Archiv 2020

2020

Januar

Februar

März

April

April 2020

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Liebe Leserin, lieber Leser,
zunächst ein kurzes Wort zur derzeitigen Situation:
Bei allen Sorgen, die wir uns wegen der Corona-Pandemie um unsere Lieben, um uns, um das Leben in unserem Land – ja auf der ganzen Erde machen, dürfen wir neben den gebotenen Vorsichtsmaßnahmen und dem Gebrauch des gesunden Menschenverstandes eines nicht vergessen: Wir haben eine Hoffnung, die durch nichts zerstört werden kann. Paulus beschreibt diese wunderschön in seinem Brief an die Gemeinde in Rom: „Ich bin überzeugt: Nichts kann uns von seiner Liebe trennen. Weder Tod noch Leben, weder Engel noch Mächte, weder unsere Ängste in der Gegenwart noch unsere Sorgen um die Zukunft, ja nicht einmal die Mächte der Hölle können uns von der Liebe Gottes trennen. Und wären wir hoch über dem Himmel oder befänden uns in den tiefsten Tiefen des Ozeans, nichts und niemand in der ganzen Schöpfung kann uns von der Liebe Gottes trennen, die in Christus Jesus, unserem Herrn, erschienen ist.“ (Römer 8,38.39 – Übertragung „Neues Leben“) Da-ran wollen wir festhalten! Die folgende Betrachtung zum Monatsspruch ist ein beredtes Beispiel dafür, dass diese Hoffnung belastbar ist:
Jedes Frühjahr können wir Wunder erleben. Vermutlich werden Sie diese nicht einmal als solche wahrnehmen. Wir legen Samen in die Erde – äußerlich ist nicht zu merken, dass wir Leben in der Hand haben. Sobald aber der Same Erde, Wasser und Wärme spürt, wächst aus ihm eine Pflanze – … ist das nicht höchst erstaunlich?!
Weil das so verlässlich geschieht, hat dieses Ereignis leider für uns das Wesen eines Wunders verloren. Vielleicht betrachten wir es auch nicht mehr als ein Wunder, weil die Pflanze wächst, blüht, aber dann geerntet und abgeschnitten wird, oder verdorrt?! Aber das ist schade, denn wir sehen dabei unserem Schöpfer über die Schulter.
Sei es, wie es sei, dieses Wunder wahrzunehmen, darüber zu staunen und es zu bedenken, hilft uns, etwas über uns Menschen zu lernen. Paulus, aus dessen 1. Brief an die Gemeinde in Korinth unser Monatsspruch ist, hat Säen und Wachsen als Gleichnis dafür verwendet, was mit uns geschieht, wenn wir sterben. „Es wird gesät verweslich und wird auferstehen unverweslich.“ (1.Kor.15,42)
Was in die Erde gelegt wird, ist die Grundlage für etwas Neues. Wir schlafen eben nicht nur, wie manchmal aus Scheu geredet wird, wenn jemand gestorben ist. „Mein Vater ist „eingeschlafen“ “, wird da manchmal gesagt, nur um nicht dieses endgültige Wort „gestorben“ zu verwenden. Wenn wir aber schliefen, könnte danach nichts Neues werden. Es würde so weitergehen wie vorher, freilich auch mit all dem Schönen, das aber durch das Verrinnen der Zeit an Strahlkraft verliert und der Vergänglichkeit anheimfällt. Paulus schreibt einige Verse vor unserem Monatsspruch: „Was du säst, wird nicht lebendig, wenn es nicht stirbt.“ (V.36)
Den Weg der Samen hat Gott für uns auch gewählt. Da nun einmal der Tod in unserer Welt ist, Gott aber Gemeinschaft mit uns möchte, musste er für uns einen Ausweg suchen. Diesen Ausweg hat Jesus Christus eröffnet. Mit seinem Tod hat er ausgelöscht, was unseren Tod in die Welt brachte – die Trennung von der Quelle des Lebens, von Gott. Diese Trennung geschieht durch Ablehnung Gottes und dem daraus folgenden Tun dessen, was er nicht für gut hält. Und da Jesus mit seinem Leben diese Schuld beglichen hat, ist nun der Weg zur Quelle des Lebens offen – der Weg zu Gott. Jesus ist als Erster diesen Weg gegangen, das feiern wir zu Ostern. Jesus wurde zu Weihnachten gesät verweslich und Christus erstand Ostern unverweslich auf! Für uns ein Zeichen und Bild dafür, dass der Weg der Samen auch unser Weg ist, wenn wir uns an Jesus Christus orientieren. Die Pflanze aber, die wächst, ist ein anderes Leben, das Leben in Gottes Welt, das ewige Leben. Wir sind nicht zum Sterben, sondern zum Leben bestimmt. Deswegen nennt die Herrnhuter Brüdergemeine ihren Friedhof „Gottesacker“.
Darüber dürfen wir uns freuen, so wie wir uns über die schönen Blumen freuen, die jetzt aus der Erde sprießen.
Ekkehard Salewski

März 2020

Liebe Leserin, lieber Leser! „Passt auf! Habt acht! Seid wachsam!“ – Was lösen diese Worte bei Ihnen aus? Zum einen können sie bedrohlich wirken. Zum anderen sind sie eine liebevolle Mahnung und Warnung. Beim Monatsspruch für den Monat März handelt es sich um solch eine Ermahnung aus Liebe. Im Markusevangelium lesen wir: Jesus Christus spricht: Wachet! (Mk 13,37) Doch weshalb sollen wir wachsam sein? Markus berichtet im 13. Kapitel seines Evangeliums davon, wie vier Jünger mit Jesus im Gespräch sind. Jesus gibt dabei einen Ausblick auf das Ende der Zeiten – vor seiner Wiederkunft. Da lesen wir von Kriegen, Naturkatastrophen, Verfolgung, falschen Propheten … Wenn wir uns umsehen und die Nachrichten verfolgen, scheint das alles gar nicht so weit weg zu sein. Deshalb sollen wir wachsam sein, sollen vorbereitet sein auf diese Zeit, damit rechnen, dass er ganz unverhofft wiederkommen wird. Müssen wir nun in Angst und Sorge leben? Auf gar keinen Fall! Jesus fordert uns auf, uns auf seine Worte zu verlassen, ihm zu vertrauen. „Himmel und Erde werden vergehen; aber meine Worte werden nicht vergehen.“ Diese Zusage gilt gerade in schwierigen Zeiten: Wenn uns Zukunftsängste quälen, wenn Streit und Zank herrscht, wenn das Wetter Kapriolen schlägt, wenn unsere Umgebung uns mitleidig belächelt, weil wir an Jesus Christus glauben. Gottes Wort macht uns Mut, das Vertrauen nicht zu verlieren. Wir dürfen Hoffnung haben, weil Jesus selbst uns Hoffnung gibt. Wir dürfen fröhlich und dankbar unseren Weg gehen, weil Jesus für uns gestorben ist und mit uns auf dem Weg ist. Wir dürfen uns freuen auf eine Zukunft bei ihm. „Seid fröhlich in Hoffnung, geduldig in Trübsal, haltet an am Gebet!“ Das rufen uns die Glocken, die von unserem Kirchturm erklingen, jeden Tag aufs Neue zu. Sie machen uns Mut, bei Jesus zu bleiben. Egal, wie die Umstände sind. Sie fordern uns auf, Hoffnung in die Welt zu tragen. Sie mahnen uns zu Geduld in schweren Zeiten. Und sie erinnern uns daran, wie wichtig das Gebet ist. Uns darauf zu besinnen, wofür wir dankbar sein können und in der Fürbitte für die Menschen in unserem Dorf, in unserem Land, in unserer Welt einzutreten. Deshalb: Lasst uns mit wachen Sinnen durch unser Leben gehen und voller Hoffnung ein Licht in der Dunkelheit dieser Welt und Zeit sein.
Angelika Mischinger

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Februar 2020

Liebe Leserin, lieber Leser,
vom Perserkönig Cyrus wird folgende Geschichte erzählt: Auf einem seiner Feldzüge hatte er den Fürsten eines kleinen Volkes mit Frau und Kindern gefangengenommen. Als sie vor ihn geführt wurden, betrachtete Cyrus den Mann, Frau und Kinder und fragte ihn nach einer Weile: „Was gibst du mir, wenn ich dir die Freiheit zurückgebe?“ Nach kurzer Überlegung antwortete der Fürst: „Die Hälfte meines Reiches“. Darauf der König: „Und wenn ich auch deine Kinder freilasse?“ „Mein ganzes Reich“. „Was aber würdest du dann für deiner Gattin Freiheit geben?“ – so der Perserkönig. Ohne zu zögern antwortete der Fürst: „Mich selbst.“ Cyrus soll von dieser Antwort so beeindruckt gewesen sein, dass er die ganze Familie freigab, ohne ein Lösegeld dafür einzufordern. Auf dem Heimweg fragte der Fürst seine Frau, ob sie beobachtet habe, von was für edler Gesinnung der Perserkönig sei. Darauf soll seine Frau erwidert haben: „Ich habe nur den gesehen, der bereit war, sich selbst als Lösegeld für meine Freiheit zu geben.“
Sowohl das Angebot des Verzichts auf die eigene Freiheit als auch das Wahrnehmen dieser Opferbereitschaft hat sicher das Fürstenpaar noch stärker miteinander verbunden, wie Sie sich vermutlich gut vorstellen können.
Wenn wir über dieses zu Herzen gehende Beispiel staunen und beeindruckt, wenn nicht gar wehmütig darauf schauen, so kann uns das ein wenig helfen zu verstehen, was Paulus mit seinem Satz meint: „Ihr seid teuer erkauft; werdet nicht der Menschen Knechte“ (1.Kor.7,23).
Die Frau des Fürsten hatte keinen Blick für Pracht, Edelmut und Macht des Perserkönigs. Sie hat den gesehen, der bereit war, seine Freiheit, ja wenn erforderlich, sein Leben für sie zu geben. So etwas bleibt nicht ohne Einfluss auf die Beziehung zueinander und bewahrt vor falschen Abhängigkeiten.
Paulus sagt: Jesus war nicht nur Willens, sich für einen jeden von uns zu opfern, er hat es auch getan. Und nun müssen wir uns fragen lassen: Schauen wir auch liebevoll und dankbar auf Jesus Christus – so wie die Fürstin auf ihren Mann schaute? Oder nehmen wir das gar nicht mehr wahr, weil es doch so lange her ist, weil Jesus uns doch nicht so nahe ist, wie es sich Mann und Frau sind?
Schauen wir eher auf Menschen und Dinge, die uns vermeintlich näher sind oder wichtiger für uns?
Aber gibt es wirklich etwas Wichtigeres, als dass uns jemand von Verlorensein, Gottesferne und entwürdigenden Abhängigkeiten freigekauft hat?
Kein Mensch, keine Idee und kein noch so wertvolles Objekt ist es wert, dass sie unser Interesse so mit Beschlag belegen, dass wir Jesus Christus aus dem Blick verlieren. Wir sind durch ihn teuer erkauft!
Ihr GOTTFRIED SEIDEL vom Bahnhof.

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Januar 2020

GOTT IST TREU. Welch ein Mut machender Text zu Beginn des neuen Jahres. Hoffentlich auch für Sie, liebe Leserin und lieber Leser. Einer ist treu trotz all den Erfahrungen mit dem Gegenteil.
Besonders am Anfang eines Jahres wird manchem bewusst, wie untreu man sich selbst sein kann. Viele gute Vorsätze sind bereits nach ein paar Tagen vergessen oder bereiten ein schlechtes Gewissen.
GOTT IST TREU. Gott ist zunächst sich selbst treu. Er kann nicht anders. Sein Name ist Programm.
So sprach Gott zu Mose: Ich werde sein, der ich sein werde. Mit diesem Namen autorisiert,
spricht Mose dann zu seinem Volk, den Israeliten, und führt sie bis an die Grenzen des „Gelobten Landes“. Das ist mit wunderbaren, aber auch mit echten Grenz-Erfahrungen verbunden.
GOTT IST TREU. Anhand der Bibel, kann das zurückverfolgt werden bis Abraham, dem Erzvater des Gottesvolkes. Da geht es zunächst um die Bundestreue. Im 1. Buch Mose spricht Gott zu Abraham: Du aber halte meinen Bund, du und deine Nachkommen, von Generation zu Generation. Abraham konnte Gottes Treue ebenfalls mit Treue beantworten.
Die Linie von diesem Gespräch zwischen Abraham und seinem, unserem Gott, ist eine lange weltweite Geschichte von Treue, Umkehr und Neubeginn. Die Treue dieses von Gott auserwählten Einzelnen hat sich in wunderbarer Weise vervielfacht. Von Israel ausgehend sind Abrahams „Nachkommen“ auf der ganzen Welt so zahlreich wie Sterne am Himmel. Es ist eine Treuegeschichte, die, wie uns allen zugesagt ist, einmal in Gottes Ewigkeit ihre Krönung finden wird. Mit Gottes und Abrahams Treue begann eine umfassende Heilswanderung, die sich in eben dieser Ewigkeit vollenden wird. Es hat klein begonnen und Bedeutung für die ganze Welt gewonnen. Unermesslich ist Gottes Treue. Erfahrbar für mich war sie jüngst in unserer Kirchengemeinde.
Ein Jahr vor Ablauf der Legislaturperiode des Gemeindekirchenrates wurde deutlich, dass ungefähr die Hälfte der Mitglieder bei der nächsten Wahl nicht mehr zur Verfügung stehen werden. Vier Personen wollten altersbedingt ihr Amt zur Verfügung stellen und zwei traten aus persönlichen bzw. familiären Gründen nicht mehr an.
Das war zunächst frustrierend. Aber wir konnten Gottes Hilfe erleben. Es fanden sich genügend Gemeindeglieder, die bereit zur Kandidatur und auch zur Mitarbeit im Leitungsgremium unserer Kirchengemeinde waren.
Am 8. Dezember 2019, eine Woche nach Beginn des neuen Kirchenjahres, konnte ein arbeitsfähiger Gemeindekirchenrat eingesegnet werden. Darin sehe ich Gottes Treue und das macht mich dankbar. Es bestärkt mich in dem Glauben, dass dieser treue Gott zwar nicht alle meine Wünsche und Erwartungen, aber jede seiner Verheißungen erfüllt.
Die Gemeinde möchte ich hiermit ermuntern, Gottes Treue täglich mit unserer Treue zu beantworten. Als Gebetsempfehlung ein Liedvers aus unserem Gesangbuch (EG 347,6):
Ach bleib mit deiner Treue bei uns, mein Herr und Gott;
Beständigkeit verleihe, hilf uns aus aller Not.
Mit herzlichen Segenswünschen für das Jahr 2020 grüßt Sie alle Ihr E.
Ihr GOTTFRIED SEIDEL vom Bahnhof.

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