Januar
Das Neue Jahr macht alles neu?
Liebe Leserinnen und Leser,
als ich die Jahreslosung für 2026 „Gott spricht: Siehe, ich mache alles neu!“ (Off 21,5) las, dachte ich, das passt ja wunderbar. Wir geben zum neuen Jahr ein neu gestaltetes Kirchenblatt heraus, wir führen im Januar die neu gewählten Gemeindekirchenräte ein. Manches wird anders, neu werden – wie zutreffend. Aber dann kam mir ein anderer Gedanke. Was sind das für Neuerungen, die wir da planen und durchführen? Bei Lichte betrachtet sind es kleine Schritte. Wie groß ist dagegen Gottes Ansage: „Siehe, ich mache alles neu!“ Gott verspricht, dass es am Ende alles gut wird. Gott verheißt eine neue Welt, in der Friede und Gerechtigkeit sich küssen. Da gehen Ehrlichkeit und Menschenliebe Hand in Hand. In Gottes Welt wird es keine Tränen, kein Leid, kein Schmerz und keinen Tod mehr geben. All das wird in Gottes Liebe aufgelöst. Am Ende wird alles gut. Und wenn es noch nicht gut ist, so ist es noch nicht das Ende. Darauf hoffen wir Christen. Wir sind frei, unser Leben in der Perspektive auf das kommende Neue, das Gott schaffen wird, zu leben. Das gute Ende gibt uns den Maßstab für die Gestaltung unseres Lebens.
Mancher wird auf dem Titelblatt auch den Monatsspruch für den Januar 2026 gelesen haben. Er lautet: „Du sollst den HERRN, deinen Gott, lieben mit ganzem Herzen, mit ganzer Seele und mit ganzer Kraft.“ (5. Mo 6,5) Du sollst, du musst, mach dies, tu jenes… das hören wir nicht so gern. Wir fühlen uns bevormundet, unserer Freiheit beraubt. Diese Sicht ist ein Missverständnis der Gebote Gottes. Gott will uns nicht gängeln. Ganz im Gegenteil. Die Gebote setzen den Freiraum, in dem wir unser Leben entfalten dürfen. Du brauchst nicht zu lügen. Du musst nicht stehlen. Du brauchst dich nicht in die Beziehungen anderer Menschen einzumischen. Du musst nicht neidisch sein. Du bist frei. Du musst nicht dein Haus, dein Auto oder dein Hobby vergöttern. Auch keinen anderen Menschen. „Liebt Gott von ganzem Herzen, mit ganzem Willen und mit aller Kraft!“ Das ist der Rahmen, in dem wir unsere Freiheit leben können. Wer meint, es gibt unbegrenzte Freiheit, der irrt. Der Bezug auf unseren Herrn und Heiland gibt unserem Leben einen Rahmen und Sinn.
Mit den besten Wünschen für ein gesegnetes Neues Jahr
Ihr Pfarrer Ulf Schwäbe
Februar
Du sollst fröhlich sein!
Liebe Leserinnen und Leser!
Wie sollen wir fröhlich sein, wenn uns etwas den Boden unter den Füßen wegreißt? Wenn wir Leid und Schmerz erleben? Wie können wir damit leben? Wie können wir eine Perspektive finden? Um es gleich vorweg zu sagen: Es gibt kein Patentrezept. Jede Situation ist anders und wir alle sind anders. Frei nach dem Theologen Sören Kierkegaard gilt: „Leben muss man sein Leben vorwärts, verstehen kann man es nur rückwärts.“
Nach einer schlimmen Diagnose, darauf folgenden Untersuchungen, OP, Bestrahlungen und Chemotherapien sagen viele der behandelnden Ärzte, es sei ein Wunder, dass ich noch am Leben bin. Mein Leben hat sich verändert. Nicht so wie ich es mir vorgestellt oder gewünscht habe. Und doch freue ich mich über all die Bewahrung und das Gute, das Gott mir schenkt. Ich bin dankbar für Familie, Freunde und Christen, die für mich beten oder einfach da sind, wie unser treuer Gott. Viele kleine und ganz andere Dinge werden wichtig und trotz allem kann ich mit dem Monatsspruch sagen: „Du sollst fröhlich sein und dich freuen über all das Gute, das der HERR, dein Gott dir und deiner Familie gegeben hat.“
Aus der Sicht von Ostern ist der schwerste Stein schon weggerollt. Der schwerste der ganzen Steine im Leben: für mich und auch für dich!
Wir brauchen uns nicht mehr mühevoll abstrampeln für das neue Leben in Christus, auf das wir alle zugehen. Wir erleben es jetzt schon, auch wenn es nicht immer nach unseren Vorstellungen und Träumen verläuft. Ich bin reich beschenkt trotz allem und wegen allem.
Ich will dankbar sein für mein Leben, so wie es jetzt nun mal ist, mit allen Zick-Zack-Kurven. Eine Haltung, die wir mit anderen teilen können. Gott sorgt für mich und für dich.
Lasst uns das weiter sagen und nicht vergessen, gerade jetzt. Gott geht mit auf unserem Weg!
Es grüßt Sie herzlich Ihre Beate Steinert (Gemeindepädagogin)