Evangelische Kirchengemeinde Kodersdorf

Wort zum Monat

Liebe Leserin! Lieber Leser!
Menschen wenden sich von Gott ab oder sagen, dass es ihn nicht gibt. Dafür gibt es viele Gründe: erfahrenes Leid; Verletzung durch Menschen, die an Gott glauben; Ärger über Entscheidungen kirchlicher Institutionen; fehlende Erfahrungen mit Gott; Desinteresse an Gott; …
Leider erfahre ich im Vorfeld fast nie von einer solchen Absicht der Menschen, die zu unserer Gemeinde gehören. Die Abkehr geht dann aber zumeist mit einer Kirchenaustrittserklärung einher. Das ist etwas Offizielles und wird uns über das Standesamt mitgeteilt, da wir ja auf diese Weise ein Gemeindeglied verlieren.
So habe ich seit meinem Dienstantritt in Kodersdorf im September 2003 achtundachtzig derartige amtliche Mitteilungen erhalten. Ein einziges Mal war es, dass jemand mit mir darüber gesprochen hat. Bei einem zweiten Austritt konnte ich mir relativ leicht die Gründe zusammenreimen.
Die meisten der Ausgetretenen kannte ich nicht, oder kann zumindest mit dem Namen kein Gesicht verbinden. Jeder derartige Brief aber versetzt mir einen Stich.
Wenn nämlich der Kirchenaustritt auch die Abkehr von Gott bedeutet, dann hat das weitreichende Konsequenzen. Nach dem Zeugnis der Bibel heißt das nämlich, dass wieder ein Mensch für Gottes Heil verloren ist. Verzichtet er doch auf das Gute, was Gott uns schenken will. Verzichtet er doch auf einen Partner, der zum Leben dazugehört. Es ist eine Verzichtserklärung auf ein erfülltes Leben mit und bei Gott, oder wenn wir ein biblisches Bild aufgreifen, es ist ein Verzicht auf den „Himmel“. So nennen wir Gottes Welt auch, die wir jetzt schon erleben können und die uns am Ende in Vollkommenheit erwartet.
Warum fällt es Menschen so leicht, „Nein“ zu Gott zu sagen? Wir leben in einer Zeit der Mikroskope und Teleskope, der Computer und des Internet. Wir können also alles erforschen, alles wissen, der „Himmel“ ist dabei noch nicht „entdeckt“ worden. Also wird er gern als Kinderkram abgetan. Menschen halten ihren kleinen Verstand gern für das Größte und ihre Fähigkeit zu Erkennen für den Maßstab aller Dinge. Die Zeichen seiner Gegenwart aber erschließen sich uns nur selten über den Verstand. Sie sind Herzensbotschaften, Vertrauenssache – eben Glaubensdinge. Das ist doch eine ganz andere Lebensebene als Wissen, oder vielleicht besser „Halbwissen“.
Menschen wenden sich also von Gott aufgrund von Fehleinschätzungen oder falscher Lebensschwerpunkte ab.
Aber „Gott will, dass alle Menschen gerettet werden und sie zur Erkenntnis der Wahrheit kommen.“ (1.Tim.3,4). Es steht nun nirgends in der Bibel, dass Gott diese Aufgabe allein der „Kirche“ oder den Pfarrern übertragen hätte. Hier ist jede/r angesprochen, der/dem Gott wichtig ist. Mit Herz, Verstand und mit Hilfe des Geistes Gottes gilt es, Menschen für Gott zu gewinnen. Jesus sagt, dass er niemanden verloren gibt und dass er alle sucht, die zu ihm gehören und das sind wirklich alle. Im Lukasevangelium z.B. gibt es ein ganzes Kapitel, das sich mit diesem wichtigen Thema beschäftigt. Und wenn wir nun meinen, wir wüssten, wen Gott nicht bei sich haben will, lese Lukas 15 einmal ganz. Gott freut sich über alle, die zu ihm umkehren. „Es wird Freude sein vor den Engeln Gottes über einen Sünder, der Buße tut“ (Luk.15,10), so sagt es Jesus. Deshalb ist eine Hinwendung zu Gott und eine Rückkehr in die Gemeinde immer möglich, ganz gleich, was vorher war. Das sollen und dürfen wir denen, die uns begegnen, nicht vorenthalten. Und mal ehrlich, wer von uns hat sich nicht auch schon von Gott abgewendet und braucht die Umkehr? Nur Mut, Gott wird nicht schimpfen, er wird sich freuen!

Ihr E. Salewski
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