{"id":757,"date":"2013-01-29T20:33:52","date_gmt":"2013-01-29T18:33:52","guid":{"rendered":"http:\/\/www.kirche-kodersdorf.de\/?page_id=757"},"modified":"2013-01-31T19:59:20","modified_gmt":"2013-01-31T17:59:20","slug":"archiv-2012","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/www.kirche-kodersdorf.de\/?page_id=757","title":{"rendered":"Archiv 2012"},"content":{"rendered":"<p><a name=\"oben\"><\/a><\/p>\n<blockquote><p>2012<\/p><\/blockquote>\n<p><a href=\"#januar2012\">Januar<\/a><br \/>\n<a href=\"#februar2012\">Februar<\/a><br \/>\n<a href=\"#maerz2012\">M\u00e4rz<\/a><br \/>\n<a href=\"#april2012\">April<\/a><br \/>\n<a href=\"#mai2012\">Mai<\/a><br \/>\n<a href=\"#juni2012\">Juni<\/a><br \/>\n<a href=\"#juliaugust2012\">Juli \/ August<\/a><br \/>\n<a href=\"#september2012\">September<\/a><br \/>\n<a href=\"#oktober2012\">Oktober<\/a><br \/>\n<a href=\"#november2012\">November<\/a><br \/>\n<a href=\"#dezember2012\">Dezember<\/a><\/p>\n<p><a href=\"#oben\">nach oben<\/a><br \/>\n<strong><a name=\"dezember2012\" id=\"dezember2012\">Dezember 2012<\/a><\/strong><br \/>\nLiebe Leserinnen und Leser!<br \/>\nDie dunkle Zeit des Jahres ist f\u00fcr manche Menschen ein Problem. Die Dunkelheit der langen Nacht legt sich nach und nach auf die Seele und beginnt sich im ganzen Menschen auszubreiten. Die Folge ist Niedergeschlagenheit, Antriebslosigkeit, Angst &#8230; \u201eWinterdepression\u201c nennt man das.<br \/>\nIm \u00fcbertragenen Sinne k\u00f6nnen wir \u00e4hnliches auch mit anderen Dunkelheiten unseres Alltags erleben: der Tod Angeh\u00f6riger oder Freunde; die Trennung von Partnern; schwere Krankheiten oder Erlebnisse, Zukunftsangst haben eine \u00e4hnliche Auswirkung. Bei Winterdepression hilft \u201eLichttherapie\u201c, so sagen es Heilkundige und Betroffene. Diese Therapie hat ganz schlicht den Aufenthalt in taghell erleuchteten R\u00e4umen zur Grundlage und hilft tats\u00e4chlich. L\u00e4sst sich das auch auf die anderen Dunkelheiten unseres Lebens \u00fcbertragen?<br \/>\nEine kleine Geschichte erz\u00e4hlt von einem Weisen, in dessen Fenster stets eine Kerze brannte, deren Licht niemals verl\u00f6schen k\u00f6nnte, so sagte man. Zu diesem Mann kamen immer wieder Menschen, in deren Leben es finster geworden war. Auch ein alter Mann war unter ihnen, der vor einiger Zeit durch den Tod seine Frau verloren hatte. \u201eIch komme zu dir, um deine Hilfe zu erbitten\u201c, sagte er. \u201eMein Herz ist voller Traurigkeit. Ich habe die Freude verloren und in mir ist es finster. Gib mir von deinem Licht, vielleicht kann es mein Leben wieder heller machen!\u201c \u201eIch kann dir von meinem Licht geben\u201c, sprach der Weise, \u201eaber h\u00f6re: Dieses Licht ist nur der Abglanz des Lichtes, das in dir brennt. Du musst lernen, dieses innere Licht in dir wieder zu entdecken. Geh nach Hause und betrachte es so oft du kannst.\u201c So tat der Mann. Im Betrachten der Kerze kamen ihm viele Gedanken. Manchmal wurde er noch trauriger. Aber manchmal wurde er auch getr\u00f6stet und froh. Eines Tages sa\u00df er wieder vor der Kerze und hing seinen Gedanken nach, da war es ihm, als ob er eine Stimme h\u00f6rte: \u201eF\u00fcrchte dich nicht. Habe Mut. Ich bin bei dir. Auch f\u00fcr dich wird alles gut!\u201c Diese Worte ver\u00e4nderten sein Leben. Sie klangen  immer wieder in ihm auf. Er hatte Freude und Frieden gefunden. Als die Kerze des Weisen auf seinem Tisch heruntergebrannt war, wusste er, dass er sie nicht mehr brauchte. Das Licht brannte ja in seinem Herzen.<br \/>\nWenn Jesaja den Kindern Israels zuruft:<br \/>\n<b>\u201eMache dich auf, werde licht; denn dein Licht kommt, und die Herrlichkeit des HERRN geht auf \u00fcber dir\u201c (Jes. 60,1)<\/b>, so tut er nichts anderes, als der Weise in unserer Geschichte.<br \/>\nEr erinnert daran: Es kann in deinem Leben hell werden, wenn du das Licht Gottes in deine Finsternis scheinen l\u00e4sst. Wenn du Gott dein Herz \u00f6ffnest. Er kann mit seinem Licht &#8211; mit seinem Wort, mit seiner Gegenwart, mit seiner Kraft &#8211; die Finsternis vertreiben, die sich in uns ausgebreitet hat. Er kann das Licht wieder aufleuchten lassen, das er bei unserer Geburt in unserem Herzen entfacht hat.<br \/>\nDie Geschichte von der Geburt Jesu &#8211; die Weihnachtsgeschichte &#8211; ist das beste Beispiel daf\u00fcr, dass Gottes \u201eLichttherapie\u201c tats\u00e4chlich hilft. Wie l\u00e4sst sich sonst die volle Kirche Heilig Abend erkl\u00e4ren? Ab 1. Weihnachtsfeiertag kommt es allerdings nun darauf an, das Leben, Sterben und Auferstehen dieses Kindes zu betrachten, der von sich sp\u00e4ter gesagt hat: \u201eIch bin das Licht der Welt\u201c &#8211; damit die Finsternis uns nicht wieder \u00e4ngstet. Dieses Licht verlischt im Gegensatz zu der Kerze des Weisen nie. Wir k\u00f6nnen unser Leben durch seine Betrachtung immer neu erleuchten lassen &#8211; und das nicht nur in der und Advents- und Weihnachtszeit.<\/p>\n<div align=\"right\">Ihr E. Salewski<\/div>\n<p><a href=\"#oben\">nach oben<\/a><br \/>\n<strong><a name=\"november2012\" id=\"november2012\">November 2012<\/a><\/strong><br \/>\nLiebe Leserin! Lieber Leser!<br \/>\nWenn ich ein Haus bauen m\u00f6chte, dann werde ich doch sehr genau \u00fcberlegen, welcher Typ es sein und wann es gebaut werden soll; welche Firma ich nehme, wie die Innengestaltung sein und mit welchem Material alles ausgef\u00fchrt werden soll. Oder? Und warum ist mir das alles so wichtig?<br \/>\nWeil mich der Bau viel Kraft und Zeit kosten und die Finanzierung lange Jahre belasten wird; weil mir das Haus auch in 10 Jahren noch gefallen und weil alles sinnvoll und handhabbar sein soll.<br \/>\nSie k\u00f6nnen sich nun sicher die Entt\u00e4uschung, den \u00c4rger, ja die Trauer eines Bauherrn vorstellen, wenn sich nach aller Vorbereitung und M\u00fche bald nach dem Einzug herausstellt, dass das Material nichts taugt, das verwendet wurde. Dass die W\u00e4nde Risse bekommen; dass das verbaute Holz noch weiter schrumpft und der Putz zerbr\u00f6selt; dass die Feuchtigkeit in den W\u00e4nden hochsteigt und die Dachziegel nach dem ersten Winter zu br\u00f6ckeln beginnen&#8230; &#8211; dass das Haus, in dem Sie wohnen wollen, in das Sie viel investiert haben f\u00fcr Sie als Heim einfach nicht taugt?!<br \/>\nPaulus erinnert mit unserem Monatsspruch die Gemeinde in Korinth daran, dass sich Gott die Gemeinschaft der Glaubenden als Wohnstatt ausgesucht hat. <b>\u201eWir sind der Tempel des lebendigen Gottes.\u201c 2.Kor.6,16<\/b><br \/>\nDie Gemeinde in Korinth, ja, die Gemeinden sind das Haus, in dem Gott wohnen m\u00f6chte.<br \/>\nDie Juden lebten Jahrhunderte lang mit der Gewissheit im Herzen, dass Gott ihnen im Tempel von Jerusalem n\u00e4her war als an sonst einem Ort auf der Erde. Sie lebten in der Gewissheit: Gott wohnt im Tempel bei uns. Paulus aber sagt: Gott hat sich eine andere Wohnung ausgesucht. Er m\u00f6chte mitten unter uns wohnen.<br \/>\nUnd das bedeutet, <b>wir<\/b> sind das \u201eMaterial\u201c, aus dem unser Herr sich seine Wohnung, sein Haus errichtet. Und er m\u00f6chte sich \u00fcber dieses Haus so freuen k\u00f6nnen, wie jeder andere Bauherr auch.<br \/>\nWas f\u00fcr eine Aufgabe an alle Christen durch die Jahrhunderte! Gutes Material zu sein f\u00fcr Gottes Wohnung. Und dann ist jeder\/jede von uns gefordert, seine Aufgabe zu entdecken. Geh\u00f6re ich zum M\u00f6rtel, der die Steine miteinander verbindet? Oder bin ich einer der Steine? Bin ich Leuchter oder Dachziegel, Fenster, T\u00fcr oder Kirchenbank? Und was hei\u00dft das nun konkret f\u00fcr mich? Durch Fenster kommt Licht in das Geb\u00e4ude und andere sehen, dass Leben darin ist. Was also ist f\u00fcr mich als Fenster zu tun? Als M\u00f6rtel, als Stein&#8230;<br \/>\nWenn jede\/jeder das von uns herausgefunden hat, dann ist die n\u00e4chste Aufgabe zu entdecken, wie wir diesen Platz mit <b>Qualit\u00e4t <\/b>ausf\u00fcllen. Dazu muss ich wissen: Ich bin n\u00f6tig, damit das Haus eine gute und w\u00fcrdige Wohnung Gottes ist und mein Dasein bekommt dadurch einen unsch\u00e4tzbaren Wert. Dazu muss ich wissen: Aus dem Wort Gottes, aus Predigt, Gebet und durch das Miteinander erfahre ich, was ER von mir als M\u00f6rtel, Fenster, Leuchter&#8230; erwartet. Und ich muss wissen, dass ich Qualit\u00e4t nicht allein durch meine Bem\u00fchung bekomme, sondern dadurch, dass Gott mir diese Qualit\u00e4t durch seinen Heiligen Geist geben will.<br \/>\nAlso &#8211; auf geht\u2019s, machen wir unserem Bauherrn Freude und suchen unseren Platz in seinem Haus, und geben wir uns M\u00fche, dass er mit Freude darin wohnt. <\/p>\n<div align=\"right\">Ihr Ekkehard Salewski<\/div>\n<p><a href=\"#oben\">nach oben<\/a><br \/>\n<strong><a name=\"oktober2012\" id=\"oktober2012\">Oktober 2012<\/a><\/strong><br \/>\nLiebe Leserin, lieber Leser!<br \/>\nDer Monatsspruch f\u00fcr den Oktober 2012 entstammt den Klageliedern des Propheten Jeremia.<br \/>\nDort sind seine Klagen und Gebete angesichts der Zerst\u00f6rung Jerusalems \u00fcberliefert. Nach mehr als f\u00fcnfzig Versen des Klagens kann dieser Mann Gottes auf eine innere Stimme h\u00f6ren. Sein Anklagen erf\u00e4hrt einen Schwenk. Spricht er noch im 3. Kapitel Vers 19: \u201eGedenke doch, wie ich so elend und verlassen, mit Wermut und Bitterkeit getr\u00e4nkt bin!\u201c So hei\u00dft es danach: \u201eDu wirst ja daran gedenken, denn meine Seele sagt mir&#8217;s. Darum hoffe ich noch: Die G\u00fcte des Herrn ist&#8217;s, dass wir nicht gar aus sind, seine Barmherzigkeit hat noch kein Ende, sondern ist alle Morgen neu, und deine Treue ist gro\u00df. Der Herr ist mein Teil, darum will ich auf ihn hoffen. Denn der Herr ist freundlich dem, der auf ihn harrt, und dem Menschen, der nach ihm fragt. (3. Kapitel, Vers 25)<br \/>\nNachdem ich die vorherigen Kapitel der Klagelieder gelesen hatte und mich auch mit der Biographie des Jeremia besch\u00e4ftigte, ist es f\u00fcr mich schon erstaunlich, wie dieser Mensch wieder zu hoffen be-ginnt und sogar zu Worten findet, wie: \u201eEs ist ein k\u00f6stlich Ding, geduldig sein und auf die Hilfe des Herrn hoffen.\u201c (3. Kapitel, Vers 26) H\u00e4ngt es vielleicht damit zusammen, dass er zun\u00e4chst alle Last mit seinem Klagen zu Gott bringt, also f\u00f6rmlich abl\u00e4dt? Er bleibt nicht im Seufzen h\u00e4ngen, sondern bricht zu neuem Vertrauen auf die G\u00fcte und Treue Gottes durch. Er rettet sich, sinnbildlich gespro-chen, auf sicheres Terrain, wenn er sich daran erinnern  l\u00e4sst, \u201edass Gott nicht f\u00fcr immer verwirft, sondern Gedanken des Heils und der Erziehung mit uns hat.\u201c (Hans Bruns) Ich habe den Eindruck, nach seinen Klagegebeten erf\u00e4hrt Jeremia echte Entlastung. Er kann auf seine innere Stimme h\u00f6ren und der Blick nach oben wird frei.<br \/>\nBei den Worten Harren und Hoffen werden einige bestimmt auch an eine landl\u00e4ufige Redensart erin-nert, wo es hei\u00dft: \u201eDurch Hoffen und Harren wird  mancher zum Narren.\u201c<br \/>\nWenn mir jemand mit dieser Weisheit kommt, werde ich wahrscheinlich entgegnen: \u201eIch bin Christi Narr, und wessen Narr bist du?\u201c<br \/>\nDer Apostel Paulus sieht sich und seine Mitstreiter als \u201eNarren Christi\u201c, als er gegen die \u00dcberheblich-keit der Korinther angeht. (1. Brief an die Gemeinde in Korinth, Kap. 4, Vers 10)<br \/>\nEs kommt halt darauf an, auf wen oder was ein Mensch hofft und wessen man harrt.<br \/>\nDarum ist es ratsam, unseren Monatsspruch mit der richtigen Betonung zu buchstabieren. N\u00e4mlich:<br \/>\n\u201eDer Herr ist freundlich dem, der auf ihn harrt und dem Menschen, der nach ihm fragt.\u201c<br \/>\nBei der Vokabel Harren kommt mir der beeindruckende Gesang in einer Kantate in den Sinn. Dort ist es dem Komponisten bei der Vertonung der Texte aus Psalm 42 bzw. 43 auf geniale Weise gelungen, genau das Gegenteil von dem zu verdeutlichen, was der Volksmund mit dem \u201ezum Narren machen\u201c bewirken will. M\u00e4chtig gewaltig singt dort der Chor wiederholt: \u201eHARRE AUF GOTT!\u201c.<br \/>\nDas kann und will uns Christenmenschen zu fr\u00f6hlicher Gelassenheit im Alltag verhelfen.<br \/>\nF\u00fcr mich bedeutet dieses Harren, ganz fest mit der Gegenwart Gottes zu rechnen, seine M\u00f6glichkeiten in das t\u00e4gliche Leben einzubeziehen.<br \/>\nLassen Sie sich, liebe Leserin und lieber Leser, durch den Monatsspruch an die Menschenfreundlich-keit unseres Gottes erinnern. Seine G\u00fcte ist alle Tage neu.<\/p>\n<div align=\"right\">Mit lieben Gr\u00fc\u00dfen bin ich Ihr Gottfried Seidel vom Bahnhof.<\/div>\n<p><a href=\"#oben\">nach oben<\/a><br \/>\n<strong><a name=\"september2012\" id=\"september2012\">September 2012<\/a><\/strong><br \/>\nLiebe Leserin! Lieber Leser!<br \/>\nDer Prophet Jeremia hatte dem Volk Israel eine Menge Unbequemes zu verk\u00fcndigen \u2013 im Gegensatz zu vielen anderen Propheten seiner Tage, denen er auch noch sagen musste, dass sie falsche Propheten seien. Diese redeten dem Volk nach dem Mund; sie hatten nur gute Nachrichten von einem \u201elieben Gott\u201c und eine \u201ealles wird gut\u201c-Botschaft.<br \/>\nJeremia dagegen hatte Gericht anzusagen, Gottes Gericht \u00fcber sein Volk Israel, das ihm wieder einmal den R\u00fccken gekehrt hatte. Gott wollte nicht F\u00fcnfe grade sein lassen! Und er musste das Gottesbild des Volkes zurecht r\u00fccken: Gott ist nicht nur ein Gott, der uns nahe ist; der zu unserer Verf\u00fcgung steht; der unsere W\u00fcnsche erf\u00fcllt; der zu allem Ja und Amen sagt; den wir zu kennen meinen. Nein, im Gegenteil: Er ist auch ein unnahbarer Gott, der sich von seinem Volk distanziert; der Herrscher und Richter ist; der zu Bu\u00dfe und Umkehr aufruft. Diese Botschaft war und ist bis heute unbequem.<br \/>\nAuch die Menschen der Bibel lebten mit dieser Spannung. Viele Psalmbeter erlebten Gott einmal nah und einmal als fernen Gott. Und wie erging es Jesus, als er am Kreuz f\u00fcr uns litt und starb? Er schrie zum Vater: Mein Gott, mein Gott, warum hast du mich verlassen? Er kannte die N\u00e4he seines Vaters im Himmel und musste nun im tiefsten Schmerz auch diese Ferne aushalten.<br \/>\nWie ergeht es uns beim Nachdenken \u00fcber dieses Bibelwort? Wie erleben wir Gott \u2013 nah oder fern? Mit diesem Gegensatz m\u00fcssen wir in unserem Glauben leben. Wenn wir begriffen haben, dass Gottes Gnade uns vom Gericht errettet, wird sie um so wertvoller f\u00fcr uns. Wenn wir Gott als fernen Gott erleben, ist er keinesfalls abwesend. Aber vielleicht haben wir uns wie das Volk Israel zur Zeit Jeremias von ihm abgewandt, ihm den R\u00fccken gekehrt? Er bleibt uns trotzdem zugewandt und ist immer nur ein Gebet von uns entfernt. Und gerade darin zeigt sich Gottes Liebe zu uns, dass er uns zu Bu\u00dfe und Umkehr ruft und uns wieder in seiner N\u00e4he haben m\u00f6chte.<br \/>\nBeim Nachdenken \u00fcber den Monatsspruch fiel mir eine Geschichte ein, die ich vor einiger Zeit gelesen hatte. Eine junge Frau aus einer Gruppe junger Erwachsener mit Down-Syndrom hatte schreckliche Angst vor Regen und geriet schon beim Anblick von Wolken in Panik. Sie f\u00fcrchtete, sie k\u00f6nnte sich im Regen aufl\u00f6sen. Ein junger Mann aus dieser Gruppe k\u00fcmmerte sich r\u00fchrend um sie und lieh ihr immer seine Jacke und einen Regenschirm. Immer wieder wies er sie darauf hin, dass doch hinter den Wolken trotzdem die Sonne scheint. Doch sie wollte das nicht recht glauben. Eines Tages machten sie eine Reise mit dem Flugzeug. Sie starteten bei bedecktem Wetter und als das Flugzeug durch die Wolkendecke flog, war pl\u00f6tzlich strahlender Sonnenschein und sie f\u00fchlte sich wohl und war \u00fcbergl\u00fccklich.<br \/>\nSo erleben wir Gott manchmal \u2013 als w\u00e4re er hinter Wolken verschwunden. Und dann brechen wir im Gebet zu ihm durch und erleben befreiend und froh machend: Er ist uns wieder nah und wir d\u00fcrfen seine N\u00e4he, nach der wir uns gesehnt haben, auch wieder sp\u00fcren und erfahren.<br \/>\nLassen Sie uns diese Sehnsucht nach Gottes N\u00e4he nicht verlieren \u2013 er hat uns im Blick, auch wenn er uns fern scheint.<br \/>\nIch w\u00fcnsche Ihnen ein gutes Nachdenken.<\/p>\n<div align=\"right\">Angelika Mischinger<\/div>\n<p><a href=\"#oben\">nach oben<\/a><br \/>\n<strong><a name=\"juliaugust2012\" id=\"juliaugust2012\">Juli\/August 2012<\/a><\/strong><br \/>\nLiebe Leserin! Lieber Leser!<br \/>\nWenn sch\u00f6ne Musik im Radio kommt oder eine interessante Sendung im Fernsehen, dann stellen wir das Ger\u00e4t lauter, damit wir alles gut h\u00f6ren. Das tun wir, ohne gro\u00df dar\u00fcber nachzudenken. Wenn jemand uns etwas Wichtiges erz\u00e4hlt, dann werden wir daf\u00fcr Sorge tragen, dass niemand \u201edazwischenquatscht\u201c, damit wir alles verstehen &#8211; auch das bedarf keiner gro\u00dfen \u00dcberlegung. Nicht ganz so selbstverst\u00e4ndlich, aber immer \u00f6fter lassen sich Menschen ein H\u00f6rger\u00e4t anfertigen, wenn die Ohren beginnen ihren Dienst zu versagen.<br \/>\nDas ist alles ganz normal, denn h\u00f6ren bedeutet verstehen, sich verst\u00e4ndigen und Anteil haben am Leben &#8211; h\u00f6ren hei\u00dft Gemeinschaft haben.<br \/>\nEs liegt also in unserem ureigensten Interesse, wenn wir alles, was in unserer Macht steht, daf\u00fcr tun, dass wir h\u00f6ren k\u00f6nnen, was f\u00fcr unsere Ohren bestimmt ist.<br \/>\nGenau das hat Jesus im Blick, wenn er sagt: <b>\u201eMit welchem Ma\u00df ihr messt, wird man euch wieder messen\u201c<\/b>. Mk. 4,24<br \/>\nVielleicht fragen Sie sich jetzt: Was hat das mit H\u00f6ren zu tun? Geht das nicht eher in die Richtung der Worte Jesu \u201eRichtet nicht, damit ihr nicht gerichtet werdet?\u201c<br \/>\nWir k\u00f6nnen den Satz tats\u00e4chlich auch in diesem Sinne verstehen. Jesus geht es aber in dem Text, in den unser Monatsspruch eingebettet ist, um das H\u00f6ren auf Gottes Wort.<br \/>\nUnd so hat der Bibelvers folgende Botschaft f\u00fcr uns:<br \/>\nH\u00f6re nicht nur halb hin bei dem, was Jesus dir f\u00fcr dein Leben sagen will. Lass dich durch andere Botschaften nicht von Jesu Wort ablenken. Schalte beim H\u00f6ren von Gottes Wort nicht schon eher ab, weil du dir in Gedanken bereits \u00fcberlegst, was du antworten willst. Wenn du dich n\u00e4mlich so verh\u00e4ltst, werden dich nur halbe Botschaften und Worte Gottes erreichen, die du nicht verstehst. Denn in dem Ma\u00dfe, wie wir Gottes Wort beachten, wird uns Erkenntnis und Erfahrung mit seinem Wort zugemessen. Das hei\u00dft, wir berauben uns wesentlicher geistlicher Nahrung, denn \u201eder Mensch lebt von einem jeden Wort, das aus dem Munde Gottes geht.\u201c<br \/>\nWarum also sollten wir mit Gottes Wort anders verfahren als mit Johann Sebastian Bachs Werken oder mit \u201eYesterday\u201c von den Beatles? Warum sollten wir ihnen weniger Beachtung schenken als einem guten Rat eines vertrauten Freundes? Und warum sollten wir keine Hilfsmittel benutzen, wenn wir merken, wir verstehen nicht alles, was da gesagt wird? Mir fallen da keine Gr\u00fcnde ein.<br \/>\nAlso &#8211; messen wir dem Wort Gottes so viel Aufmerksamkeit bei, wie es geht, dann werden wir gest\u00e4rkt, ermutigt und getr\u00f6stet. Am besten geht das, wenn wir es uns zusprechen lassen im Gottesdienst, in den Gruppen, im Radio und im Fernsehen; beim Lesen in der Bibel und im Gebet. Und dann lassen Sie sich \u00fcberraschen, was Sie alles von Gott erfahren.<\/p>\n<div align=\"right\">Ihr E. Salewski<\/div>\n<p><a href=\"#oben\">nach oben<\/a><br \/>\n<strong><a name=\"juni2012\" id=\"juni2012\">Juni 2012<\/a><\/strong><\/p>\n<p>Liebe Leserin! Lieber Leser!<br \/>\nKennen Sie solche Gedanken?:<br \/>\nDas hab\u00b4 ich mir alles verdient: <b>Gesundheit<\/b> &#8211; weil ich mich ausreichend bewege, zum Arzt gehe und mich gesund ern\u00e4hre; <b>Wohlstand<\/b> &#8211; weil ich flei\u00dfig bin und die Arbeit nicht scheue; <b>Achtung<\/b> &#8211; weil ich andere vern\u00fcnftig behandle und mich anst\u00e4ndig benehme; <b>Anerkennung<\/b> &#8211; weil ich nicht nur auf mich schaue und auf die Uhr; <b>Frieden<\/b> &#8211; weil ich auch einstecke, wo ich nicht ausgeteilt habe; <b>Liebe<\/b> &#8211; weil ich mich bem\u00fche liebenswert und aufmerksam zu sein; <b>Freunde<\/b> &#8211; weil ich anrufe und mir Zeit f\u00fcr andere nehme&#8230;<br \/>\nUnd das habe ich auf keinen Fall verdient: <b>Krankheit<\/b> &#8211; siehe oben; <b>Armut<\/b> &#8211; siehe oben; <b>Mi\u00dfachtung<\/b> &#8211; siehe oben; <b>Gleichg\u00fcltigkeit<\/b> &#8211; siehe oben; <b>Unfrieden<\/b> &#8211; siehe oben; <b>Hass<\/b> &#8211; siehe oben; <b>Einsamkeit<\/b> &#8211; siehe oben&#8230;<br \/>\nJeder von uns ist der Mittelpunkt einer kleinen Welt \u2013 unserer Welt. Und diese gestalten wir so, wie wir es uns vorstellen und wie wir dazu in der Lage sind. So ist unsere Meinung, so ist unser Bem\u00fchen, so leben alle um uns herum und so zeigen es Film und Fernsehen.<br \/>\nDie Frage allerdings ist: Stimmt diese Sicht? Ist die Welt so? Haben wir wirklich all das verdient und steht uns das auch alles wirklich zu, wenn wir uns nur entsprechend verhalten?<br \/>\nSie merken an meinen Fragen schon, dass man das auch anders sehen kann!<br \/>\nSo schreibt Paulus in seinem Brief an die Korinther:<b>\u201eDurch Gottes Gnade bin ich, was ich bin.\u201c 1. Kor.15, 10 <\/b><br \/>\nWenn wir so das Leben betrachten, bricht zwar unsere kleine Welt, die wir uns aufgebaut haben, auf. Wir geben ja  nun dem Wirken Gottes Raum, der wahrlich nicht in eine solch kleine \u201eKugel\u201c hineinpasst. Unser Weltbild aber wird auf heilsame Weise zurechtger\u00fcckt. Denn es ist ja doch nicht so, dass wir alles bekommen, was wir verdienen. Wieso wird sonst jemand krank, der alles beachtet und wieso bleibt der vom Krebs verschont, der raucht? Wieso ist jemand arm, der flei\u00dfig ist und wieso schwimmt jemand in Geld, der wahrlich nicht viel daf\u00fcr tut&#8230;?<br \/>\nWenn wir also unser Leben, wenn wir alle M\u00f6glichkeiten, die das Leben uns bietet, als Gabe Gottes ansehen, dann \u00e4ndert sich der Blick auf die Welt. Dann \u00e4ndern sich auch nach und nach unsere Einstellung und unser Leben. Dann steht uns nichts zu. Nicht Geld, nicht Gesundheit, nicht Achtung &#8230; Dann d\u00fcrfen wir uns \u00fcber Gottes Gnade freuen, dann ist alles Geschenk. Dann entdecken wir viel eher, was uns Gott anstelle der einen oder anderen Gabe gegeben hat. Diese Erkenntnis des Paulus ist keine Theorie. Er hat diese Sicht im Laufe seines Lebens gelernt. Wenn wir seine Briefe und die Apostelgeschichte lesen, dann erfahren wir einiges \u00fcber ihn. Er war: &#8211; ein kluger Kopf, &#8211; krank, &#8211; von seiner Gestalt nicht besonders beeindruckend, &#8211; in seinen Reden nicht leicht zu verstehen. Er musste sein Weltbild total auf den Kopf stellen. Er erfuhr viel Ablehnung, aber auch Segen&#8230; Er war ein ganz normaler Mensch, der aber gelernt hat, alles aus Gottes Hand zu nehmen. So konnte er sich an Gutem freuen und Verlust und Mangel nicht als Niederlage, sondern als Gottes besonderen Weg mit ihm sehen.<br \/>\nWas Paulus erkannte, gilt auch uns: Durch Gottes Gnade sind wir, was wir sind.<br \/>\nVersuchen Sie doch einmal in den n\u00e4chsten Tagen, diesem Gedanken Platz in ihrem Leben zu machen. Sehen Sie ihr Gut und Ihre Freunde als Gnade Gottes. Was \u00e4ndert sich dadurch? (Fangen Sie nicht mit dem wahrscheinlich Schwersten, mit Gesundheit an. Dazu braucht es die \u00dcbung mit den anderen Gaben.)<\/p>\n<div align=\"right\">Ihr E. Salewski<\/div>\n<p><\/br><\/p>\n<p><a href=\"#oben\">nach oben<\/a><br \/>\n<strong><a name=\"mai2012\" id=\"mai2012\">Mai 2012<\/a><\/strong><br \/>\nLiebe Leserin, lieber Leser,<br \/>\nder Monatsspruch f\u00fcr den Monat Mai nimmt uns mitten hinein in das Leben der ersten Christengemeinden. Dort gab es Menschen, die es mit ihrem Glauben sehr, sehr genau nahmen. Die sich selbst Regeln auferlegten, die recht streng waren und die meinten, alle anderen h\u00e4tten sich auch an diese Regeln zu halten. Sie forderten Ehelosigkeit und das Einhalten strenger Speiseordnungen.<br \/>\nIn diese Situation hinein schreibt Paulus an seinen Sch\u00fcler Timotheus als Mahnung und zur Erinnerung: \u201eAlles, was Gott geschaffen hat, ist gut, und nichts ist verwerflich, was mit Danksagung empfangen wird.\u201c Paulus weist darauf hin, dass die Sch\u00f6pfung Gottes gut ist (so wird es uns auch auf den ersten Seiten der Bibel berichtet) und dass wir uns \u00fcber Gottes gute Gaben freuen und sie genie\u00dfen d\u00fcrfen.<br \/>\nF\u00fcr Paulus, der selbst aus freien St\u00fccken ehelos lebte, war Sexualit\u00e4t ein Geschenk Gottes, an dem wir uns im Rahmen der Ordnungen Gottes erfreuen d\u00fcrfen. &#8211; Wann haben wir Gott das letzte Mal daf\u00fcr gedankt?<br \/>\nDer zweite Punkt, auf den Paulus eingeht, ist das Verbot bestimmter Speisen. Er verweist darauf, dass nichts verwerflich ist, was wir dankbar aus Gottes Hand nehmen. In seinen Worten klingt die von ihm an anderer Stelle genannte \u201eFreiheit der Christen\u201c an. Darf ich das, was ich f\u00fcr mich als richtig erkannt habe, anderen \u00fcberst\u00fclpen? Sicher ist es manchmal gut, aus gesundheitlichen Gr\u00fcnden auf das eine oder andere zu verzichten. Doch darf ich das auch anderen vorschreiben? Es w\u00fcrde uns gut tun, einmal \u00fcber diese Frage nachzudenken.<br \/>\nEinen anderen Aspekt aus unserem Monatsspruch m\u00f6chte ich noch aufgreifen: die Dankbarkeit. Sind wir Gott dankbar f\u00fcr die Wunder seiner Sch\u00f6pfung? Gerade jetzt im Fr\u00fchjahr k\u00f6nnen wir dar\u00fcber ins Staunen kommen. Sehen wir die Gaben Gottes noch oder sind sie f\u00fcr uns selbstverst\u00e4ndlich? Hat die Dankbarkeit einen Platz in unserem Leben? Oder leben wir wie die Familie des kleinen Fritz? Da war ein Schulkamerad zu Besuch und fragte: \u201eBetet ihr denn nicht vor dem Essen?\u201c Fritz antwortete: \u201eWir m\u00fcssen nicht beten. Meine Mutter kann kochen.\u201c<br \/>\nVertrauen wir auf unsere eigene T\u00fcchtigkeit oder sehen wir auch unsere Begabungen, unser K\u00f6nnen als gute Gaben Gottes, die uns dankbar machen?<br \/>\nWenn wir danken, werden wir erleben, wie sich unser Blickwinkel ver\u00e4ndert \u2013 wir lernen die Welt mit Gottes Augen zu sehen. Und unser Leben kann eine neue Ausrichtung bekommen. Vielleicht ergeht es uns dann wie jenem Mann in einer kleinen Geschichte, die ich k\u00fcrzlich las:<br \/>\nEine Erzieherin in einem Kindergarten hatte mit den Kindern \u00fcber das Beten gesprochen. Ein M\u00e4dchen sagte: \u201eDas finde ich gut. Wenn mein Papa mir abends Gute Nacht sagt, werde ich ihn bitten, mit mir zu beten.\u201c Ein paar Wochen sp\u00e4ter kam dieser Vater zu der Erzieherin und erz\u00e4hlte: \u201eDurch das Beten hat sich mein Leben ver\u00e4ndert. Jetzt \u00fcberlege ich den ganzen Tag, wof\u00fcr ich abends danken kann. Das gibt mir einen ganz anderen Blick auf die Menschen um mich herum.\u201c<br \/>\nLassen Sie uns Menschen sein, die Gott dankbar sind f\u00fcr all das Gute, das er geschaffen hat und das er in unserem Leben tut.<\/p>\n<div align=\"right\">Angelika Mischinger<\/div>\n<p><\/br><br \/>\nVielleicht nehmen Sie einmal Ihr Gesangbuch zur Hand und kommen mit Paul Gerhardt ins Staunen und Danken \u00fcber Gottes gute Sch\u00f6pfung (Nr. 503: Geh aus, mein Herz, und suche Freud &#8230;).<\/p>\n<p><a href=\"#oben\">nach oben<\/a><br \/>\n<strong><a name=\"april2012\" id=\"april2012\">April 2012<\/a><\/strong><br \/>\nLiebe Leserin, lieber Leser,<br \/>\nder Monat April beginnt in diesem Jahr mit dem Palmsonntag. Die christliche Gemeinde wird an diesem letzten Sonntag in der Passionszeit an den gefeierten Einzug Jesu in Jerusalem erinnert. Den Bezug zum Evangelium des 1. Advent hat Johann Sebastian Bach in der Kantate \u201eSchwingt freudig euch empor\u201c (BWV 36) hergestellt. Der Thomanerchor Leipzig, dessen 800. Geburtstag im M\u00e4rz dieses Jahres gefeiert wurde, sang diese Kantate am 19.12.2009. Der ehemalige Pfarrer der Nicolaikirche Leipzig, Christian F\u00fchrer, setzte die Kantate und ihre Geschichte in Beziehung zur Gegenwart. Er schrieb unter anderem: <i>\u201eDie freudig wogende Menge der Menschen mit Palmenzweigen, die ihr \u201eHosianna, \u2026\u201c anstimmen, wird in der Musik h\u00f6rbar. \u2026 Dass der K\u00f6nig der Ehren auf einem Esel ankommt, nicht standesgem\u00e4\u00df, aber jesusgem\u00e4\u00df, zwingt zum Nachdenken, Innehalten. Versteht, was ihr seht. \u201eEs naht sich selbst zu euch der Herr der Herrlichkeit. \u2026 Der Choral \u201eNun komm der Heiden Heiland\u201c f\u00fcgt sich an. Choraltext von Martin Luther, Vertonung von Bach. Die zwei herausragendsten Pers\u00f6nlichkeiten der protestantischen Kirche vereint, die Ankunft Jesu zu erbitten und zu vertiefen. Im Teil 2 wird das Motiv des Ankommens, des Einzugs Jesu ins Herz weitergef\u00fchrt. Aus der Geschichte wird Gegenwart. Von Bethlehem \u00fcber Jerusalem und \u00fcber mehr als 2000 Jahre hinweg kommt Jesus in mein Herz. Keine Zeit kann ihn festhalten. Kein System kann ihm die Einreise verweigern. In seinem Lauf halten ihn weder Marx noch Lenin, weder Bank noch B\u00f6rse auf. \u201eZieh bei mir ein!\u201c Doch gerade da wird es bei uns Menschen problematisch. Im Choral \u201eDer du bist dem Vater gleich\u201c kommt der brutale Realismus ungesch\u00f6nt zu Wort. Das kranke Fleisch, das kalte Herz, die aus dem Ruder gelaufene Welt hat keinen Platz f\u00fcr Jesus. Mit \u201ekein Raum in der Herberge\u201c fing es an. Mit dem Gewohnheitsatheismus, dem Relikt aus zwei Weltanschauungsdiktaturen, und dem Wohlstandsatheismus der Gegenwart wird Jesus heute der Platz in den Herzen streitig gemacht. \u2026 Ist doch Jesus anders als gedacht, gekommen als der Heiland der Heiden, damals wie heute: Er stellt sich zur Ehebrecherin, als sich alle von ihr distanzierten; er kehrte bei dem Z\u00f6llner ein, als sich alle \u00fcber ihn emp\u00f6rten; er vergab dem Petrus, als er sich selbst verdammte; er versprach dem Verbrecher am Kreuz das Himmelreich, als alle ihm die H\u00f6lle w\u00fcnschten; er heilte die Kranken, die schon von den anderen aufgegeben waren. Bei diesem haben gerade auch die Ungeeigneten, die Unw\u00fcrdigen, die Schuldigen eine Chance, \u2026 der Geist Jesu hilft aller Schwachheit auf. \u2026 Im Schlusschoral kommt es vorwegnehmend zum Ziel, was der ganzen Welt verhei\u00dfen ist. Allen Widerst\u00e4nden, allen Fehlentwicklungen, allen Irrungen und Wirrungen zum Trotz wird die Menschheit eins, eins im vielstimmigen Chor der Befreiten und Geheilten und Erl\u00f6sten: \u201eLob sei Gott dem Vater tan, \/ lob sei Gott sein\u2019m eingen Sohn, \/ lob sei Gott dem Heilgen Geist \/ immer und in Ewigkeit\u201c. Der gewaltige Schlusschoral \u00f6ffnet die Seele und schwingt freudig den H\u00f6rer empor, empor zu dem, der da ist, und der da war und der da kommt.\u201c<\/i> Soviel von Pfarrer em. Christian F\u00fchrer.<br \/>\nNach Palmarum folgt die Karwoche. Jesus kommt dem Kreuz immer n\u00e4her. Auf dem Weg dahin ist er elender Schmach und schlimmsten Erniedrigungen ausgesetzt. Nach erfahrener Gottverlassenheit am Kreuz steht Gott aber zu seinem Sohne, erweckt ihn aus den Toten und erkennt somit sein Opfer \u201euns zu gut\u201c an. Als Auferstandener trifft er seine J\u00fcnger und muss sie zun\u00e4chst \u201eschelten wegen ihres Unglaubens und ihres Herzens H\u00e4rte, dass sie nicht geglaubt hatten denen, die ihn gesehen hatten als Auferstandenen\u201c. (Markus-Evangelium 16,14) Einen Vers danach steht der Monatsspruch f\u00fcr den April. Dort k\u00f6nnen wir lesen, wie er diese \u201eungl\u00e4ubigen und hartherzigen\u201c M\u00e4nner beauftragt: <b>\u201eGeht hinaus in die ganze Welt, und verk\u00fcndet das Evangelium allen Gesch\u00f6pfen!\u201c<\/b> Sie gingen &#8211; und trotz oder wegen ihrer Schwachheit wird heute noch &#8211; rund um den Erdball &#8211; die Gute Nachricht von Jesus Christus verk\u00fcndigt. Weitergesagt von den einfachen Leuten, auch Eisenbahnern,  S\u00e4ngerinnen und S\u00e4ngern in den Kirchench\u00f6ren bis hin zu studierten Frauen und M\u00e4nnern.<br \/>\nDas Evangelium ist die Botschaft der Hoffnung f\u00fcr den Einzelnen und die ganze Welt. Dank dieser Botschaft bleibt es nicht dunkel \u00fcber denen, die in Angst sind. Das kann ich bezeugen.<\/p>\n<div align=\"right\">Gottfried Seidel<\/div>\n<p><a href=\"#oben\">nach oben<\/a><br \/>\n<strong><a name=\"maerz2012\" id=\"maerz2012\">M\u00e4rz 2012<\/a><\/strong><br \/>\nLiebe Leserin! Lieber Leser!<br \/>\nStellen Sie sich bitte folgende Situation vor: Im Briefkasten finden Eltern die Mitteilung:<br \/>\n<b> \u201eWollen Sie Ihren Sohn lebend wiedersehen? Dann sollte Ihnen das ein L\u00f6segeld von 500.000 \u20ac wert sein!\u201c <\/b><br \/>\nSolche Zeilen treffen Eltern ins Herz. Entsetzen \u00fcber so viel kriminelle Energie, die sich gegen sie richtet, wird sie erf\u00fcllen. Bange Fragen werden ihnen keine Ruhe mehr geben:<br \/>\n\u201eWerden die Verbrecher Wort halten? Werden wir unseren Sohn wiedersehen? Wird ihm Gewalt angetan? Wie k\u00f6nnen wir diese Summe aufbringen? Wird es jemals so werden wie fr\u00fcher?&#8230;\u201c<br \/>\nSie werden mir sicher zustimmen, dass die Eltern <b> alles<\/b>  Erdenkliche tun, um ihren Sohn zu retten.<br \/>\nWenn wir uns nun noch die Situation der Geisel vorstellen \u2026 schrecklich! Hin und her gerissen zwischen Bangen, Hoffen und Verzweifeln bis &#8211; ja, bis entweder die Erl\u00f6sung kommt oder das F\u00fcrchterliche passiert. Diese Situation ist nicht aus der Luft gegriffen &#8211; Fernsehen, Rundfunk und Zeitungen berichten immer wieder von derlei Schandtaten, die nicht nur bei den Piraten am Kap Horn oder in der Sahara \u00fcblich sind. In Deutschland ist so etwas ja hin und wieder auch schon vorgekommen.<br \/>\nSie werden jetzt sagen: \u201eEin Alptraum\u201c, den ich hier ausmale. \u201eNur gut, dass ihn keiner von uns durchleben muss.\u201c                   Wirklich?<br \/>\nDie Bibel sagt anderes. Sie sagt: Wir <b> sind<\/b>  Gefangene. Gefangen von Egoismus, Habgier, Machtgel\u00fcsten. Gefangen von der Idee, unser eigener Gott zu sein. Und das schlie\u00dft nun mal auch den Willen ein, zu tun, was Gott nicht will und nie f\u00fcr unsere Welt gewollt hat. Das nennt die Bibel S\u00fcnde.<br \/>\nWir sind also tats\u00e4chlich Beteiligte in einem Geiseldrama &#8211; und zwar als Geisel. Wir merken es nur nicht, oder nicht mehr. Nun werden Sie vielleicht sagen: \u201eDann kann es ja so schlimm nicht sein. Gefangenschaft, die man nicht merkt, ist doch keine Gefangenschaft!\u201c<br \/>\nWie aber w\u00e4re es, einmal aus dem Fenster zu schauen? Da gibt es ein Drau\u00dfen! Da sind Menschen, die anders leben k\u00f6nnen, die Freiheiten haben, die es im K\u00e4fig nicht gibt:<br \/>\n&#8211; die Freiheit, sich an Regeln zu halten, die nicht wir uns gegeben haben,<br \/>\n&#8211; die Freiheit, nicht selbst Mittelpunkt sein zu m\u00fcssen,<br \/>\n&#8211; die Freiheit, nicht alles von diesem Leben erwa<br \/>\nrten zu m\u00fcssen,<br \/>\n&#8211; die Freiheit, den Tod nicht als Ende des Lebens ansehen zu m\u00fcssen \u2026<br \/>\nDiese Freiheit k\u00f6nnen <u>wir<\/u> uns nicht erk\u00e4mpfen, erkaufen oder erarbeiten. Die Rettung kann nur von dem kommen, der uns liebt und bereit ist, <b> jeden Preis<\/b>  zu zahlen. Sie kommt von Gott. Er zahlt das L\u00f6segeld &#8211; so, wie Eltern bereit w\u00e4ren, jeden Preis f\u00fcr ihr Kind zu zahlen. Und dieses L\u00f6segeld ist das H\u00f6chste, das \u00fcberhaupt gezahlt werden kann. Es ist das Leben des Sohnes Gottes. Es ist das Leben Jesu. Damit kauft er uns frei. Das ist ihm ganz gewiss nicht leicht gefallen (denken Sie an die oben geschilderte Situation). Aber es ist ihm die Rettung jedes einzelnen Menschen wert, der dies f\u00fcr sich in Anspruch nehmen will.<br \/>\nDeswegen sagt Jesus: <b> Der Menschensohn ist nicht gekommen, um sich dienen zu lassen, sondern um zu dienen und sein Leben hinzugeben als L\u00f6segeld f\u00fcr viele. Mk.10,45<\/b><br \/>\nFreuen Sie sich \u00fcber dieses Opfer. Seien Sie Gott dankbar und machen Sie etwas aus der Frei-heit, die uns unser Himmlischer Vater erkauft hat.<\/p>\n<div align=\"right\">Ihr E. Salewski<\/div>\n<p><a href=\"#oben\">nach oben<\/a><br \/>\n<strong><a name=\"februar2012\" id=\"februar2012\">Feburar 2012<\/a><\/strong><br \/>\nLiebe Leserin! Lieber Leser!<br \/>\n<b>Freiheit<\/b> ist eines der sch\u00f6nsten, aber auch verantwortungsvollsten Geschenke, die Gott uns gegeben hat. Und tagt\u00e4glich ergibt sich f\u00fcr uns aus dieser Gabe die Frage: \u201eWie gehen wir mit diesem hohen Gut um?\u201c<br \/>\nDer Monatsspruch von Paulus will uns in dieser Sache Rat geben. Dazu aber zum Verst\u00e4ndnis zun\u00e4chst eine Geschichte aus der Antike:<br \/>\nOdysseus musste mit seinen Freunden viele Abenteuer auf seiner Irrfahrt bestehen. So auch, als er eines Tages in die N\u00e4he der InseFreiheitl der Sirenen verschlagen wurde. Die Menschen erz\u00e4hlten sich damals, dass der Gesang der Sirenen so bet\u00f6rend sei, dass die Seeleute, ihres Verstandes beraubt, nicht mehr in der Lage waren, ihr Schiff richtig zu lenken. Sie wollten nur noch bei den Sirenen sein und sie h\u00f6ren. Das aber war ihr Tod, denn die K\u00fcste war sehr zerkl\u00fcftet und Klippen lauerten unter dem Meeresspiegel. Und so kam es, dass die Insel der Sirenen von vielen Wracks umgeben war und kein Mensch von dort je zur\u00fcckkehrte. Odysseus aber war klug. Er wollte den Gesang der Sirenen h\u00f6ren, dabei aber nicht Kopf und Kragen riskieren. Und so hie\u00df er seine M\u00e4nner, ihre Ohren mit Wachs zu verstopfen. Sich selbst aber lie\u00df er an den Schiffsmast binden und gab den Befehl, ihn nicht loszubinden, so sehr er auch darum bitten w\u00fcrde. So konnte er dem wunderbaren Gesang lauschen und trotzdem sein Leben bewahren.<br \/>\nDas interessante an dieser Geschichte ist: Odysseus nahm sich die Freiheit, Gef\u00e4hrliches zu tun, indem er sich im selben Augenblick seiner Freiheit beschnitt. Genau dazu r\u00e4t uns auch Paulus, wenn er an die Korinther schreibt: <b>Alles ist erlaubt &#8211; aber nicht alles n\u00fctzt. Alles ist erlaubt \u2013 aber nicht alles baut auf. Denkt dabei nicht an euch selbst, sondern an die anderen. 1.Kor.10,23.24<\/b><br \/>\nDie Sehnsucht nach Freiheit ist tief in unserem Herzen verwurzelt- macht sie uns doch zu selbst\u00e4ndigen Wesen. Unverantwortlich und ungehemmt in Anspruch genommen, bringt sie jedoch Chaos und Tod. Wenn wir uns unsere Freiheit nehmen, m\u00fcssen wir also sorgf\u00e4ltig abw\u00e4gen, wie viel davon gut f\u00fcr uns und f\u00fcr andere ist und \u2026 wo wir uns vielleicht selbst die \u201eZ\u00fcgel\u201c anlegen m\u00fcssen.  Und so gibt Paulus den Korinthern auf die Frage: \u201eD\u00fcrfen wir Fleisch essen, das von einem Opfer f\u00fcr G\u00f6tzen stammt?\u201c folgenden Rat: \u201eJa, ihr d\u00fcrft. Wer wei\u00df, dass Christus ihn befreit hat von allen Bindungen und Zw\u00e4ngen, der kann auch G\u00f6tzenopferfleisch essen, ohne dass ihm das schadet.\u201c<br \/>\nPaulus sagt aber auch: \u201eEs ist noch zu kl\u00e4ren, was mit den anderen ist, die sich da Sorgen machen? Wie wirkt das auf diese?\u201c  (Hinter der Frage stand n\u00e4mlich die Furcht, mit dem Essen dieses Fleisches gegen das erste Gebot zu versto\u00dfen und sich damit schuldig zu machen.) Und so kann es dann sein, dass wir zwar wissen k\u00f6nnen, \u201edies oder das kann ich tun\u201c, dass wir aber um der anderen willen verzichten. Denn wir haben auch die Freiheit zum Verzicht. So wie Odysseus sich freiwillig binden lie\u00df, so stehen also auch wir immer von neuem vor der Frage: \u201eIst das, was ich tun kann und will, gut f\u00fcr mich oder andere, oder soll ich mir die Freiheit nehmen es nicht zu tun?\u201c<br \/>\nGebe Gott einem jeden von uns die Weisheit, so oft es geht, die richtige Entscheidung zu treffen. Odysseus hat es auf diese Weise nach Hause geschafft. Das sollten wir mit Gottes Hilfe doch auch hinbekommen!<\/p>\n<div align=\"right\">Ihr E. Salewski<\/div>\n<p><a href=\"#oben\">nach oben<\/a><br \/>\n<strong><a name=\"januar2012\" id=\"januar2012\">Januar 2012<\/a><\/strong><br \/>\nLiebe Leserin! Lieber Leser!<\/p>\n<p>Ein neues Jahr liegt vor uns \u2013 wie ein Buch mit 366 Bl\u00e4ttern, die darauf warten, beschrieben zu werden. Was erwartet uns in diesem Jahr 2012?<br \/>\nDiese Frage stellt sich uns und vielen von uns ist bange angesichts von Euro-Krise, Rezession, Alter, etc. Andere wiederum schauen recht optimistisch in das neue Jahr.<br \/>\nEs tut gut, sich am Anfang eines Jahres auf Gottes Wort auszurichten. Der Monatsspruch f\u00fcr Januar passt, wie ich finde, sehr gut in diese Situation. Er steht in Psalm 86,11: <b>Weise mir, Herr, deinen Weg; ich will ihn gehen in Treue zu dir.<\/b><br \/>\nDer Psalmbeter wendet sich an Gott mit der Bitte, ihm seinen Weg zu zeigen. Aus seinen Worten spricht gro\u00dfes Vertrauen zu Gott \u2013 dass, dieser Gott, der ihn ins Leben gerufen hat, der ihn geschaffen hat und besser kennt als irgendein Mensch, ihm den richtigen Weg zeigen kann.<br \/>\nMich beeindruckt an dieser Stelle die Kompromisslosigkeit des Psalmisten. Er bittet Gott um Wegweisung und gibt gleichzeitig sein Versprechen, diesen Weg zu gehen. Und ich komme ins Nachdenken: Bin auch ich bereit, Gottes Weg zu gehen, den er mir zeigt?<br \/>\nMir kommen da auch Zweifel und die Angst, dass ich vielleicht zur\u00fcckstecken muss, dass ich eigene Pl\u00e4ne aufgeben soll. Oder erwartet Gott gar etwas von mir, das ich gar nicht m\u00f6chte? &#8230;<br \/>\nUnd dann gehen meine Gedanken zur\u00fcck und ich sehe Situationen vor mir, wo mein Lebensweg anders verlaufen ist, als ich es geplant hatte. Im Zur\u00fcckschauen erkenne ich, dass es gut so war und dass ich dadurch nicht zu kurz gekommen bin, dass mein Leben reich geworden ist, weil ich mich auf Gottes Weg eingelassen habe. Und es reift in mir die Erkenntnis, dass Gott, der mich liebt und mich mit meinen Gaben und F\u00e4higkeiten, aber auch mit meinen Macken, gemacht hat, wei\u00df, was gut ist f\u00fcr mich.<br \/>\nDeshalb m\u00f6chte ich mich im neuen Jahr bewusst darauf einlassen, Gottes Weg f\u00fcr mich zu suchen. Ich bin gespannt, wie er aussehen wird.<br \/>\nDann ist da noch der zweite Teil des Bibelverses (ich will ihn gehen in Treue zu dir), der mich herausfordert, Gott treu zu sein und seinen Weg zu gehen.<br \/>\nJa, diese Herausforderung m\u00f6chte ich annehmen und im Vertrauen auf Gottes Liebe seinen Weg gehen, auch im Jahr 2012.<br \/>\nWollen Sie sich auch auf Gottes Weg f\u00fcr Sie einlassen? Ich w\u00fcnsche Ihnen dazu viel Mut und Kraft und die Erfahrung, dass es Gott gut mit uns meint.<br \/>\nEs w\u00e4re sch\u00f6n, wenn wir am Ende des Jahres gemeinsam in diesen jetzt noch unbeschriebenen 366 Seiten bl\u00e4ttern und unsere unterschiedlichen Erfahrungen austauschen k\u00f6nnten.<\/p>\n<div align=\"right\">Ein gesegnetes Jahr 2012 w\u00fcnscht Ihnen Angelika Mischinger<\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>2012 Januar Februar M\u00e4rz April Mai Juni Juli \/ August September Oktober November Dezember nach oben Dezember 2012 Liebe Leserinnen und Leser! Die dunkle Zeit des Jahres ist f\u00fcr manche Menschen ein Problem. Die Dunkelheit der langen Nacht legt sich nach und nach auf die Seele und beginnt sich im ganzen Menschen auszubreiten. 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