnis. Nun bekommt der Spitzname Simons -\u201ePetrus\u201c &#8211; eine besondere Bedeutung. Der hei\u00dft n\u00e4mlich \u00fcbersetzt \u201eFels\u201c und Jesus setzt hinzu \u201eauf diesem Fels will ich meine Kirche bauen\u201c. Wir lernen aus der Geschichte etwas \u00fcber die \u00fcberragende Bedeutung Jesu. Wir Christen glauben, was Petrus damals bekannt hat. Dass er derjenige ist, der von Gott die Macht bekommen hat, uns Menschen von den Konsequenzen unserer Unf\u00e4higkeit zu retten. Gemeint ist die Unf\u00e4higkeit, Gottes Willen zu befolgen &#8211; die Bibel nennt das S\u00fcnde\/Schuld. Wir glauben, dass Jesus der \u201eMessias\u201c, der Gesalbte, der \u201eChristus\u201c ist. Was Petrus als Erster durch den Geist Gottes bekennen konnte, wurde zur <strong>Grundlage<\/strong> &#8211; zum Felsen der Gemeinschaft der Glaubenden &#8211; wir nenne diese Gemeinschaft \u201eKirche\u201c. Hier leben wir unseren Glauben, hier erfahren wir mehr \u00fcber unseren Glauben. Die Institution gibt diesem Glauben Raum und Unterst\u00fctzung. Petrus hat mit Gottes Hilfe die Bedeutung Christi erkannt &#8211; \u00fcber ihn sind wir mit Gott verbunden. Wer ist denn Jesus f\u00fcr Sie? &#8230; Was Jesus f\u00fcr uns sein will, macht er mit seinen Worten und Taten jedenfalls deutlich: Einer, f\u00fcr den wir im Zweifelsfall alles andere aufgeben w\u00fcrden, f\u00fcr den wir sogar Anfeindungen in Kauf nehmen w\u00fcrden. Er will, wie es Arno Backhaus einmal so sch\u00f6n ausgedr\u00fcckt hat, eine ganz kleine Nummer sein f\u00fcr uns: Die Nummer 1.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-text-align-right wp-block-paragraph\">Ihr <em>E. Salewski<\/em><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Oktober 2023<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Liebe Leserin, lieber Leser,<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">mit dem H\u00f6ren ist das so eine Sache &#8211; beobachten Sie nur einmal Kinder, zu denen etwas gesagt wird. Wird z. B. eine Bitte ge\u00e4u\u00dfert oder eine Ermahnung ausgesprochen, kann man zuweilen den Eindruck bekommen, sie sind alle schwerh\u00f6rig. Doch sagen Sie einmal recht leise Wort wie \u201eetwas zu naschen\u201c oder \u201eEis\u201c&#8230; da wird sogar ein Fl\u00fcstern wahrgenommen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">H\u00f6ren hat auch immer mit H\u00f6ren wollen zu tun. Wenn etwas f\u00fcr mich Anstrengendes oder Unangenehmes gesagt wird, wird es oft ausgeblendet und auch vergessen oder zumindest verdr\u00e4ngt. Getreu dem Motto: \u201eWas ich nicht geh\u00f6rt habe, geht mich auch nichts an!\u201c<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Im Monatsspruch f\u00fcr den Monat Oktober ist auch vom H\u00f6ren bzw. von H\u00f6rern die Rede. Jakobus schreibt in seinem Brief an die noch jungen Christengemeinden: <strong>Seid T\u00e4ter des Worts und nicht H\u00f6rer allein; sonst betr\u00fcgt ihr euch selbst. <\/strong>(Jak. 1,22) Wie es scheint, gab es mit dem H\u00f6ren kein Problem. Die Christen damals glaubten und vertrauten dem Wort Gottes, das ihnen verk\u00fcndigt wurde. Und doch ermahnt Jakobus sie &#8211; er vermisst, dass ihrem Glauben Taten folgen. Ihr Glaube ist f\u00fcr Au\u00dfenstehende nicht sichtbar. Deshalb r\u00fcttelt er sie auf &#8211; und auch uns.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die folgenden Fragen k\u00f6nnen uns zum Nachdenken anregen:<br>&#8211; Was ist mit einem Glauben, der sich nicht im Leben zeigt?<br>&#8211; Was ist, wenn das Vertrauen auf die Liebe Gottes nicht zu einem ver\u00e4nderten Verhalten f\u00fchrt?<br>&#8211; Wie sollen andere die Botschaft des Evangeliums als bedeutsam erkennen, wenn wir uns in unserem Verhalten nicht von anderen unterscheiden?<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Es war damals nicht anders, als es heute ist. Wer meint, man k\u00f6nne zu einem Glauben einladen, der keine Auswirkungen im Leben zeigt, der t\u00e4uscht sich und andere. Denn die Menschen merken schnell, wenn zwar Liebe, G\u00fcte und Barmherzigkeit gepredigt, am Ende im Alltag aber H\u00e4rte, Mitleidlosigkeit und unbarmherzige Ausgrenzung gelebt wird. Und dann wenden sich Menschen entt\u00e4uscht ab. \u00dcberzeugend f\u00fcr den Glauben wirken hingegen Menschen, die ihr Leben so gestalten, dass beides ihrem Glauben entspricht.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Das ist herausfordernd, keine Frage. Aber nur so wird Glaube lebendig und Menschen werden bereit, der Botschaft des Evangeliums zu vertrauen. Helfen wir ihnen dabei &#8211; durch Wort und Tat.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Es gr\u00fc\u00dft Sie ganz herzlich<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-text-align-right wp-block-paragraph\"><em>Angelika Mischinger<\/em><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>November 2023<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Liebe Leserin, lieber Leser,<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">was denken Sie, was der \u201eNabel der Welt\u201c ist? Worum dreht sich alles? &#8230; Die Antwort auf diese Frage f\u00e4llt vermutlich recht unterschiedlich aus. Warum? Es kann doch nur einen Mittelpunkt von allem geben. &#8211; Die Vielfalt der Antworten liegt wohl darin begr\u00fcndet, dass jeder von uns ja in seiner eigenen kleinen Welt lebt, in deren Mittelpunkt wir selbst stehen. Von diesem aus betrachten wir alles und kn\u00fcpfen, je nach Interesse, unsere Beziehungen. Also k\u00f6nnten wir sagen, dass jeder der Nabel seiner Welt ist. Das Problem bei dieser Weltsicht ist, dass es dann mit dem Zusammenleben mit anderen Menschen schwierig wird. Aber diese brauchen wir, denn wir sind Gesellschaftswesen. Also muss jeder von uns seine Welt \u00f6ffnen und sich mit den anderen auf etwas einigen, was die gemeinsame Mitte sein kann. Das ist nicht einfach!<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Das Buch Hiob erz\u00e4hlt davon, dass Hiob in seiner Welt, mit seiner Familie gl\u00fccklich war. Gott hatte einen \u00fcbergeordneten Platz in ihr. Dann verlor Hiob in k\u00fcrzester Zeit fast alles &#8211; nur seine Frau und ein paar Freunde blieben ihm. Wie konnte Gott, der f\u00fcr ihn die Mitte seines Lebens war, das zulassen? Er ist doch Gott, k\u00f6nnte er dann nicht auch das B\u00f6se von Hiob fernhalten?<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Hiob musste etwas lernen, was unserer menschlichen Eitelkeit nicht gerade schmeichelt. Wir k\u00f6nnen nicht der Nabel der Welt sein &#8211; nicht einmal der unsrigen &#8211; auch wenn wir es wollten. Im Gespr\u00e4ch mit einem Freund, der ihn in seinem Leid besucht, \u00e4u\u00dfert dieser die Meinung, dass das B\u00f6se, das Hiob wiederf\u00e4hrt, eine Konsequenz seines Tuns sein muss. Aber Hiob ist sich keiner Schuld bewusst, hat er doch nach Gottes Willen gelebt. Das B\u00f6se muss andere Ursachen haben &#8211; und doch ist Gott Herr \u00fcber alles und liebt seine Menschenkinder, denn <strong>\u201eEr allein breitet den Himmel aus und geht auf den Wogen des Meeres. Er macht den Gro\u00dfen Wagen am Himmel und den Orion und das Siebengestirn und die Sterne des S\u00fcdens.\u201c<\/strong> (Hiob 9,8-9)<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Von Gott kommt alles, auf ihn hin ist alles. Bei ihm finden sich Antworten auf all unsere Fragen. Allerdings werden wir manches nicht verstehen, denn wir k\u00f6nnen die Welt <strong>nur<\/strong> von unserer Warte aus betrachten. So werden wir mit Leid und offenen Fragen leben m\u00fcssen, denn die Welt dreht sich nicht um uns. Wir d\u00fcrfen aber die Zuversicht und Hoffnung haben: Bei Gott ist die Mitte aller Welten, er hat alles in der Hand. Uns, unsere Lieben, diese Erde &#8211; ja das ganze Universum &#8211; er ist der \u201eNabel der Welt\u201c. Und doch steht er an unserer Seite, das zeigt uns Jesus Christus jeden Tag neu.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-text-align-right wp-block-paragraph\">Ihr <em>E. Salewski<\/em><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Dezember 2023<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Liebe Leserin, lieber Leser,<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">\u201ewarten\u201c ist ein kleines Wort f\u00fcr einen sehr umfangreichen Lebensbereich, der auch noch ein ger\u00fctteltes Ma\u00df an Zeit in Anspruch nimmt. Darf man meiner Recherche im Internet glauben, so verbringen wir 374 Tage unseres Lebens im Durchschnitt mit Warten -\u2026 auf was auch immer: auf den Postboten, den versp\u00e4teten Zug, auf einen Besuch oder Anruf, auf eine Diagnose oder einfach nur, dass die Zeit vergeht\u2026 Dabei spielen Geduld, Ausdauer, besonders aber eine \u201eEr-wartung\u201c eine gro\u00dfe Rolle. Mit zunehmendem Alter nehmen die Erwartungen allerdings ab und werden bescheidener. Wird doch die Zeit, in der sich Erwartungen erf\u00fcllen, immer begrenzter und die Erfahrung lehrt uns obendrein, dass das, was wir erwarten, nicht immer das mit sich bringt, was wir erwarten.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Und nun muss ich der Aussage im Internet widersprechen. Denn die 374 Tage, die da als Wartezeit benannt sind, <strong>gelten<\/strong> <strong>f\u00fcr Christen und Juden<\/strong> <strong>nicht<\/strong>. Wir befinden uns n\u00e4mlich &#8211; genau betrachtet &#8211; auf Grund unseres Glaubens in einem \u201eDauer-Wartezustand\u201c. Das treibt, mathematisch gesehen, die Zahl der Wartetage enorm in die H\u00f6he. Aber das ist eine andere Geschichte.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Mir geht es um den \u201eDauer-Wartezustand\u201c und um das Thema \u201eEr-wartung\u201c. Welche Bedeutung beides in unserem Glauben hat, erkennen wir an einem Mann namens Simeon, von dem uns Lukas in seinem Evangelium berichtet. Er war fromm und gottesf\u00fcrchtig und wartete auf den \u201eTrost Israels\u201c. Und der Heilige Geist hatte ihm die Erkenntnis geschenkt, er werde nicht sterben, ehe er den Heiland Gottes gesehen habe. Und so f\u00fchrte Gottes Geist Simeon zu dem Zeitpunkt in den Tempel, als Maria und Joseph Jesus nach dem j\u00fcdischen Gesetz auch dorthin brachten. Als er Jesus bei den beiden sah, erkannte er, wen er vor sich hatte. Simeon nahm ihn in seine Arme und sprach: Herr, nun l\u00e4sst du deinen Diener in Frieden fahren, wie du gesagt hast; denn <strong>\u201emeine Augen haben deinen Heiland gesehen, das Heil, das du bereitet hast vor allen V\u00f6lkern&#8230;\u201c<\/strong> (Lukas 2,30.31)<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Simeon durfte den noch kleinen Retter der Welt sogar in seinen H\u00e4nden halten. Sein langes Warten hatte sich gelohnt. Seine Erwartung ging mehr als in Erf\u00fcllung &#8211; nun hatte er Frieden. Die Advents- und sp\u00e4ter auch die Weihnachtszeit sollen uns an der Erfahrung Simeons teilhaben lassen. Er war Zeuge der Hoffnung, die wir seither haben d\u00fcrfen. Die Grundlage unserer Erwartung ist gelegt: Der, auf den wir warten, ist schon gekommen &#8211; und die Bibel sagt, er wird der Heiland der Welt sein. Denn er kommt wieder und wird alles Kaputte, Zerst\u00f6rte und Getrennte heil machen und Leblosem neues Leben geben. Das bezeugt die Bibel.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Das d\u00fcrfen wir erwarten. Jeder Advent und jedes Weihnachten erinnert und best\u00e4rkt uns: Es lohnt zu warten. Der kommen wird ist der, der kam und Simeon seinen Frieden finden lie\u00df.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Machen Sie das aufs Neue auch zu Ihrer Erwartung! Ich w\u00fcnsche Ihnen dazu viel Geduld und Ausdauer.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-text-align-right wp-block-paragraph\">Ihr <em>E. Salewski<\/em><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Januar 2023 Liebe Leserin, lieber Leser, wenn ich auf das Jahr 2022 zur\u00fcckblicke, kommen mir sofort &#8211; ohne nachzudenken &#8211; einige Schlagworte in den Sinn. Der Krieg in der Ukraine, Naturkatastrophen, der Klimawandel und seine Folgen, Inflation, Krankheiten &#8230; Man k\u00f6nnte meinen, die Welt ist aus den Fugen geraten. 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