Evangelische Kirchengemeinde Kodersdorf

Archiv 2010

2010

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Dezember 2010
Liebe Schwestern und Brüder!
Wir haben es in diesem Monatsspruch mit einem etwas unangenehmen Bibelwort zu tun. „ Kehrt um! Denn das Himmelreich ist nahe.“(Mt.3,2) In der vergangenen Woche hatte ich ein kleines Erlebnis mit dem Wort „umkehren“. Dieses möchte ich Ihnen kurz mitteilen: Ein normaler Frühschichtmontag begann wie immer sehr zeitig mit dem Aufstehen um 5 Uhr. Da ich kein Frühaufsteher bin, fällt es mir schon sehr schwer, morgens in Gang zu kommen, besonders wenn es wie jetzt im November noch dunkel ist um diese Zeit. So auch an dem besagten Montagmorgen. Die gewohnten Handlungsabläufe sind dann meist sehr schlaftrunken. Frühstück machen, die Arbeitssachen zurechtlegen, waschen, erst mal wach werden. Dann bleibt noch Zeit für die Tagestexte aus der Bibel und fürs Gebet. Das ist mir sehr wichtig, bevor ich in den Tag gehe: mit Gott alles zu bereden. was mich so beschäftigt. Danach habe ich wie immer gefrühstückt, die Arbeitssachen geschnappt und dann gegen 6 Uhr (etwas in Eile) das Haus in Richtung Arbeit verlassen. In Niesky auf Arbeit angekommen, stellte ich beim Umziehen mit Entsetzen fest, dass ich anstatt einer Arbeitshose und einer Arbeitsjacke zwei Arbeitsjacken mitgenommen hatte. Das war schon ganz schön blöd; doch es half nichts – ich musste wohl oder übel noch mal „umkehren“ und nach Hause fahren, um die Arbeitshose zu holen. Es hat mich richtig geärgert – verständlicherweise – aber mein Werkstattmeister lächelte nur und sah das nicht so verbissen, dass ich so erst eine halbe Stunde später mit der Arbeit anfangen konnte.

Wie ist das jetzt mit dem Umkehren in unserem Glaubensleben? Da wird es dann schon schwierig. Haben wir das überhaupt noch nötig, wenn wir einmal Christ geworden sind und mit dem Leben ohne Gott aufgehört haben, dann ist doch alles klar, oder? Denken wir das bitte nicht. Johannes der Täufer sagt den Monatsspruch auch nicht zu irgendwelchen Menschen, sondern zu den Juden, zum Volk Gottes in der judäischen Wüste. Genau so wie damals das Volk der Juden sind auch wir angesprochen, wenn es dort heißt: „Kehrt um!“ Es ist ein Segen, wenn Gott sein Volk zur Umkehr ruft. Ich möchte, dass wir davon wegkommen zu glauben, dass Umkehr etwas Negatives ist. Natürlich ist es hier und da mit Mühe verbunden, aber Gott möchte uns damit etwas Gutes tun. Wir haben die Chance, dass etwas neu wird in unserem Leben, wenn wir bereit sind, uns von Gott in unseren Gewohnheiten korrigieren zu lassen. Eine Zeit der Umkehr war auch in der Vergangenheit immer eine Zeit der Hinwendung zum Herrn der Gemeinde, zu Jesus selbst.

Ich glaube, wir sind heute zu sehr damit beschäftigt, uns mit den vielen Dingen drum herum zu befassen, die ohne Frage auch wichtig sind, aber die uns vom Wesentlichen abhalten. Es tut einem – wenn wir mal ehrlich sind – ja auch gut, immer irgendwie beschäftigt zu sein. Doch es macht müde im geistlichen Sinn. Wie viele überlastete Schwestern und Brüder begegnen uns in dieser Zeit in der christlichen Gemeinde? Ich finde das erschreckend. Sicher hat das vielfältige Ursachen, dessen bin ich mir auch bewusst. Nur manchmal habe ich den Eindruck, wir rackern uns an Dingen ab, die überhaupt nicht unsere Dinge sind und sind frustriert darüber, wenn alles nicht so klappt, wie wir uns das so gedacht haben oder uns wünschen. Wir wollen so viel machen und meistens das, was wir nicht machen können – und dabei übersehen wir die Dinge, die wir tun sollten. Nur Jesus selbst kann uns die Sinne immer und immer wieder neu für das Wesentliche schärfen. Wenn wir zu ihm umkehren, dann merken wir, dass wir manche Strecke in unserem Leben überflüssig zurückgelegt haben, wie ich die zwanzig Kilometer am Montag früh in der kleinen Story vom Anfang. Es kann auch mal unangenehm sein, sich selbst aber auch anderen eingestehen zu müssen dass ich da oder dort auf dem Holzweg war und eine Umkehr nötig habe. Das habe ich auch schon oft gemerkt. Gott schenke uns die Demut und das Vertrauen in seine endlose Liebe zu uns, dass wir es dennoch immer wieder wagen.

Ihr Kornelius Seifert

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November 2010
Liebe Leserin! Lieber Leser!
Ausweisung von Romafamilien aus Frankreich; osteuropäische Banden spähen an sächsischen Banken die Informationen der EC-Karten aus; ein Teil der Einwanderer will sich in Deutschland nicht integrieren oder bekommt nicht genug Gelegenheit dazu; in Freiberg brennen Dönerläden – Anschläge von Rechts; erneuter Terror in Tschetschenien… Das sind Nachrichten der Zeitung eines Tages vor gut zwei Wochen. Das Miteinander der Völker in Europa ist nicht so, wie es sein sollte. Je enger wir durch Handel und Wandel zusammenrücken, umso problematischer scheint es zu werden. Oder denken wir an die Diskussion um den Islam und seine Verträglichkeit mit dem Grundgesetz und das Hin und Her um die Aufnahme der Türkei in die EU.
All das vermittelt uns eine Ahnung, wie es um das Zusammenleben der Völker um uns herum bestellt ist. Ganz gegen alles Wollen und Bemühen der Politiker lauert der Unfriede hinter so mancher Begegnung zwischen unterschiedlichen Nationalitäten. Kultur, Sprache und Religion sind offensichtlich nicht zu unterschätzende Prägungen und Werte, die nicht so ohne weiteres durch„Ihr Jesus-Leute könnt durch den Horizont sehen“ eine gemeinsame Währung, durch offene Grenzen oder Vereinheitlichung der Gesetze ausgeglichen werden können.
Sitzen wir wieder auf einem Pulverfass?
Wenn es nur auf die Herzen der Menschen ankäme, dann könnte einem mit Recht mulmig werden. Neigen wir doch nur zu schnell dazu, unseren Horizont zum Maßstab aller Dinge zu machen. Und Sie wissen ja selbst, was das für uns bedeutet: Was jenseits unseres Horizontes liegt, gibt es nicht – darf es nicht geben.
Gott sei Dank hat ER zu uns gesprochen und seine Worte können unserem Denken und Handeln eine andere Perspektive geben – losgelöst von unserer begrenzten Sicht.
Und so konnte Jesaja in seiner Vision vom Friedensreich folgendes verkünden:
Gott spricht Recht im Streit der Völker, er weist viele Nationen zurecht. Dann schmieden sie Pflugscharen aus ihren Schwertern und Winzermesse aus ihren Lanzen.
Jes.2,4

Welche Botschaft haben diese uralten Sätze für mich, für Sie? Sie sagen mir:
Höre sorgfältig auf die Worte unseres Gottes. Lebe in ihrem Sinne und sage sie engagiert weiter, damit andere sie hören. Und wenn wir sein letztes Wort – Jesus Christus – ernst nehmen, dann können die Völker miteinander den Weg des Friedens finden. Die demokratischen Länder Europas sind auf diese Weise, ob bewusst oder unbewusst, zu einer christlich geprägten Gesetzgebung und Staatsführung gelangt, ob es nun manchem passt oder nicht. Und das hat immerhin in unserem Land dazu geführt, dass wir so lange wie noch nie Frieden mit unseren Nachbarn haben – 65 Jahre!
Das ist noch nicht Gottes Friedensreich – die oben angeführten Beispiele sprechen für sich. Wo es aber an uns ist, dass Gott wirken kann, sollen wir es tun und ihm nicht im Wege stehen. Wenn wir uns dann manchmal ohnmächtig, unverstanden und kraftlos fühlen, sollten wir daran denken: Gott hat alle Macht in seinen Händen.
Und wenn nun jemand an die Koppelschlösser der deutschen Soldaten im 1. Weltkrieg denkt oder an die Kreuzzüge, der sei daran erinnert, wie verführbar und eigensinnig Menschen sind.
Was hat Jesus zum Miteinander der Menschen gesagt? Lesen Sie einmal in der Bergpredigt Matthäus 5-7 nach!
In diesem Sinne wünsche ich Ihnen einen friedlichen November

Ihr Ekkehard Salewski

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O merken bei dieser Lebensweisheit aus dem Buch der Sprüche ganz deutlich, dass Gottes Mathematik eine andere ist. Unser Leben wird nicht dadurch reich, dass wir alles für uns behalten, sondern dadurch, dass wir weitergeben, austeilen, mit anderen teilen. Haben Sie das nicht auch schon erlebt, dass Sie da, wo Sie Zeit und ein offenes Ohr für andere hatten, als Beschenkte nach Hause gingen? Dass Sie jemandem eine Freude gemacht haben und sich mit dem anderen mitfreuen konnten?
Gott hat uns Zeit, Gaben und auch Besitz anvertraut, die wir nicht nur für uns allein gebrauchen sollen. Wir sollen sie einsetzen in seinem Sinne. Dazu gehört auch, dass wir austeilen und weitergeben.
Mir stellen sich gleich mehrere Fragen: „Wie großzügig kann – oder besser gesagt – will ich sein mit dem, was mir anvertraut ist? Kann ich die Kontrolle über das mir Anvertraute an Gott abgeben? Bin ich bereit, mich auf Gottes Mathematik einzulassen?“ Diese Mathematik lässt sich nicht theoretisch durchrechnen, sie kann nur in der Praxis erlebt werden.
Lassen Sie es uns doch einfach einmal versuchen, großzügig zu sein mit dem, was Gott uns gegeben hat – ich bin überzeugt davon, dass unser Leben dadurch reich und wir dankbar werden.
In diesem Sinne: ein fröhliches „Austeilen“!

Übrigens: Im Buch der Sprüche finden sich noch viele Lebensweisheiten, die durchaus lesenswert sind und oft zum Schmunzeln anregen.

ktober 2010
Liebe Leserin! Lieber Leser!

Wer schon einmal vor verschlossener Tür gestanden hat, wird ahnen können, in was für eine Notlange man damit geraten kann. Warum? Weil doch dort das Zuhause ist, weil man Schutz sucht; oder weil man da drin unbedingt, was auch immer, zu tun hat… es gibt viele Gründe.
In den vergangenen 40 Jahren habe ich so manche Stunde darauf verwendet Nägel für Dietriche zu biegen und breit zu klopfen, Drahtschlingen für Klinken zu konstruieren, Verankerungen von Fenstern schonend zu öffnen, über Gerüste zu klettern oder Leitern zu borgen. Bisher ist es mir immer gelungen, nach gehörigem Aufwand ins Haus oder in die Wohnung zu kommen- was mir heute sicher nicht mehr so „einfach“ gelingen würde.
Das waren alles Türen (oder Fenster), wo ich mir mit Recht auf andere Art und Weise als mit einem Schlüssel den Zugang verschafft habe.
Da gab es aber auch Türen, die den Zugang verwehrten, und es lag keinerlei Berechtigung
vor, irgendwie anders hineinzugelangen. Also musste ich wieder gehen. Sei es die Kaufhalle, die vor meiner Nase zumachte; sei es die Bank, bei der ich im Unklaren über die Öffnungszeiten war; oder sei es das Museum, das just an diesem Tag geschlossen hatte.
Eine der eindrücklichsten verschlossenen Türen, vor der ich stand, war jedoch die Tür einer reformierten Kirche in der Schweiz. Bei einer Rüstzeit mit jungen Erwachsenen waren wir Sonntagvormittag etwas spät aufgebrochen und standen 5 Minuten nach dem offiziellen Gottesdienstbeginn vor verschlossenem Hauptportal der Kirche. Drin hörten wir den Gesang der versammelten Gemeinde. Lautes klopfen verbot sich von selbst. An der Tür war ein Zettel mit dem Verweis auf einen weiteren Gottesdienst, der eine Stunde später stattfinden würde.
Meinen großen Ärger darüber werden sie sicher verstehen. Gott will doch, dass Menschen zu ihm kommen! Wie kann es da sein, dass einem das nicht ermöglicht wird? Und das auch noch von denen, die von Amts wegen dazu berufen sind!
In der Offenbarung des Johannes können wir im Sendschreiben an die Gemeinde in Philadelphia lesen: Siehe, ich habe vor dir eine Tür aufgetan und niemand kann sie zuschließen. Off.3,8.
Das ist gut zu wissen, dass niemand die Tür zu Gott verschließen kann. Weder wir mit unserer Schussligkeit und unserem Sicherheitsbedürfnis, noch andere Menschen die meinen, sie wüssten, wie das geordnet zu funktionieren hat.
Wer den Zugang zu Gott sucht, der wird ihn offen finden. Zu jeder Tages- und Nachtzeit, sonntags wie wochentags, ob sportlich oder ausgelaugt, ob Bastler oder handwerkliche Null. Nur benutzen müssen wir sie auch – die Tür zu Gott – denn es kann draußen sehr kalt, lebensfeindlich und unwirtlich sein. Wie schön ist es dann, durch eine Tür zu gehen, Wärme und Geborgenheit zu genießen und Kraft zu sammeln – eben zu Hause zu sein. Dazu müssen wir nicht in Kirche gehen, die Tür ist in unserem Herzen. Unsere Kirchentür, oder die Tür zum Versammlungsraum aber können uns den Zugang zu dieser Tür im Herzen finden lassen. Seien Sie sicher, die Klinken halten einem häufigen Gebrauch stand.

Ihr E. Salewski

P.S.: Der Grund für die verschlossene Kirchentür war der Tourismus, der einige Neugierige auch zur Gottesdienstzeit in die Kirche spülte. Das ist vielleicht verständlich, aber das Problem kann man auch anders lösen.

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September 2010
Liebe Leserin! Lieber Leser!
Es gibt Menschen, die müssen wir einfach bewundern. Sie besitzen Fähigkeiten, die uns so beeindrucken, dass wir sie vielleicht sogar beneiden. Ich denke da an Schauspieler mit besonderer Ausstrahlung, die ganze Filme unvergesslich machen. Komponisten, Dichter, Maler oder Bildhauer schufen bzw. schaffen Werke, die von nachfolgenden Generationen noch bewundert werden.Manche Sportler erbringen fast unmögliche Leistungen. Es gibt Wissenschaftler, Handwerker, Ärzte, Pädagogen …, die besonders begabt für ihre Arbeit sind und mit ihrem Können sogar Berufskollegen erstaunen lassen.
Alle Gaben werden von Gott geschenkt! Wissen wir das immer? An wen denken Sie, wenn es um Begabung geht? Sicherlich fallen Ihnen auch Menschen aus unserem Umfeld ein, die mit ihren Gaben unsere Umwelt gestalten – im Freundeskreis, in der Nachbarschaft, in unserer Gemeinde. Aber denken wir auch an die Kassiererin an der Supermarktkasse, die freundlich abwarten kann, bis der Kunde seine Ware im Korb verstaut und auch noch das Kleingeld passend herausgesucht hat? Denken wir an die Arzthelferin, die uns unseren Kummer oder Schmerz ansieht, uns verständnisvoll zuhören und uns die Wartezeit erträglich gestalten kann? Haben wir die Hausfrau im Blick, die tagein, tagaus für alles sorgt, ihre Arbeit ohne große Beacht/bung erledigt und allen, die Fragen haben oder Hilfe brauchen, ihre Aufmerksamkeit schenkt, die einspringt, wenn irgendwo Not am Mann ist?
Ich denke gerade jetzt auch an die vom Hochwasser betroffenen Menschen, die viel oder alles verloren haben, nicht wussten, wo mit der Arbeit zu beginnen ist, die trotz allem die kleinen täglichen Schritte gehen, tun, was möglich ist und sich in einem neuen Alltag einrichten.
Ich denke auch an chronisch Kranke, die es gelernt haben, mit ihren Einschränkungen zu leben und nicht ihr Schicksal beklagen oder sich verbittert von ihrer Umgebung zurückziehen. Diese Menschen haben eine besondere Gabe.
Der Monatsspruch für September sagt: Ein Mensch, der da isst und trinkt und hat guten Mut bei all seinem Mühen, das ist eine Gabe Gottes. Mir war das, ehrlich gesagt, etwas zu unscheinbar für eine Begabung oder ich dachte, es ist selbstverständlich, dass der Bekannte optimistisch, gut gelaunt, zuversichtlich, geduldig und immer ausgeglichen ist. Wie wichtig sind doch die „Menschen guten Mutes“ in unserer Zeit für unseren Alltag!
Danke, Herr, für alle Gaben, danke besonders für die kleinen, die wenig beachteten Begabungen. Amen.

Ulrike Lehel

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Juli / August 2010
Liebe Leserin! Lieber Leser!
Was tun Sie eigentlich, wenn Sie feststellen, dass Sie einen falschen Weg gegangen sind?
Zurückgehen ist eine Möglichkeit. Eine weitere ist, einen anderen Weg zum Ziel zu wählen – irgendwie, querfeldein doch zum Ziel zu kommen. Die dritte ist, auf das Ziel zu verzichten und auf dem eingeschlagenen Weg zu bleiben.
Die zweite Variante, auf die Mühen der Umkehr zu verzichten und einen eigenen Weg zu suchen, hätte mich in jungen Jahren in den Bergen Bulgariens fast Kopf und Kragen gekostet. Gott sei’s gedankt bin ich bewahrt geblieben und ich bin doch ans Ziel gekommen. Auch aus so manchen Erzählungen weiß ich, dass diese Variante oft mehr Zeit und Kraft in Anspruch nimmt und eher noch mehr in die Irre füh als eine Umkehr. Und doch gehören diese Wege immer wieder zu unserem Leben – warum wohl? …Ich glaube, dass auch Sie sicher zu diesem Thema die eine oder andere Geschichte beitragen könnten.
Die dritte Variante ist eigentlich die schlechteste. Ziele brauchen wir im Leben und es ist nicht gerade ein Zeichen von Reife, aus Trägheit auf das Ziel zu verzichten.
Ist Ihnen etwas aufgefallen? Die Umkehr habe ich noch nicht bedacht.
Gerade um diese soll es aber heute gehen, denn im Leben gehen wir so viele Wege – und das nicht nur mit den Füßen, auch mit Herz und Gedanken. (Nicht wie von ungefähr sprechen wir ja von einem Lebensweg oder Lebenslauf.) Da ist ein Nachdenken über diese sinnvolle Art, unseren Weg zum Ziel zu gehen, unerlässlich. Umkehr war die Botschaft von Hosea im Auftrag Gottes. Umkehr hat Johannes vor der Taufe am Jordan gepredigt und zur Umkehr hat auch Jesus aufgerufen. Der Monatsspruch für Juli nimmt dieses Anliegen auf:
So bekehre dich nun zu deinem Gott, halte fest an Barmherzigkeit und Recht und hoffe stets auf deinen Gott! (Hos.12,7). Wenn hier bekehren steht, dann meint dieses Wort nichts anderes als die Umkehr auf einem falsch eingeschlagenen Weg. Und diese Umkehr ist nicht etwa eine Botschaft, die wir Nachbarn, Freunden und Verwandten zurufen müssen. Umkehr braucht wohl jeder und jede von uns immer wieder. Die Worte Barmherzigkeit, Recht und hoffen auf Gott halten uns genau das vor Augen. Wie oft wenden wir in unserem Alltag diese Mittel, zielgerichtet vorwärts zu kommen, nicht an und verlassen damit den richtigen Weg. Was kann da ein Mensch machen, der gern ans Ziel kommen will und doch entdeckt: „Der Geist ist willig, doch das Fleisch ist schwach“? Martin Buber – ein jüdischer Religionsphilosoph – hat dazu die Botschaft der Heiligen Schrift beeindruckend zusammengefasst. „Die große Schuld des Menschen sind nicht die Sünden, die er begeht – die Versuchung ist mächtig und seine Kraft ist gering -, die große Schuld des Menschen ist, dass er in jedem Augenblick die Umkehr tun kann und nicht tut.“
Das müssen wir einüben, gegen unsere Trägheit, gegen unsere Sparsamkeit mit Kraft und Zeit, gegen unseren Stolz (Ich? Ich verlauf mich doch nicht!). Wir müssen den Mut aufbringen, umzukehren, neu anzufangen mit Barmherzigkeit, Recht und hoffen auf Gott, immer wieder. So kommen wir jeden Tag näher zu Gott, auch wenn es uns anders vorkommt.

, immer wieder. So kommen wir jeden Tag näher zu Gott, auch wenn es uns anders vorkommt.

Ihr Ekkehard Salewski

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Juni 2010
Liebe Schwestern, liebe Brüder!
Es ist schön, dass am Anfang unseres Monatsspruches für Juni steht „Gott spricht“. Wenn Gott spricht, bedeutet das immer Hoffnung für seine Kinder, für die, die bereit sind, auf ihn zu hören. Gott spricht durch seinen Propheten Amos zu seinem Volk Israel und ich bin sicher, dass er heute auch noch zu uns spricht, die wir durch seinen Sohn Jesus zu seinem Volk dazugehören dürfen.
Lassen Sie uns doch mal überlegen, was er uns in unserem Monatsspruch zu sagen hat. „Suchet mich, so werdet ihr leben.“ Ich glaube, wenn viele Menschen heute behaupten, Gott ist tot und seine Kirche gleich mit ihm, dann müssen wir uns überlegen, woran das denn eigentlich liegen könnte. Unsere Welt in diesen Tagen braucht nichts mehr als lebendige Christen und lebendige Gemeinden, um diesem Irrtum etwas entgegensetzen zu können. Wo ist denn in unserem persönlichen Glaubensleben nicht manches erstarrt und leblos geworden? Warum tun wir manches nur noch aus Pflichtbewusstsein, wo uns doch mal die Freude und die Liebe dazu gedrängt haben? Ich denke an das persönliche Gebet oder die tägliche Bibellese oder an die Fürbitte.
Arno Backhaus schrieb einen Satz, der mich irgendwie bewegt hat: „Wo der Glaube zur Gewohnheit wird, kann das Christsein nur gewöhnlich sein.“ Wer von uns möchte das schon – aber irgendwie können wir aus uns selbst unseren Glauben nicht am Leben erhalten. Gott will unserem Glaubensleben eine neue Dynamik verleihen; deshalb sagt er mir und Ihnen „suchet mich“ in allen Dingen des Alltags und „lasst euch von mir neu beleben durch meines Geistes Kraft.“ Die Quelle allen Lebens ist er, wie oft vergessen wir das. Er möchte uns neu daran erinnern und uns geistlich erfrischen.
Auch in unseren Gemeinden ist neues Leben aus Gott unbedingt immer wieder nötig. Wie viele erstarrte Formen und Traditionen haben längst ausgedient und wir halten uns daran fest, weil wir nicht bereit sind, auf Gott zu hören und ihn und seine Pläne mit seiner Gemeinde zu suchen. Gott ist der lebendige Gott und wir sollen seine lebendige Gemeinde sein. Ist das erkennbar bei uns? Meines Erachtens manchmal zu wenig.
Strukturen sind wichtig für das Zusammenleben von Menschen, aber meist hindern sie uns auch auf die fast täglich neuen Gegebenheiten unserer Zeit eingehen zu können. Die Gemeinde, wie sie sich Gott gedacht hat, steckt voller Leben. Er hat jedem von uns, die wir an Jesus glauben, Gaben gegeben, die total wichtig sind für den anderen. Paulus vergleicht die Gemeinde mit einem Körper (1.Kor.12). Jesus ist der Kopf und wir sind die verschiedenen anderen Körperteile, ohne die ein lebendiger Körper nicht funktionieren kann. Ist das nicht ein wunderbares Bild, das wir von unserem Schöp id=

fer gemal dem offiziellen Gottesdienstbeginn vor verschlossenem Hauptportal der Kirche. Drin hörten wir den Gesang der versammelten Gemeinde. Lautes klopfen verbot sich von selbst. An der Tür war ein Zettel mit dem Verweis auf einen weiteren Gottesdienst, der eine Stunde später stattfinden würde.
Meinen großen Ärger darüber werden sie sicher verstehen. Gott will doch, dass Menschen zu ihm kommen! Wie kann es da sein, dass einem das nicht ermöglicht wird? Und das auch noch von denen, die von Amts wegen dazu berufen sind!
In der Offenbarung des Johannes können wir im Sendschreiben an die Gemeinde in Philadelphia lesen: t bekommen? Unser Körper ist ja quasi der Inbegriff von Leben. Lassen wir unseren Pastor sich nicht allein abstrampeln mit allen Aufgaben in der Gemeinde! Da gibt es so viele Möglichkeiten, wo wir uns und unsere Gaben einbringen können, damit der ganze Körper lebt. Ich bin sicher, das wird Auswirkungen haben – vielleicht auch auf solche Menschen, die von Gott schon längst nichts mehr erwarten können.
Das waren nur einige Ideen, Gott hat noch unendlich viele mehr für uns. Er will, dass wir das Leben in Fülle haben! Ich will ihn suchen und von ihm alles erwarten. Machen Sie mit?

Ihr Kornelius Seifert

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Mai 2010
Liebe Leserin! Lieber Leser!
Gläubige sind Spinner. Sie sind ganz leicht von den normalen Menschen zu unterscheiden – sie glauben doch tatsächlich, dass es in der Welt mehr gibt, als man sehen oder nachweisen kann!
Sie glauben, dass es einen Gott gibt (den man nicht sehen kann); der die Welt und uns Menschen ins Leben gerufen hat (obwohl wir ein Modell entwickelt haben, wie sich alles von selbst vom Niederen zum Höheren entwickelt hat- dessen Wahrscheinlichkeit zwar gegen 0 geht – aber immerhin!) und der eine Beziehung zu uns will (von dem aber noch niemand einen Brief gelesen oder einen Anruf bekommen hat).
Wo gibt es denn so was? Das ist ja geradezu lächerlich naiv und weltfremd!
Da kann ich ja gleich sagen es gibt Strom, oder Zukunft oder gar Liebe … – doch halt mal. Da stimmt etwas nicht.
Na klar stimmt da etwas nicht. Weil Gläubige eben keine Spinner sind und „normale Menschen“ auch nicht ohne Glauben – oder nennen wir es einmal Vertrauen – auskommen.
Was aber unterscheidet denn nun den Glauben „normaler Menschen“ von unserem Glauben?
Warum denken so viele, dass Menschen, die an Gott glauben spinnen?
Der Schreiber des Hebräerbriefes formuliert es so:
Es ist aber der Glaube eine feste Zuversicht auf das, was man hofft, und ein Nichtzweifeln an dem, was man nicht sieht. Hebr.11,1
Der Glaube an Gott bietet unserem Leben eine Vertrauensgrundlage außerhalb unserer menschlichen Einflussmöglichkeiten. Das ist ein gutes Lebensfundament. Damit ist allerdings unser Leben nicht nach allen Seiten abgesichert. Das bestätigen die Erfahrungen und auch unser Bibelwort. Hier wird darauf hingewiesen, dass Glauben hoffen heißt. Und wenn ich von Hoffnung spreche, dann bedeutet das, ich bin zu einem Ziel unterwegs, habe es aber noch nicht erreicht. Auf diesem Weg können sich dann Zweifel einschleichen. Das ist nicht verwunderlich, da Glauben ja nun mal nicht auf Beweisbarem und Handgreiflichem fußt und ich außerdem über mir eine höhere Autorität akzeptieren muss.
Das ist die Herausforderung des Glaubens.
Wer also glaubt, sein Vertrauen auf Gott setzt, hat so etwas wie festen Boden unter den Füßen, ist aber nicht vor einem Abirren auf wankenden Boden gefeit. Das bedeutet, ich muss mich immer wieder in meinem Glauben, in meiner Zuversicht in Gott und in meiner Hoffnung bestärken lassen. Ein Mensch, der nicht isst, verhungert. Ein Feuer, das nicht mit Brennstoff versorgt wird, erlischt. Ein Auto, das nicht betankt wird, bleibt stehen. So braucht unser Glaube auch immer wieder Nahrung – durch ein offenes Herz für Gott, durch Begegnung mit ihm im Gebet, im Lesen der Bibel und in der Gemeinschaft der Gläubigen.
So wird unser Glaube gestärkt und wir können unseren Weg auf festem Boden durchs Leben gehen. Wir erleben dabei: Unsere Welt umfasst viel mehr, als unsere Augen erfassen und unser Verstand begreifen kann. Wenn es also keine andere Bezeichnung für Menschen gibt, die das erkennen und akzeptieren, dann lass ich mich gern Spinner nennen. Habe ich doch auf diese Art einen Lebensweg, der nicht an meinen menschlichen Grenzen endet, sondern hinaus in die Weiten des wahren Lebens führt.

Ekkehard Salewski

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April 2010
Liebe Leserin! Lieber Leser!
„Man sieht nur mit dem Herzen gut. Das Wesentliche ist für die Augen unsichtbar.“
Dieses Zitat von Antoine de Saint-Exupéry („Der kleine Prinz“) kam mir in den Sinn, als ich den Monatsspruch für den Monat April das erste Mal las.
In dem Vers aus dem Brief des Paulus an die Gemeinde in Ephesus geht es um das „Sehen mit dem Herzen“. All zu oft konzentrieren wir uns auf das, was wir mit unseren Augen sehen können. Was unsichtbar ist, geht an uns vorbei – interessiert uns nicht.
Paulus bittet Gott, den Christen in Ephesus „erleuchtete Augen des Herzens“ zu geben. Das bedeutet, dass er von Gott erwartet, dass er ihre „inneren Augen“ öffnet, damit sie Dinge wahrnehmen können, die unsichtbar sind. Und was sollen sie erkennen? „Die Hoffnung, zu der sie berufen sind.“
Vermutlich ging es den Christen in Ephesus damals schon so wie es uns heute auch oft geht. In ihrem Alltagstrott und all den – sicher auch guten – Aktivitäten haben sie das Wesentliche aus den Augen verloren. Sie haben sich auf das Sichtbare konzentriert und sich abgemüht, garantiert auch im Dienst für Gott.
Paulus bittet nun darum, dass sie wieder einmal wegsehen von allem, was sie gefangen nimmt, dass sie neu aufsehen zu Jesus, der derselbe ist: Gestern, heute und in alle Ewigkeit! Er erinnert sie wieder daran, dass sie von Gott herausgerufen sind, dass ihr Leben nun ihm gehört. Auch daran, dass sie eine Hoffnung haben, die über den Tod hinaus geht.
Wir feiern diesen Monat das Osterfest und machen uns bewusst, dass Jesus den Tod besiegt hat und auferstanden ist und lebt! Das ist unsere Hoffnung, dass unser Leben nicht alles ist; dass es für uns Leben gibt über den Tod hinaus in Gottes Ewigkeit. Wie oft vergessen wir das und mühen uns, dem Leben hier alles abzuringen.
Lassen wir uns das doch neu sagen: Wir dürfen wegsehen von dem, was uns beschäftigt, bedrückt, belastet … Wir dürfen aufsehen zu Jesus, der den Tod besiegt hat und uns Hoffnung gibt.
Und vielleicht können Sie dann am Ostermorgen in den Jubelruf der alten Kirche mit einstimmen: „Der Herr ist auferstanden. Er ist wahrhaftig auferstanden. Halleluja!“
Das wünsche ich Ihnen von ganzem Herzen.

Angelika Mischinger

Zum Nachdenken:
„Wir wissen nicht, was auf uns zukommt, aber wir wissen, wer kommt. Wir beten deWas tun Sie eigentlich, wenn Sie feststellen, dass Sie einen falschen Weg gegangen sind?n an, der ewig ist, wir beten Jesus an, weil er derselbe bleibt und unsere Zukunft bei ihm in guten Händen ist.“
(Aus: Stille – Dem begegnen, der alle Sehnsucht stillt. SCM R. Brockhaus)

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März 2010
Liebe Leserin! Lieber Leser!
Es gibt keine größere Liebe, als wenn eine Mir war das, ehrlich gesagt, etwas zu unscheinbar für eine Begabung oder ich dachte, es ist se und lbsstrongtverstäapril2010ndlich, dass der Bekannte optimistisch, gut gelaunt, zuversichtlich, geduldig und immer ausgeglichen ist. Wie wichtig sind doch die „Menschen guten Mutes“ in unserer Zeit für unseren Alltag!
Danke, Herr, für alle Gaben, danke besonders für die kleinen, die wenig beachteten Begabungen. Amen.

#obenr sein Leben für seine Freunde hingibt. Joh.15,13
Beim Nachdenken über das Bibelwort für diesen Monat bin ich hin- und hergerissen zwischen
einigen Eindrücken.
Da fällt mir zum Beispiel Dominik Brunner aus München ein. Der 50-jährige hatte sich im September 2009 auf dem S-Bahnhof Solln in München schütz/aend /strongstrongvor vier Kinder gestellt und wurde deshalb von zwei Jugendlichen tot geprügelt. Der Polizeisprecher Peter Reichl sagte: „Er hat Verantwortungsbewusstsein und Hilfsbereitschaft gezeigt. Sein Handeln war vorbildlich und sehr ehrenhaft – dasa href=, was wir immer a name=in unseren Präventionskursen predigen.“ Seine Freundin schrieb in einer Todesanzeige „Weil Du nicht weggesehen hast, habe ich Dich verloren“.
Ich denke an Hans von Dohnanyi, Harald Poelchau, Else Beitz…, die vom Staat Israel als „Gerechte unter den Völkern“ in die Liste der Gerechten aufgenommen wurden. Drei von den nur 460 Deutschen aus der Reihe von 22.765 Namen. (Diesen Titel bekommt, wer unter folgenden Voraussetzungen handelte: – eine konkrete und sicher bezeugte Rettungsaktion für Juden oder Teilnahme an einer solchen; – dabei nachweislich eingegangenes persönliches Risiko; – kein Verlangen einer Gegenleistung für die gewährte Hilfeleistung)
Ich denke an einen Film, in dem ein Mitglied der Küstenwache mit einem eben aus Seenot geretteten Menschen am Seil eines Hubschraubers hängt. Wenige Minuten nach der geglückten Aktion schneidet der Retter sich aber selbst vom rettenden Kabel los. Dieses war durch den Einsatz so beschädigt, dass es die Last von zwei Menschen nicht mehr bis an Land tragen konnte.
Ich denke aber auch ein Denkmal für die Gefallenen aus dem ersten Weltkrieg, auf dem ein Soldat trauernd die Mahnwache hält – über den Namen der Gefallenen steht unser Monatsspruch für März. … Ob er hier wirklich etwas zu suchen hat? Gebe es Gott, dass uns die Herausforderung eines solchen Liebesbeweises erspart bleibt.
Es ist ja auch keine Forderung, die Jesus an uns richtet. Im Zusammenhang des Textes geht es darum, dass Er hat Verantwortungsbewusstsein und Hilfsbereitschaft gezeigt. Sein Handeln war vorbildlich und sehr ehrenhaft – das, was wir immer in unseren Präventionskursen predigen..
Ich denke an Hans vonJanuar 2011a href= DJanuar 2011a href=ohnanyi, Harald Poelchau, Else Beitz…, die vom Staat Israel als „Gerechte unter den Völkern“ in die Liste der Gerechten aufgenommen wurden. Drei von den nur 460 Deutschen aus der Reihe von 2oktober20102.765 Namenoktober2010. (Diesen Titel bekommt, wer unter folgenden Voraussetzungen handelte: – eine konkrete und sicher bezeugte Rettungsaktion für Juden oder Teilnahme an einer solchen; – dabei nachweislich eingegangenes persönliches Risiko; – kein Verlangen einer Gegenleistung für die gewährte Hilfeleistung)
Ich denke an einen Film, in dem ein Mitglied der Küstenwache mit einem eben aus Seenot geretteten Menschen am Seil eines Hubschraubers hängt. Wenige Minuten nach der geglückten Aktion schneidet der Retter sich aber selbst vom rettenden Kabel los. Dieses war durch den Einsatz so beschädigt, dass es die Last von zwei Menschen nicht mehr bis an Land tragen konnte.
Ich denke aber auch ein Denkmal für die Gefallenen aus dem ersten Weltkrieg, auf dem ein Soldat trauernd die Mahnwache hält – über den Namen der Gefallenen steht unser Monatsspruch für März. … Ob er hier wirklich etwas zu suchen hat? Gebe es Gott, dass uns die Herausforderung eines solchen Liebesbeweises erspart bleibt.
Es ist ja auch keine Forderung, die Jesus an uns richtet. Im Zusammenhang des Textes geht es darum, dass Jesus den Jüngern seine Liebe zusichert und sie zur gegenseitigen Liebe auffordert. Und wenn er hier vom Gipfel der Liebe spricht, nämlich das eigene Leben für die Freunde hinzugeben, spielt er zweifellos auf den Ausgang seines irdischen Lebens an, den Tod am Kreuz. Diese Liebe Jesu gilt auch uns. Sie nimmt uns geradezu in die Pflicht, uns immer wieder liebevoll einander zuzuwenden. Und das nicht zuletzt denen, die mit uns im Glauben verbunden sind. Wir haben es bei diesen Worten nicht mit einer Handlungsanweisung zu tun.
Es soll uns deutlich machen, was Jesus für uns getan hat. Mit seinem Tod hat er unserem Leben eine neue Perspektive gegeben. Das, was uns von Gott, von unseren Mitmenschen trennt, hat er mit seinem Tod gesühnt – dafür bezahlt – damit wir Leben haben.
Wenn wir uns also dankbar derer erinnern, die ihr Leben für andere gegeben haben (und damit den größtmöglichen Beweis für ihr Verantwortungsbewusstsein und ihre Liebe zu den Mitmenschen er-bracht haben), so sei uns das nicht zuletzt ein Bild für das, was Jesus für jeden von uns tat.
Was meinen Sie, wie sich die Geretteten ihrer Retter ein Leben lang erinnern? Sind Sie sich Ihrer Rettung bewusst?

Ihr E. Salewski

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Februar 2010
Liebe Leserin! Lieber Leser!

Folgende Geschichte las ich neulich in einem Buch:
Der Sozialminister ging – so etwas soll es manchmal geben – zu Fuß in sein Ministerium. Da saß ein kleiner Junge am Weg auf einer Bank, der an seinem Gummiball herumknetete. Interessiert schaute ihm der Minister einige Zeit zu. Mit einem Mal sprang der Junge zornig auf, schrie und schleuderte den Ball auf die Straße. „Warum bist du so wütend?“ fragte der Minister den Jungen. „Mein Ball hat nicht mehr so viel Luft und da hat er jetzt eine Delle. Immer wenn ich sie rausgedrückt habe und der Ball schön rund aussieht, kommt die Delle woanders wieder. Jetzt hab ich aber die Nase voll!“
„Denk mal – so geht mir das auch seit Jahren“, sagte der Minister. „Immer wenn ich glaube, dass ich ein Loch gestopft habe, tut sich an anderer Stelle ein neues auf. Aber deshalb darf man trotzdem nicht alles hinschmeißen!“ Sprachs und ging mit neuem Elan an seine Arbeit.
Armut wird in unserer Zeit immer mehr zu einem Problem – und das a) nicht nur in materieller Hinsicht und b) nicht nur in unserem Land, sondern erst recht weltweit betrachtet.
Die Sozialminister sind wahrlich nicht zu beneiden. Wie sollen sie das oben geschilderte Problem in den Griff bekommen, in einer Zeit der immer knapperen Kassen? Wie sollen sie in einer Gesellschaft, in der die Schere zwischen Arm und Reich immer weiter auseinander klafft, der Armut wirkungsvoll begegnen? Muss man da nicht verzweifeln und alles hinschmeißen?
Warum geht der Minister mit neuem Elan an seine Arbeit?
Ich glaube, er hat sich bewusst gemacht, dass er nicht allein mit dieser Aufgabe ist. Unterstützung bekommt er von „ganz oben“. So können wir mit unserem Monatsspruch in der Bibel folgendes lesen: „Die Armen werden niemals ganz aus deinem Land verschwinden. Darum mache ich dir zur Pflicht: Du sollst deinem Not leidenden und armen Bruder, der in deinem Land lebt, deine Hand öffnen.“ 5. Mose 15,11.
Gott erlegt uns die Pflicht auf, Menschen in Not unsere Hand zu öffnen, um zu helfen und zu geben. Und ich möchte dieses alttestamentliche Wort ausdrücklich im Sinne Jesu auf die weltweite Armut ausdehnen. So macht uns Jesus zum Beispiel mit seinem Gleichnis vom Weltgericht bei Matthäus 25 deutlich, dass er persönlich nimmt, wie wir mit Menschen in Not umgehen.
Es wäre fatal, wenn wir die Sorge um solche Menschen allein dem Staat überlassen würden. Damit lassen wir nämlich Gott im Stich, der seinen Sohn für uns gegeben hat. Außerdem verschenken wir eine Chance, Gottes Segen zu erfahren, denn auf dem Geben ruht Segen. „Geben ist seliger als nehmen“ – so hat Jesus gesagt.
In diesem Sinne kann der Sozialminister ganz zuversichtlich an seine Arbeit gehen. Freilich
wird Armut offensichtlich immer ein Thema sein. Aber so lange Christen Gott und sich selbst
ernst nehmen, helfen Abertausende mit, die Löcher zu stopfen. Und sage keiner, was ich gebe, ist doch bloß ein Tropfen auf den heißen Stein. Wenn es Ihnen so geht, dann denken Sie mal über den Spruch eines Autoaufklebers nach: „Tausend Leute sagen: Was kann ein Einzelner schon tun?“.
Bleiben Sie in diesem Sinne schön unruhig.

Ihr E. Salewski

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für Januar 2010
Liebe Leserin, lieber Leser,
noch ist Weihnachtszeit. Auf meinem Monatskalender von Arno Backhaus steht für Dezember 2009: „Gott möchte zu Weihnachten keine Plätzchen, sondern die Plätze in unseren Herzen.“ Das ist – für meine Begriffe – die saloppe Umschreibung des Monatsspruches für den Januar 2010:
„Du sollst den Herrn, deinen Gott, lieben mit ganzem Herzen, mit ganzer Seele und mit ganzer Kraft.“
Diese Worte Gottes werden zunächst durch Mose (5. Mose 6, 4-5) dem Volk Israel gesagt. Für das jüdische Volk sind das die wichtigsten Verse der Torah, das Schma.
Schma. Israel bedeutet „Höre Israel“. Religiöse Juden rezitieren diese Worte täglich und durch die Jahrhunderte hindurch waren es in unzähligen Schicksalen die letzten Worte, die Juden vor ihrem Tode aussprachen.
Im Neuen Testament berichten die Evangelisten, wie Jesus die Worte unseres Monatsspruches wertet: Als „das größte und vornehmste Gebot“ (Matthäus 22, 36-38/Markus 12, 28-30) und als Antwort auf die Frage nach dem ewigen Leben (Lukas 10, 25-28).
Einen der elementarsten Wege, Gott zu erfassen, geschieht durch das Lesen und Studieren Seines Wortes. Wenn wir uns in Sein Wort vertiefen und darin forschen, wird Gott sich uns nicht nur offenbaren, wir lernen dabei auch seine Größe, seine Liebe, sein Erbarmen und andere Eigenschaften seines Wesens kennen. Wenn wir mit aufrichtigem Herzen in Seinem Worte forschen, kann dies nur ein Ergebnis zur Folge haben – wir werden den HERRN lieben und fürchten. Fürchten ist in diesem Zusammenhang als Ehrfurcht zu verstehen und nicht als Angst.
Zum Thema Gebote las ich kürzlich eine Auslegung unter dem Titel „Gottes ausgestreckte Hände“ von dem mir bekannten Pastor Dr. Joachim Cochlovius aus Walsrode. Was dieser begnadete Mann schreibt, hat mich sehr beeindruckt. Ich erlaube mir, im Folgenden auszugsweise zu zitieren: Wer Gott liebt, bekommt die übersteigerte Liebe seiner Seele zu den vergänglichen Dingen dieser Welt in den Griff. Man kann auch Menschen in übersteigerter Liebe verehren. Man kann sich an seinen Ehepartner hängen, an seine Kinder, dass sie zum wichtigsten Element des Lebens werden. Wenn sie mir genommen werden, dann fällt die Seele in ein tiefes Loch. Die Liebe zu Gott kann mich vor diesen übersteigerten Liebesregungen zu allem Vergänglichen bewahren. – Auch Menschen sind vergänglich.
Es gibt eigentlich nichts auf dieser Welt, woran wir unser Herz nicht hängen könnten. Luther sagt, woran du dein Herz hängst, das ist eigentlich dein Gott. Wenn wir lernen, Gott zu lieben mit aller Kraft, dann kommt eine göttliche Kraft in unsere Seele, und wir können uns an den Dingen dieser Welt freuen, ohne unser Herz an sie zu ketten. …
Mit dem Vertrauen ist es ähnlich. Wenn wir lernen, Gott mehr zu vertrauen als den Menschen, dann werden wir davor bewahrt, von Menschen immer wieder enttäuscht zu werden. Oder vielleicht okkulten Praktiken zu vertrauen, die immer mehr um sich greifen. … Prüfen wir unsere Seele! Gibt es da noch Menschen, gibt es da noch Besitztümer, gibt es da noch Pläne, die, wenn sie uns genommen werden, unser Leben ruinieren würden? Dann kann ich nur empfehlen, ein Gebet zu sprechen und zu sagen: Herr Gott, himmlischer Vater, hilf mir zur Reinigung meines Herzens. Vergib mir den geheimen Götzendienst, in den ich hineingerutscht bin und binde mich neu an dich. Hier hast du mich noch einmal ganz. …
Und so habe ich gelernt, dass das, was Luther sagt, Gott über alle Dinge fürchten, lieben und vertrauen, nicht mehr als eine Drohung, die ich nie erfüllen kann, zu hören, sondern als eine Zusage, die mir Lebensqualität schenkt.

In diesem Sinne: Ein gutes neues Jahr!
Das wünscht Ihnen allen

Ihr Gottfried Seidel

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