Evangelische Kirchengemeinde Kodersdorf

Wort zum Monat

Liebe Leserin, lieber Leser!
Worüber haben Sie sich das letzte Mal so richtig gefreut?… (Nehmen Sie sich ruhig einen Augenblick Zeit, gründlich darüber nachzudenken!)
Was Ihnen zu dieser Frage eingefallen ist, wird ganz sicher etwas sein, das Sie persönlich berührt hat. Sei es, dass jemand liebevoll an Sie gedacht hat; sei es eine gute Nachricht zu etwas, was Ihnen ganz besonders am Herzen liegt; sei es, dass jemand besonders liebevoll gehandelt hat oder sei es, dass Sie durch etwas Schönes und Gutes angerührt waren. Vielleicht können Sie sich auch erinnern, was Sie aus dieser Freude heraus getan haben? Sehr wahrscheinlich haben Sie dieses Erlebnis nicht für sich behalten. Sie werden es weitererzählt haben, oder Sie sind mindestens mit größerem Elan an diesem Tag an Ihr Werk gegangen. Aus Freude schöpfen wir Kraft und Zuversicht für unser Leben. Sie ist eine Triebkraft für uns.
Die Weisen aus der Weihnachtsgeschichte hatten ein Erlebnis, über das sie sich „mit großer Freude freuten“ – wie es im griechischen Urtext steht. Sie empfanden gewissermaßen Freude² – Luther schreibt: sie wurden „hocherfreut“. Was sie mit solcher Freude erfüllte, war die Erfahrung: „Wir haben das Erscheinen eines Sterns richtig gedeutet“. Sie waren einem neuen Stern Hunderte von Kilometern aus dem Osten nach Israel gefolgt. Er wies nach ihrer Erkenntnis auf einen neugeborenen König der Juden hin. Nach einem vergeblichen Besuch in der Königsstadt Jerusalem wurden sie durch den Stern zu der Stelle geleitet, an der sie das Kind fanden.
Ich kann die Freude der Weisen gut verstehen. Etwas erkennen und so ernst zu nehmen, dass es einen Zeit, Kraft und Habe kostet und dann zu entdecken: „Ich habe das Richtige getan, denn auf diese Weise habe ich das Ziel gefunden“, ist doch etwas ganz Großartiges. Was nun die übergroße Freude bei den Weisen hervorrief, war eine besondere Erkenntnis. Die Erkenntnis, dass dieses Kind an ihrem Ziel nicht nur das Ende ihrer Suche bedeutete, sondern dass sie das Ziel für alle Menschen zu allen Zeiten gefunden hatten. Das Kind, das in Bethlehem geboren wurde, ist der Weg zu Gott. Das müssen die Weisen damals schon unter dem Stern an der Krippe begriffen haben.
Diese Geschichte lädt uns nun ein, dass wir uns fragen: „Die Weisen haben viel eingesetzt um zu diesem Kind zu kommen und sie haben es durch den Stern mit großer Freude gefunden. Was ist es mir wert, Jesus in meinem Leben zu finden und damit die Freude meines Lebens?“
Dieser Weg ist sicher nicht geradlinig und einfach. Das war der Weg der Weisen auch nicht. Aber je länger ich auf diesem Weg bin und je mehr ich von Menschen höre, die auch zu diesem Ziel unterwegs sind, umso mehr erkenne ich: Dieser Weg schenkt uns Freude auf dem Weg zur Freude. Das ist die schönste Erkenntnis, das ist das wahre Geheimnis der Advents- und Weihnachtszeit. Gönnen Sie sich diese Freude. Machen Sie sich mit dieser Freude auf den Weg. Vergessen Sie nicht: „Da sie den Stern sahen, wurden sie hocherfreut.“ (Mt. 2,10)

Ihr E. Salewski
Evangelische Kirchengemeinde Kodersdorf läuft unter Wordpress ••• Gestaltung: Gabis Wordpress-Templates